Die einzige Fussgaengerzone Indiens

30/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ist etwa 4 km lang und in Mussorie, einer kleinen Stadt nördlich von Dehradun, wo wir gestern angekommen sind. Es ist am Tag wunderschön hier (siehe Fotos), aber in der Nacht recht kalt, so um den Gefrierpunkt herum. Da es keine Heizung gibt schlafen wir unter einem Berg von Decken. Besonders schoen ist der Blick auf die Riesen des Himalaja, den man leider nicht auf ein Foto gebannt bekommt und ich bekomme Heimweh nach Nepal. Ist es wirklich schon 15 Jahre her, dass ich in diesen Bergen herumgeklettert bin?

Da Nebensaison ist und wir eine der wenigen Ausländer sind, haben wir in einem schoenen Hotel (rechtes Foto) Zimmer gefunden. In unserem Hotel und auch sonst in dem Ort sind die Engländer noch allgegenwärtig, überall haben sie ihre Spuren hinterlassen und die Inder lieben diesen Ort und haben ihn zu dem Ausflugsort erkoren mit einer kilometerlangen Mall und halt dieser langen Fussgängerzone. Aber natürlich halten sich nur 90 % der Inder an diese Regel und Bikes gelten eh nicht als Fahrzeuge, so dass sie nicht ganz unseren Fussgängerzonen ähnelt, trotzdem ist es im Vergleich zu anderen indischen Staedten angenehm leise.

Man kann auch mit der Seilbahn auf die Hill-Station fahren und hat von dort einen schoenen Blick auf die Himalaya-Riesen. Wie zu erwarten, wurden wir oben wieder zum Fototermin gebeten. Diesmal wollten aber auch wir ein Foto haben und ich stelle es hier rein =:)

 

In Mussorie bleiben wir nur 2 Tage, ab morgen geht s los nach Rajasthan. Wir nehmen einen Schlafbus (mal sehen wie der in Indien ist, nachdem wir in China gute Erfahrungen damit gemacht haben) schauen uns dann Agra mit dem berühmten Taj Mahal an und reisen am Abend gleich weiter nach Jaipur, wo wir ein paar Tage bleiben werden.

Mein nächster Eintrag kommt also erst aus Jaipur.

Gruesse ins noch kältere Deutschland!

Geschützt: Schwesterchen

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Wei Wei Krishna

29/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

heisst wohl soviel wie: mach mach, denn

so wurde einer der Jungs in der Kneipe angetrieben etwas schneller zu machen und endlich unsere Bestellung aufzunehmen. K r i s h n a ist hier ein beliebter Jungenname, aber auch unser Guesthouse in Delhi hiess so und einer der Taxifahrer sagte: “Krisha is my friend”. Ich dachte erst, er meinte den Inhaber und wunderte mich dann, dass er gar nicht wusste, wo das Guesthouse war. Aber klar, er meinte Lord Krishna, den Gott.

Ich habe mir auf die Reise eine kleine Reclam-Ausgabe der Bagavadgita mitgebracht, eines der meistgelesensten heiligen Buecher der Inder und schon ein bisschen darin gelesen. Es ist s e h r anders aufgebaut als die Bibel der Christen und der Koran. Es bedeutet so in etwa Gesang des Erhabenen (gita=Gesang, bagavid ist ein anderer Name fuer Krishna).

In dem “Lied” schildert der Wagenlenker Sandschaya dem blinden Koenig Dhritaraschtra von einer Schlacht zwischen zwei Fuerstenfamilien. Arschuna, ein Spross einer der Familien bekommt Weisheitslehren von dem Gott Krishna in der Story, die in dem Buch erzaehlt wird.

Diese Lehren begeistern die Hindus noch heute. Dahinter steckt eine ganze Weltanschauung, der westlichen eher fremd, so eine Art Pantheismus.

http://www.pantheismus.de/

Na ja, die moderne westliche Wissenschaft ist mit ihrem “Alles ist mit allem verbunden” so fern dem nicht.

Was es zu erreichen gilt in den Weisheitslehren, ist die aktive erregende Leidenschaft (radschas) und die betaeubende hemmende Dunkelheit (tamas) zu meiden. Fuer die Erloesung aus dem Strudel der Seelenwanderung (Wiedergeburt) werden zwei Wege empfohlen:

- Losloesung von der Welt, also eine Art Moenchtum

- pflichtgemaesses wunschloses Handeln in der Welt

Zwei eigenstaendige Systeme helfen dabei, Sankaya und Yoga, wobei Sankaya es eher auf den Kopf, den Geist abgesehen hat und Yoga die eher praktische Aneignung der Wahrheit im Wege andachtsvoller Versenkung ist.

Jeder der 18 Gesaenge der “Gita”, wie die Inder kurz ihr heiliges Buch nenne, begruendet eine eigene bestimmte Form des Yoga. Das bekommen wir ja auch im Westen mit, mit den vielen unterschiedlichen Schulen.

Ist also alles recht kompliziert. Indische Weisheit ist, glaube ich, nicht fuer lau zu haben :=)

No Beer but Ginger Beer

28/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Die heiligen Hindu-Staedte hier sind natürlich rein vegetarisch. Marcel fuehlt sich in seinem Element, endlich steht ihm mal die ganze Speisekarte zur Verfugung. Hab sowohl in Haridwar als auch in Rishikesh noch nirgends Fleisch auf der Speisekarte gesehen. Mittlerweile haben wir uns auch orientiert, was Aloo Gobhi oder Biriyani so bedeutet. Das erste -aloo- ist etwas mit Kartoffeln, das zweite ein Gericht mit Safranreis. Dann kommen natürlich immer noch Gemuese aus der Region dazu. Einmal Essengehen kostet uns im besten Restaurant am Ort so 300 Rubi fuer 2 Personen, das sind etwas weniger als 6 Euro.

Alkohol gibt es auch nicht, hab nur einmal in Delhi ein Bier getrunken -Marke Kingfisher – wurde nicht im Glas, sondern in der Tasse serviert. In Anbetracht dessen, wie vielleicht das Glas aussehen wird, hab ich das besser nicht reklamiert.

Fruchtbier gibt es, ist aber sehr süss, da schmeckt mir das obligatorische Lassi salted besser. Es gibt natürlich auch frische Fruchtsäfte. Aber nur, was hier wachst. Ein Kilo Trauben kostet ein Vermögen fuer hiesige Verhaeltnisse (600 Rubi, das sind fast 3 Uebernachtungen).

Ab und an sieht man, vor allem Traveller, auch mal jemanden rauchen. Einheimische kaufen sich die Zigaretten einzeln und nicht in der Packung. Na ja, manchmal wird es auch Grass sein, in Delhi wurde mir das schon auf der Strasse angeboten, aber so schlimm wie im Goldenen Dreieck zwischen Thailand, Laos und China scheint es hier nicht zu sein, da waren sie suesslichen Rauchschwaden allgegenwärtig.

Wir wollen langsam wieder weiter. Morgen werden wir nach Dehra Dun und dann in eine kleine Stadt Mussoorie

http://wikitravel.org/en/Mussoorie

fahren, die die Engländer angelegt haben. Sie liegt etwas mehr in den Bergen und wir werden mal einen Blick auf die grossen Riesen bekommen. Aber es wird schon kalt sein! Ein bisschen schade finde ich es schon, dass wir nicht nach Ladakh koennen, aber es reicht uns schon hier. Die Tage sind wunderbar, nachts wird es empfindlich kalt und natürlich gibt es keine Heizung.

Pool Chatti Ashram

27/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich stand gestern gar kein Ashram auf dem Programm. Wir hatten uns Raeder geliehen und wollten am Ganges aufwärts ins Hinterland fahren und eventuell im Ganges baden (der Fluss fehlt mir auf meiner Fluesse-Bade-Liste) .

Es war ganz schoen anstrengend und mein Daumen suchte dauernd nach dem Schalter fuer die Gangschaltung, den es natürlich nicht gab. Es war eine
Adventure-Strecke und Rafting Boote waren am Ganges zu sehen und an einer Wand standen junge Traveller, die sich kopfueber in den Ganges, der ja hier am Fusse des Himalaja ein Gebirgsfluss ist. Wir machten an einem Wasserfall halt und sahen einen Weg, der den Berg hinauf führte, den wir gerne folgen wollten. Als andere Traveller kamen und uns sagten, dass da oben ein noch schoenerer Wasserfall waere, war klar, wir wollen da auch hoch. Also Fahrraeder abgesperrt und los! Aber so einfach war das nicht, da uns der Fahrradverleih (das ist Indien!) den falschen Schlüssel mitgab. Die Raeder einfach so stehen zu lassen, war uns nicht geheuer, also fuhren wir weiter auf der Suche nach einem guten Abstellplatz. Plötzlich wies ein Schild auf einen Ashram hin und das schien uns geeignet, um unsere Raeder sicher unterzustellen. Wir folgten dem Pfad und fanden ein kleines Dorf und den Ashram nahe am Ganges. Es war eine angenehme Atmosphäre als wir durch das Tor in den Innenhof kamen. Wir sahen ne Menge Europäer und ein paar Inder darunter, die Tee trinkend im Innenhof standen und uns gar nicht gross beachteten. Wir haetten gut da hineingepasst. Im Office (wir mussten natürlich die Schuhe ausziehen) fragen wir ob wir uns umsehen duerften, was die Konditionen waeren, hier mitzumachen und ob wir die Raeder hierlassen duerften. Eine sehr nette Dame erzählte uns, dass wir das gerne koennten, gab uns einen Flyer auf dem die Regelungen und der Preis fuer eine Woche aufgelistet war. 5000 Rubi (sind ca 100 Euro) kostet alles hier-natuerlich mit Yogaunterricht, Essen und Unterkunft – ein stringenter Tagesablauf und strenge Kleiderordunung inclusive. Hier der link zum Ashram

http://www.phoolchattiyoga.com/

http://www.healthyoga.org/

So ganz nach Urlaub hoerte sich das nicht an. Da ich eh kein Yoga-Freak bin und Marcel das auch nicht ne ganze Woche machen wollte, stellten wir unsere Raeder unter und schauten uns am Wasserfall ein sehr schoenes, gut funktionierendes indisches Dorf an. Hier ein Bild von einem Dorfhaus

So, jetzt erstmals genug. Hab gesehen, dass in D-Land haessliches Wetter ist. Wir haben hier tagsueber schoene Sonne, so um die 20ig Grad, aber abends wird es empfindlich kalt. Marcel hat sich erkaelet und schnieft betraechtlich.

Rishikesh

26/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Schon beim ersten Spaziergang durch die kleine Stadt Rishikesh ist er mir aufgefallen, ein Bulle am Wegesrand liegend, mit einem Horn nach oben und dem anderen nach unten gebogen. Sie sind allgegenwärtig, die heiligen Kühe auf der Strasse und schauen auch mal in ein Geschäft hinein, werden von den Einheimischen mit einer Scheibe Roti-Brot bedacht.

Rishikesh ist aufgespalten in einen Teil westlich und einen oestlich des Ganges. Verbunden werden die beiden Teile durch zwei Haengebruecken, ueber die der ganze Verkehr laeuft – Fussgaenger, Motorräder, Fahrräder und eben auch jener Bulle – nehmen die schmale Brücke, um von dem einen Teil der Stadt in den anderen zu wechseln. Als wir gestern morgen zu unserem Fruehstueckscafe’ wollten – wir machen im Augenblick einfach nur relaxed – mussten wir an dem Bullen vorbei. Gleich hat das bloede Tier mit seinen Hörnern herumgestoßen. Alle sprangen zur Seite, nahmen es aber sehr gelassen. Na ja, mit einem mulmigen Gefuehl bin ich dann schliesslich auf der engen Brücke dann auch vorbei ..

Ansonsten ist Rishikesh recht hübsch wie das Bild links zeigt, so dass neben vielen Westlern, auch viele indische Touris herkommen. Man bekommt fuer wenig Geld Zimmer, Massagen aller Fachrichtungen und halt die allgegenwärtigen Ashrams mit ihren NewAge Angeboten. Rishikesh ist in den 60igern Jahren durch die Beatles bekannt geworden, die hier ihren Guru fanden, der sie in die indische Mystik einführte.

Na ja, diese Guru-Geschichte liegt mir nicht so und mich nerven schon in D-Land diese ach so esoterischen, meist weiss gewandteten Juenger, die meist zusammen mit einer Traube sie anhimmelnder Frauen auftreten. Es gibt sie zu hauf hier und sie schweben geradezu. Ist nicht mein Ding, hier aber allgegenwärtig.

Aber Rishikesh selber ist sehr angenehm. Hier noch ein Bild von einem Schulhof in Risikesh. Die Schueler tragen natürlich Schuluniform, schliesslich waren die Engländer mal hier.

Berühmt wurde Rishikesh übrigens durch die Beatles

http://kfrc.radio.com/2011/02/16/43-years-ago-the-fab-four-fly-to-india-to-study/

Haridwar

25/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Aber zuerst kam die Zugfahrt im Schlafwagen. Der erste Schreck war der groesste, welch ein Loch! Dicht besetzt mit Kindern, Alten, Muttis, die echt aneinander gedraengt sassen, wo wir schlafen sollten. Dann aber war es gottseidank der falsche Zug. Der nachste war von der Ausstattung her nicht wesentlich besser, aber das Publikum war ok. Ein paar Traveller und noch zwei junge Armeeangehoerige mit denen sich Marcel auf anhieb verstand. Sie erzaehlten, dass sie von einern Ausbildung in Dehli -wohl im Rahmen der commonwealth games zurueck in ihren Heimatort fuhren. Gerade die junge Frau sagte dauernd, weil jeder annahm, dass sie Polizistin waere: no cops, we are no cops. Sie erzaehlte spaeter, dass es ihr groesster Wunsch waere zur Luftwaffe zu kommen. Ja, sie haette einen Freund, aber heiraten koenne sie ihn nicht, da haetten ihre Eltern schon ein Woertchen mitzureden.

Ich hoerte so zu und versuchte es mir so bequem zu machen wie moeglich. Der Schlafsack, auch wenn ich ihn mitbrachte um ihn hier in Indien zu lassen, ist super wichtig.

Erst am naechsten Morgen hatte ich Blicke fuer den Rest, die Menschen um uns herum, am Boden sitzend im Eingangsbereich. Es ist ein bisschen, wie der erste Blick auf dem Main Bazar: “Oh wie schrecklich! Mit der Zeit gewoehnt man sich daran.

In Haridwar kamen wir gegen 6:00 morgen an und wurden in einem Hotel mit einem Cafe bedacht, obwohl wir dort gar nicht uebernachten wollten, sondern am Abend noch weiter nach Rishikesh wollten.

Haridwar, die heilige Stadt, das Tor (dwar) Gottes (Hari) liegt am Ganges.

http://kirkes.wordpress.com/2010/11/25/kumbh-mela-in-harridwar/

Vielleicht schaffe ich es ja daran zu Baden, er fehlt mir noch in meiner Fluessesammlung. Aber sicher nicht hier sondern viel weiter flussaufwaerts, denn die Stadt ist auf den ersten Blick genauso dreckig wie die anderen indischen Staedte, die wir gesehen haben. An den Staenden werden Plastikkanister verkauft, um das heilige Wasser mit heimzunehmen.

Harridwar ist der Zugang zu den super heiligen Yatra-Pilgerstaetten, noch weiter im Norden. Vielleicht treibt es uns doch noch ein bisschen in den Norden..

Hier wird alle 12 Jahre das grosse Kumbh Mela gefeiert und Tausenden von badenden Pilgernim Fluss. Der Ort ist darauf ausgerichtet, wenn das Fest wieder herum ist, scheint es in seinen schlaefrigen Zustand zu verfallen, es bleiben halt noch jede Menge Tempel ueber und ein paar Sadhus am Fluss. Wir sassen an einem Badeghat und saher einer jungen Mutter zu, die ihre Soehne wusch. Der kleinste mit schoenem Koerperschmuck plaerrte wie jedes dreijaehrige europaische Kind halt auch, wenn es um Wasserkontakt geht.

Dann sahen wir einen schoenen Tempel yu dem eine Seilbahn hochfuehrte. Da wollten wir dann hin und schlossen uns einem grossen Pilgerstrom an, indem wir schon am Fuss des Berges Geschenke kauften (eine Kokosnuss, Blumen, bunte Baender und solche Dinge. Mansa Devi hiess der Tempel, offensichtlich war er sehr beliebt.

Oben wurden wir dann in den Kreis gezogen und bekamen den Segen eines heiligen Mannes, eine Tikka auf die Stirn und gaben unsere Geschenke ab. Erst spaeter erfuhren wir aus einem Buch, das ich oben kaufte, dass es sich um den Tempel einer Goettin mit 5 Gesichtern und 3 Armen handelt, die Wuensche erfuellt. Bloed gelaufen! Jetzt haben wir diese Pilgerfahrt gemacht, ohne uns was zu wuenschen.

Von Harridwar gings dann mit dem TukTuk nach Rischikesch wo wir jetzt wohnen und die naechsten Tage bleiben werden.

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