Kutaisi

27/09/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Wer hätte gedacht, dass es so einfach ist von Nürnberg nach Georgien zu reisen. Die neue Wizzair-Linie von Memmingen nach Kutaisi machts möglich (und das noch für wenig Geld). Die Zugfahrt (mit Bayernticket) dauerte zwar etwas, war aber angenehm, da wir zu angenehmen Zeiten um 10:39 losfahren konnten und in Augsburg ne Stunde Auftenthalt hatten so dass wir im recht netten Bräustüberl zu Mittag essen konnten. Den Kaffee gabs dann an der Busstation in Memmingen, bevor uns die Linie 2 zum Flughafen brachte. Die Gepäckabgabe bei Wizzair ging auch problemlos vonstatten (eingecheckt hatten wir schon online) und dann warteten wir in der Nachmittagssonne im „Biergarten“ vor dem Flughafen auf den Abflug. Auch der Flug nach Kutaisi war problemlos. Er dauerte 3,5 Stunden und wir kamen um 23:30 auf den kleinen, single-terminal international Airport an, hatten bald auch unser Gepäck und konnten noch rasch noch ein paar Euros in Lari wechseln, als um Mitternacht Ika dastand um uns in die Villa Gelati zu bringen, wo wir immer  über Airbnb gebucht hatten. 

https://airbnb.com/rooms/1653484?s=41&user_id=24330461&ref_device_id=d6bab738d8da4f8ede67504321f4c2d418d55d68
Ika spricht gut deutsch, da er im Saaland zum Schuleraustausch war und  in München Jura studiert hat. Das war super, denn er konnte uns  all die vielen Fragen beantworten, die wir hatten.  Wir bekamen sogar noch ein Glas Wein zu so später Stunde und blickten in der klaren Sternennacht von seiner Terasse auf das berühmte Gelati Kloster, das zum Weltkulturerbe gehört.
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Am nächsten Morgen servierte uns Ika ein georgisches Frühstück mit Joghurt und Tee und danach stiegen wir die kleine Anhöhe zum Kloster hoch. Als erstes fiel uns der seltsame Friedhof neben dem Kloster auf. Er schien wie für ein Picknick mit den Verstorbenen gemacht.  Die Grabstätten sind gross und eingezäunt, oft  prunkvoll und modern zugleich und  mit manchmal lebensgrossen gerahmten Bildern der Verstorbenen versehen. Daneben gibt es immer eine Bank und einen Tisch. Wir staunten. Diese Art von Friedhoskultur war uns neu.

Dann das altehrwürdige Kloster. Der Blick von hier in die Weite des Aia-Landes ist wunderbar und der Prometheus-Felsen grüsst von Ferne. In dem Kloster leben noch ein paar Mönche und es wird gerade grundsaniert, so dass es mit der Ruhe der alten Männer (wenn sie die denn haben wollten) wohl nicht nur für die Restaurierungszeit vorbei ist. Einer bot uns Wein an und fragte, ob wir Christen seien.

Am Nachmittag gings dann Kutaisi, das so 7km westlich von Gelati liegt. Es ist die zweitgrösste Stadt des Landes und im Vergleich zum ländlichen Gelati recht quirlig. Es gibt so vieles parallel: Die von jungen Leuten eröffneten Cofé-Shops, die überall in der westlichen Welt stehen könnten (in denen der Cappuchino gut ist, aber auch soviel kostet wie im landesüblichen Restaurant ein Essen) aber auch die Kuh oder ein paar Schweine, die gemächlich die Zufahrtsstrasse überqueren und an denen sich auch niemand stört. Wir schlenderten durch die Markthallen, die duften und alles feilbieten was das Land so hervorbringt und stiegen hinauf zur Bagrati Kathedrale.

Es geht ist offensichtlich. Es geht ihnen wieder besser in Georgien nach all den harten Jahren. Seid der Konflikt mit Russland 2008 wieder in den Hintergrund gerückt ist und erst recht seid 3 Jahren (wie uns Ika erzählt)  nach dem Embargo des Westens gegen Russland, ist eine Art Einvernehmen entstanden und Russland kauft nun alles an Gemüse, Obst und anderen Dingen auf, was das kleine Land nur so produzieren kann. Auch als Touris kommen sie wieder die Russen und das tut der Aussenhandelsbilanz gut. 

Wir fallen auf in der Stadt mit ca 200000 Einwohnern und werden oft gefragt woher wir kommen. Englisch sprechen in der Stadt einige, vor allem junge Leute, aber russisch ist doch noch üblicher. Georgisch, die Landessprache, klingt kehlig wie das Hebräische und hat eine sehr  gewöhnungdbedürftigen Schrift, was uns die Orietierung etwas erschwert. Nicht alle Strassennamen und für allem die Busse, sind nicht zusätzlich mit lateinischen Schriftzügen versehen. 

Aber der erste Tag in Kutaisi lief so geschmeidig, wie der Flug von Nürnberg. Die einzige Herausforderung war die richtige Mashrutka von Kutaisi  nach Gelati zu finden. Es handelt sich dabei um  Kleinbusse, die es im ganzen Land gibt, deren System aber nur den Einheimischen verständlich ist (und denen nicht immer). Jedenfalls schickte man uns von einem vermuteten Abfahrtort zum nächsten, bis wir endlich den Richtigen hatten. 

Konflikte im Kaukasus

24/09/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kaukasus ist eine Gebirgsregion, die etwa so groß wie Deutschland ist und ungefähr 22 Millionen Einwohner zählt. Hier sind nach dem Ende der Sowjetunion wieder eine Fülle von blutigen und kriegerischen Konflikten ethnischer, nationaler und territorialer Natur aufgebrochen, in die sich auch von außen von allen Seiten her kräftig eingemischt wird. Sämtliche Konflikte weisen weit in die Geschichte zurück.

In Georgien gab es mehrere Bürgerkriege. Sie sind derzeit zwar ruhiggestellt, aber nicht beigelegt. 

Abchasen, den Russen zugewandt, mit ihrer eigenen Fahne
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Georgien nach 1990

24/09/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Georgien erklärte am 9. April 1991 seinen Austritt aus der Sowjetunion. Nur Litauen kam Georgien zuvor. Als erstes Land hat Deutschland die Unabhängigkeit Georgiens anerkannt und eine Botschaft in Georgien eingerichtet.


Erster Präsident wurde Swiad Gamsachurdia. Sein Vater, der Nationaldichter Konstantin Gamsachurdia gehörte zu einer Gruppe georgischer Revolutionäre, den so genannten Spree-Daleulebi (aus der Spree getrunken), die u.a. an der Friedrich Humboldt Universität in Berlin studiert hatten. Gamsachurdia scheiterte jedoch an seinem Unvermögen, politische Prozesse rechtzeitig zu erkennen und zu steuern, die patriotisch begründeten Unabhängigkeit artete in einen verheerenden Nationalismus aus. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Geschichte Georgiens

24/09/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

http://georeisen.blogspot.de/2014/11/1800-jahre-deutsch-georgische.html

An den Südhängen des Kaukasus, östlich vom Schwarzen Meer, an der Kreuzung zentraler Handelsrouten von Heer- und Seidenstraße, war Georgien Jahrhunderte lang Durchgangsland für Reisende nach Persien, Indien oder China.
Fest steht, dass Georgien schon in der Altsteinzeit besiedelt war. Neueste archäologische Grabungen in Ostgeorgien bezeugen die Kultivierung vor 1,8 Millionen Jahren, lange vor der Besiedlung Mitteleuropas. Dazu gehört auch der spektakuläre Fund des ältesten europäischen Menschen in Dmanisi.
Etwas südlicher auf dem heutigen Gebiet der Türkei liegt der Berg Ararat, der legendärer Landeort der Arche Noah. Geschichtlichen Quellen aus dem 11. Jh. zufolge, leiten die Georgier ihre Herkunft vom mythischen Stammvater Kartlos ab, dem Sohn des Targamos, der ein Urenkel Noahs war.

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Unsere Reiseziele in Georgien

24/09/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Mal gucken, was wir in 14 Tagen davon schaffen. Start und Endpunkt unserer selbstorganisierten  Reise ist Kutaisi.

Wir schaffen das

04/09/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Langsam wird deutlich: Europa ist ein Elitenprojekt wie die Globalisierung. Und diese Währungsunion ist eine Fehlkonstruktion, funktioniert leider nicht! Und natürlich schaffen wir das mit den Flüchtlingen, wenn wir unser Sozialgefüge ganz durcheinanderbringen lassen. Nur der Preis ist hoch!  

Seltsamerweise wird Populismus all jenen vorgeworfen, die die Nöte dieser Schicht ernst nehmen. Dabei bedeutet populistisch doch eigentlich nur Vereinfachung, also die Probleme nicht in ihrer Komplexität wahrzunehmen, sondern sie so abzustrippen, dass sie lediglich Emotionen verursachen. 

Aber das genau tut doch unsere werte Bundeskanzlerin! Wetterfest, sturmerprobt und unbeirrbar wie ein an den Mast gefesselter Odysseus, steht sie da unsere Angie. Viele Jahre lang hat sie Erstaunliches geleistet. Sie hat als Politikerin die Politik entpolitisiert. Das wird einst in den Geschichtsbüchern stehen.  

Und jetzt steht immer deutlicher die Nachfolge an: Wie soll ein Land regiert werden, wenn nicht mal die Probleme diskutiert werden und wer soll dies machen? 

Ihr ging es doch immer darum zu verschleiern, die eigentlichen Vorkommnisse nicht deutlich werden zu lassen. Darin ist sie gut unsere Angie. In dem Verwirrspiel war sie bisher immer Siegerin. 

Und meinten die Nazis noch, Rücksicht dürfe es nur dem eigenen Volk gegenüber geben, so ist sie am Ende ihrer Amtzeit  ins andere Extrem verfallen und verkündet: Jeder Schutz des Eigenen muss weg! Lasst die Grenzen offen! Hat da der Kapitalismus in den Köpfen nicht ganze Arbeit geleistet? Absurderweise ist sogar ein medialer Diskurs entstanden, bei dem gefragt wurde, ob sich als Deutschland überhaupt als kulturell integrierte Einheit verstehen darf. Damit negiert die vom Kapitalismus erst geschaffene pluralistische Gesellschaft deutlich das vorherige identitäre Denken. 

Aber jetzt rebelliert das Volk und nicht nur das Deutsche! Ein Blick nach Österreich zeigt, dass Grenzen wieder gefragt sind und  die skandinavischen Länder sind auch auf diesem Weg und Osteuropa zum Teil schon dort. 

Genau darum wird es in den kommenden Jahren gehen, um das Eigene. Es wird darum gehen dieses willfährige Weiterso einer Frau Merkel zu durchbrechen und den Gedanken der Daseinsfürsorge weiterzudenken, um Reserven für Wandlungsprozesse zu haben, die anstehen.  

Denn mit diesem Wirtschaftssystem wird man nicht durchs 21. Jahrhundert kommen.   Die Eliten -und zu ihnen gehört Fr. Merkel- sind unfähig die Wahrheit zu erzählen, für sie ist das Lügen eine Tatsache und eine Lebensnotwendigkeit. 

Die „aufstrebende Rechte“ in allen westlichen Ländern ist eine Kampfansage gegen genau diese Eliten. 

Auch wenn diese  Eliten nicht zugeben, wir sehen den Kapitalismus 2.0 (und das ist die Religion des Westens) schon eine geraume Zeit gleichzeitig im Zustand seines Versagens, seltsamerweise aber auch im Zustand seiner Unbesiegbarkeit. Das hat viel damit zu tun, dass er dicht mit allen Lebensbereichen bis in die elementarste Daseinsfürsorge hinein verwebt ist und er deshalb tatsächlich zur Zeit alternativlos ist. G e n a u das macht ihn aber auch so gefährlich und lässt Wandlungsprozesse nicht mal gedanklich fassen. 

Wir müssen aber weiterdenken um Zukunft zu gestalten. Das geht nur ohne das Verwirrspiel einer Frau Merkel!
 

Syrien und die multipolare Welt

26/08/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

3 Jahre ist es nun fast her, dass ich diesen Blogeintrag geschrieben habe:

Syrien: das Spiel der Mächte in der Multipolaren Welt | Kirke’s Bloghttps://kirkes.wordpress.com/2013/09/04/syrien-2/

Und was ist passiert? Während der Syrien-Krieg von unserer  hiesigen Tagesordnung immer wieder mal verschwindet, ist der Konflikt vor Ort immer noch sehr unübersichtlich und mit dem Eingreifen der Türkei in den letzten Wochen sogar noch komplizierter geworden. 


Neben dem syrischen Regime, verschiedenen Rebellengruppen und dem sogenannten Islamischen Staat sind ja auch Russland, die USA, Iran und die Golfstaaten in den Konflikt verwickelt. Während beispielsweise Russland und Iran das syrische Assad-Regime unterstützen, wollten sowohl die USA als auch die Türkei den Diktator stürzen – über eine Nachfolge-Regierung waren sie sich jedoch nicht einig. Nun wechselt die Türkei irgendwie die Seiten, indem sie sich sacht aus der Nato zurückzieht und sich vermehrt auf eigene Interessen konzentriert, eine Neuorientierung vornimmt.
Laut türkischer Regierung befinden sich inzwischen 20 türkische Panzer in Syrien. Die Soldaten gehen dabei gegen die Terrormiliz Islamischer Staat vor. Aber natürlich gilt gleichermaßen der Angriff auch der kurdischen YPG, die die Türken hinter den Fluss Euphrat zurückdrängen wollen. 

Im Kampf um die neue Weltordnung haben die USA unter Obama Terrain verloren. Die Region, von der aus die US-dominierte kapitalistische Weltordnung in Frage gestellt wird, ist immer noch Syrien. 

https://kirkes.wordpress.com/2015/01/23/stachel-des-verwundeten-nationalstolzes/

Daran hat sich nichts geändert und das macht die Wahl in den USA im Herbst 2016 so brisant. Ist es doch eine Wahl zwischen der Falkin Hillary und einem Donald Trump, der das Heil wohl eher in dem Slogan „America first“ sieht und eine weitere Überdehnung der Einflusssphäre  der USA als Gefahr wahrnimmt. 

Hier werden wohl die Weichen für das 21. Jahrhundert gestellt ….

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