indische Mathematik

13/10/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Datierungen sind, dem bekannten Bonmot des Indologen W. D. Whitney zufolge, in der gesamten indischen Geschichte außerordentlich problematisch, also werde ich das auch nicht können. Aber so einen Abriss brauche ich schon:

Die ältesten Andeutungen über geometrische Regeln zum Opferaltarbau finden sich bereits im Rig Veda. Doch erst in deutlich späterer Zeit, wohl erst nach der Zeitenwende, entstanden (d.h. wurden kanonisiert) die  Sulavasutras“, das sind  geometrische Methoden zur Konstruktion von Opferaltären und weitere Lehrtexte wie beispielsweise die Silpa Sastras (Regeln zum Tempelbau) u.s.w.

Auf etwa 500 n. Chr. datiert ist das  Aryabhatiya und verschiedene weitere  Siddhantas“ („Systeme“)

Es waren die Inder, die das uns vertraute dezimale Positionssystem ( die Polynomschreibweise zur Basis 10)  sowie die dazugehörende Rechenregeln beibrachten. Das schriftliches Multiplizieren etwa in babylonischer, ägyptischer oder römischer Zahlnotation ist außerordentlich kompliziert, während sich im  indischen Vorgehen viele „elegante“ und einfache Verfahren beispielsweise auch schon des schriftlichen Wurzelziehen finden.

Unsere arabischen Ziffern für die Dezimalziffern leiten sich direkt aus der indischen Devangari ab. Die früheste Verwendung der NULL wird auf etwa 400 n.Chr. datiert.  Aryabhata und Brahmagupta verwenden sie jedenfalls bereits ohne Scheu!

Mit der Ausbreitung des Islams nach Osten übernimmt um etwa 1000 bis spätestens 1200 n. Chr. die arabische  Welt viele der indischen Erkenntnisse. So übersetzen arabische  Wissenschaftler indische Werke ins Arabische, die dann über diesen Weg auch nach Europa gelangen. Ein Buch von Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi wird im 12. Jahrhundert in Spanien (Cordoba) ins Lateinische übersetzt.

Was es mit der vedischen Mathematik auf sich hat, die in letzter Zeit immer wieder diskutiert wird

 http://www.maharishi.de/index.php?MEDITATION=./VEDA/PROGRAMME/WISENSCHAFT/MATHEMATIK/

kann ich nicht sagen. Vielleicht hab ich ja in Indien Zeit, mich ein bisserl damit zu beschäftigen. Ist aber doch viel Geschwafel, was ich bisher gesehen habe.

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