Francois Jullien

01/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Etwa gleich alt wie der Timmerberg, https://kirkes.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=292&action=edit

aber mir viel sympathischer, ist Francois Jullien

http://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Jullien

Er hat mir gedanklich China näher gebracht.  Dieses andere D E N K E N  „China“, einen Raum (auch eine Zeit), dessen Zivilisation einen Grad erreicht hat, der dem unseren – dem europäischen vergleichbar war und der sich d o c h  unabhängig von ihm entwickelt hat. Und jetzt hat er sogar den Hannah Arendt Preis bekommen.

http://www.zeit.de/kultur/2010-08/preis-jullien

Man muss sich mit Jullien   klar machen,  dass das wieder auflebende eroberungslustige Europa „China entdeckte“ als es die nackten Wilden unterwerfen will und merkte: China ist nicht Amerika.

Jullien hat mir aber auch klar gemacht, dass wir Euopäer etwas hatten, was China nicht hat:

die  symbolischen Mathematik

Eine Mathematik, die als S p r a c h e  verstanden werden kann. Diese verrückte und doch so fruchtbare Idee, dass man mithilfe dieser Sprache die Natur beschreiben kann. Das allerverrückteste dabei ist, dass man daraus Nutzen ziehen kann. Das hat mich auch während meines Studiums fasziniert.

Modellbildung ist  etwas Europäisches und den Chinesen nicht so recht verständlich. ( das haben wir ja festgestellt als wir in einem Dorf nach dem Weg fragten, Kartenlesen können sie ja wirklich nicht. Sie wussten nicht einmal wie herum sie sie halten sollten.)  Diese Theorie- und Praxistrennung ist nicht in ihrer Kultur eingebettet. DAS ist eine Errungenschaft EUROPAs!

Aber dieser Ansatz hat ja auch Nachteile. Bei der Kriegsführung weiss man es schonlange, dass die Modellbildung strauchelt bei den Umständen (Nebel von Austerlitz).  China geht in seiner Philosophie immer vom Ausnützen des Situationspotentials aus und kommt in solchen Situationen oft weiter.

Und so hält man in China auch nicht viel von Mut. Der Hero ist nicht ihr wirklicher Held. Die Chinesen  meinen, dass Mut immer etwas damit zu tun hat, dass man keine andere Wahl mehr hat. Das ist aber schlecht und da hat man ihrer Meinung nach  schon was falsch gemacht. In eine solche Situation darf man eigentlich nicht kommen.

Ihre Lösung ist ein Diagramm, das bei jedem Punkt anzeigt, wie die Situation bezüglich der  beteiligten Kräfte ist.  Sie schmieden also keine engen Pläne, die einengen und einigen sich auf festgelegte Pläne, sondern sie analysieren die Kräfteverhältnisse und lassen so immer viel Handlungsspielraum, so dass die augenblickliche Situation ausgenützt werden kann.

Und es stimmt ja,  Strategie ist prinzipiell nichts anderes, als die günstigsten Faktoren auszumachen, auf die wir uns stützen können.

Sehr interessant, wenn auch mit einem anderen Themenschwerpunkt befaßt ist Nele Noesselt von der Uni Goettingen. Ihre Ausführungen zu chinesischen Weltordnungsmodellen „Harmonie statt Hegemonie“  habe ich an der Akademie zur politischen Bildung in Tutzing gehört. Sie basieren auf den gleichen Grundgedanken wie Froncois Julliens.

 

Hier noch ein paar Zusatzgedanken, die aber noch ungenau aufbereitet sind:

https://kirkes.wordpress.com/2010/10/16/chinesische-philosophie/

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