heilige Kühe

01/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Es wird oft behauptet, dass die Tierwelt in Indien dank der religiösen Vorstellungen der Hindus, Jains und Buddhisten besonders geschützt gewesen sei, doch diese Tradition ist größtenteils verloren gegangen. Die bei den Briten und den indischen Rajahs sehr beliebte Großwildjagd, die Rodung riesiger Waldgebiete für die Landwirtschaft, Wilderei, Pestizide und die ständig wachsende Bevölkerungzahlen hatten katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt Indiens. Nur etwa 10% des Landes sind noch von Wald bedeckt, und nur 4% sind durch Nationalparks und Reservate geschützt. Erst in den letzten Jahrzehnten hat die Regierung ernsthafte Maßnahmen zur Verbesserung ihres Umweltmanagements ergriffen und über 350 Parks und Reservate eingerichtet.

Zu den Highlights der indischen Fauna gehören Löwen, Tiger, Leoparden, Panther, Elefanten und Nashörner, doch das Land beherbergt auch Hochwild und Antilopen, Büffel, Gaur, zottelige Lippenbären, Streifenhyänen, Wildschweine, Schakale und Asiatische Wildhunde und aus der Familie der Affen zum Beispiel Rhesusaffen, Indische Hutaffen und Hanumanlanguren. An Reptilien sind vertreten: Königkobras, Pythons, Krokodile, Sumpfschildkröten und Warane, während die vielfältige Vogelwelt mit dem Doppelhornvogel, der Schlangenweihe und dem Fischuhu sowie dem eleganten „Wappentier“ Indiens, dem Pfau, aufwartet.

Die Kuh hat in Indien eine Sonderstellung, aber das kennen wir ja auch in Europa. Auch hier gibt es lebendige Spuren des Rinderkultes, wie z. b. den Almabtrieb. Vermutlich seit der Hallsteinzeit galt der Stier als heiliges Tier, wie unzählige Spuren belegen. Eindeutig sind auch die Stierkämpfe der iberischen Halbinsel und  Südfrankreichs kultischen Ursprungs. Im Mithras-Kult gehörte die Tötung eines Stieres zu den zentralen Kulthandlungen.

In Indien weist schon der Sanskrit-Name aghnya (die Unantastbare) auf eine vergleichbare Tradition. In den hinduistischen Religionen ist der Schutz der Kuh bis in die heutige Zeit ein wichtiges Element. Für die meisten Hindus ist die Kuh unantastbar. Selbst jenen, denen sie nicht ‚heilig‘, sondern lediglich ein wichtiges Symbol ist, hat sie doch einen besonderen Stellenwert und das Töten von Kühen ist für die meisten undenkbar. Für traditionelle Hindus wäre dies ein besonders verunreinigendes Vergehen; und sind auch nicht alle Vegetarier, so ist es für die meisten ausgeschlossen, Rindfleisch zu essen. In der Geschichte war der Kuhschutz so wichtig, dass islamische Eroberer ihren Heeren oft Kühe vorantrieben, wodurch Hindus sie nicht angreifen konnten.

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