akustischer Selbstbehauptungswillen Indiens

02/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Jeder will gehört werden, muss aber auch die anderen hören, um sich in der Landschaft zurecht zu finden. Musik ist nur ein Teil der verwirrend vielfältigen Performance. Und das gilt insbesondere für Indien, darum will ich ja auch hin!

Indien zelebriert die Musik als ein kollektives, kontinuierliches Ereignis und  Indien hat eine ganz spezifische Musikkultur und die älteste Musikkultur der Erde. Seine Anfänge verlieren sich in der Vorgeschichte, vermutlich bis 6. Jh. Natürlich sind sie religiösen Ursprungs:  die Klänge gelten heilig, entsprechen Gott. Die 
altindischen mythologischen, historischen Werke, die sog. „Puranas“

http://www.lebensplan.com/puranas/

Sie beschreiben die Entwicklung der Musik in Urform aus Klängen der Schöpfung und die Erschaffung der Welt durch den tanzend und Flöte spielend durch den Kosmos wirbelnden Gott Shiva, der später den Menschen Musik und Tanz lehrte.
Es gibt 2 Traditionen, die autochton-schivaitische Tradition + die arisch-vedische Tradition. Auch die Musik wird in zwei Musiksysteme geteilt:

  • nordindisch klassische Musik (Hinustani): stark vom persischen Kulturraum beeinflusste Musik und wird nicht nur in Indien, sondern auch in Nepal, Pakistan und Bangladesch praktiziert; ausgeprägt instrumental orientiert, einer spezifischen Ornamentik (Verzierungen) und wesentlich mehr Improvisation. Eine Darbietung mit nordindischer klassischer Musik wird auch als Mehfil bezeichnet
  • südindisch klassische Musik (Karnatische Musik): ursprünglicherer, älterer Stil;     sehr erdig mit vielen melodiösen und rhythmischen Variationen, eher durchkomponierte Arrangements.
  • Die klassische indische Musik ist modal und duldet im Grundsatz nur ein Melodieinstrument. Innerhalb eines von strengen überlieferten Regeln gesetzten Rahmens bietet sich ein breiter Raum für Interpretation. Im Solospiel arbeitet der Musiker einen musikalischen Gedanken auf dieser Grundlage aus und entwickelt diesen im zeitlichen Verlauf des Stückes aus dem Wechselverhältnis von Freiheit und Disziplin. Die Musik spricht mit einer Stimme. Der mehrstimmige Klang eines europäischen Orchesters würde in der indischen Musik als unverständliches Stimmengewirr verstanden. Einen Dialog gibt es nur zwischen Melodie- und Rhythmusinstrument. Die Struktur der Melodie ist der Raga, dessen Skala jeweils aufsteigend und absteigend festgelegt ist. Er drückt eine bestimmte musikalische Stimmung aus und wird in der Regel einer Tageszeit zugeordnet.

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