Selbstpräsenz und Kontrolle

03/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Selbst-Präsenz wird erst in der Renaissance grundlegend in Zweifel gezogen. Damals nimmt der Mensch zum erstenmal sich selbst und seinen Körper als etwas wahr, das gegenüber Anderen eigenständig ist. Die Individualisierung geht einher mit mit der allmählichen Zivilisierung des Menschen, der immer mehr seine Affekte und seinen Körper zu kontrollieren sucht. Rene Descartes (1596-1650) unternimmt als erster das Wagnis, alles in Zweifel zu ziehen, auch seine eigene Existenz. Dabei findet er heraus, daß er gerade nicht bezweifeln kann, daß es ein „Ich“ gibt, das zweifelt. So war in seinem „Cogito, ergo sum“ die Selbstgewißheit wiederhergestellt, allerdings nur um den Preis der V e r a b s o l u t i e r u n g der menschlichen Rationalität und des gleichzeitigen Ausschlusses des Anderen der Vernunft, des Körpers und des Mitmenschen.

In der humanistischen Tradition wurde das Subjekt immer in Begriffen des Bewußtseins definiert: Das „Ich“ ist dasjenige, was denkt, wahrnimmt und fühlt.
Darüber werden wir neu nachdenken müssen!!

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