Zeit und Reglementierung

03/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Zeit und Reglementierung

Wir Menschen müssen uns an an alle möglichen Reglementierungen halten,
z. B. festgelegte Arbeitszeiten und Pünktlichkeit!
Ohne diese hätte sich die Industriegesellschaft nicht in dem Maße hätte entwickeln können.
Diese Vorstellung einer „verfügbaren“ Zeit, die sich einteilen lässt und auf die Zukunft verweist,
kann als Produkt des gesellschaftlichen Differenzierungs- und Rationalisierungsprozesses beschrieben werden,
der in die Etablierung des industriellen Kapitalismus mündete.
Die Verbindlichkeit der Zeitsysteme erweiterte sich in dem Maße, wie sich das Feld der Interaktion ausdehnte.
Durch die neue Computertechnologie und den Übergang vom Fordismus zum Postfordismus wurde die lineare Zeit in kleine,
unverbundene Abschnitte zerteilt und heutzutage als digitalisierte Zeit bis hin zur Mensch-Maschine-Kopplung erweitert.
Ich denke die digitalisierte Zeit kann als ein Versuch einer Strukturierung gesehen werden ….

Aber lieber nochmal zurück:
Das alte Ziel ist also erreicht, die Maßnahme gelungen,
die Zeit, das kontininuierlich Fließende, ist also wirklich messbar geworden!
Ich denke es ist an der Z e i t darüber nachzudenken, w a s wir denn da eigentlich messen!
Hat nicht ursprünglich jeder K ö r p e r seine e i g e n e Zeit, indem er seinen eigenen inneren Rhytmus hat?
Ist die Zeit der Eintagsfliege Epeorus sylvicola nicht eine ganz andere als die des Elefanten in der Savanne??
Was i s t denn diese Zeit eigentlich?
Nochmal zurück zur Theorie:

Zeit ist ein Konzept, ein Begriff, ein Symbol, wie das Unendlichkeitszeichen
da war ich ja schon
etwas womit g e r e c h n e t werden kann
von dem man sich aber immer wieder fragen muss
Wie wird es (das Konzept) auf die Wirklichkeit abgebildet ?

Die Physiker definieren Zeit als Bewegung im Raum.
Julian Barbour (ein Physiker) sagt z. B.:
„die Zeit ist nichts anderes als ein Maß der sich ändernden Positionen von Objekten.
Ein Pendel schwingt, die Zeiger auf einer Uhr rücken vor“.
Zeit entsteht als Ergebnis des Vergleichs zwischen mehreren Eindrücken, die im Gehirn gespeichert sind.
Wenn der Mensch kein Gedächtnis hätte, könnte das Gehirn keine solchen Interpretationen machen und somit könnte er auch keine Zeitempfindung haben.

All unsere physikalischen Gesetze basieren auf den Grundkonzepten von Raum und Zeit, denn wir empfinden
diese als die Ordnungskriterien für alles, was in unserer Umwelt geschieht. So stark war die intuitive, intellektuelle
Überzeugungskraft de von Euklid propagierten dreidimensionalen Raums, in dem eine Gerade die Zeit darstellt,
daß diese zentralen Konzepte der klassischen, westlichen Physik als Beschreibung der wirklichen Welt bis zum Jahre 1905 Gültigkeit behielten.
Dann war es Albert Einstein, der erkannte, daß das Maß der Zeit – wie das des Raumes – immer relativ zum Beobachter gesehen werden muß.
In unserer tagtäglichen, klassisch geprägten Welt sind wir uns dieses Effekts nicht bewußt, weil die hohe Geschwindigkeit des Lichts uns vorgaukelt,
daß wir die Dinge genau in dem Augenblick sehen, in dem sie sich ereignen. Wenn wir selbst uns jedoch mit der hohen Geschwindigkeit eines
sub- atomaren Teilchens im Verhältnis zum beobachteten Ereignis bewegen, wäre die zeitliche Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Ereignis
und unserer Wahrnehmung davon ganz beträchtlich. Das heißt: Wenn zwei Beobachter sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten fortbewegen,
ist die zeitliche Perspektive, in der sie ein bestimmtes Ereignis wahrnehmen, eine völlig andere. Die Relativitätstheorie hat uns also gezwungen,
die Vorstellung eines universal gültigen Zeitrahmens aufzugeben. Zeit ist keine eigenständige Größe mehr.
Sie ist eng und untrennbar in einem Vierdimensionalen Raum- Zeit- Kontinuum mit dem Raum verbunden,
der wiederum durch die ihm innewohnende Verteilung von Masse und Energie gewissen Verwerfungen unterliegt.

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