Polyandrie (multi husbands)

04/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

http://www.youtube.com/watch?v=d4yjrDSvze0

Polyandrische Gesellschaften kommen heute noch auf dem indischen Subkontinent im Himalaya (Tibet, Kaschmir, Himachal Pradesh, Sikkim) und  Bhutan vor. Bei der Hindubevölkerung der westlichen Himalayaregion ist laut Beremann die praktizierte Polyandrie auf folgende Abläufe zurückzuführen: Es fehlt an Land, weshalb die Zahl der Nachkommen beschränkt werden muss. Deshalb gehen mehrere Männer (Brüder) eine Verbindung mit nur einer Frau ein. In polyandrischen Verbindungen ist – im Gegensatz zur Polygynie – die Reproduktionskapazität der Verbindung auf die Kapazität der Frau beschränkt und somit nach oben begrenzt. Somit besteht die soziale Funktion der Polyandrie darin, das Arbeitskraftpotenzial an die verfügbaren Landressourcen anzupassen.In dieser Gegend existieren polyandrische Familien neben polygynen und monogamen Ehe- und Familienformen. Die Polyandrie ist also eine unter mehreren möglichen Ehe-Strategien. Die gleichen Gründe werden bei der buddhistischen Bevölkerung Tibets, Ladahks, sowie den nordindischen Regionen Spiti und Lahaul genannt.

Diesr Blog beschreibt dies auch:

http://wovensouls.wordpress.com/2010/08/24/alternate-sexuality-traditions-2-tibetans-in-the-20th-century/

Bei der korporativen Polyandrie der südindischen Iravas geht der älteste Bruder zwar alleine zum Haus der Braut, um sie „einzufangen“, er handelt jedoch als Vertreter für eine korporative Gruppe von Brüdern. Die ehelichen Rechte und Pflichten werden von der Gruppe gemeinsam und anstandslos geteilt. Es besteht also Gleichberechtigung zwischen den Gatten bezüglich des sexuellen Zugangs zur gemeinsamen Ehefrau; aber auch bezüglich der Erbrechte und Besitzansprüche der Kinder.

Nonkorporative Polyandrie wird beispielsweise bei den Todas in den Nilgiris Südindiens praktiziert. Im siebten Monat der Schwangerschaft wird eine Zeremonie abgehalten, bei der einer der Ehemänner zum Vater des erwarteten Kindes bestimmt wird. Derselbe Mann wird auch bei den folgenden Kindern zum Vater, es sei denn, die Ehefrau durchläuft diese Zeremonie mit einem anderen Ehemann; dies geschieht üblicherweise nur dann, wenn sie den vorherigen Vater für ungeeignet hält.

Cicisbeismus ist eine Form der polyandrische Ehe, die insbesondere in vorkolonialen Gesellschaften vorkam. Es handelt sich, wie bei der sekundären Ehe, um gesellschaftlich geduldete sexuelle Beziehungen zwischen einer Frau und mehreren (in der Regel zwei) Männern. Die Frau gilt jedoch als mit nur einem der Männer verheiratet. Während der Frau nicht unbedingt die Wahl des Ehemannes freisteht, wählt sie ihren Geliebten (Cicisbeo) selbst und dieser erwirbt das sexuelle Anrecht, indem er dem Ehemann eine Gebühr zahlt.

Mit dem Vorrecht der Frau, sich ihren Liebhaber selbst erwählen zu können, steht diese Beziehungsform in einem markanten Unterschied zu anderen Formen der Polyandrie.

Der Begriff Cicisbeo bezeichnete ursprünglich im 17. Jahrhundert in Italien die legalisierte Institution des Hausfreunds.

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