Buddha und das „Du sollst!“

07/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Jede Kultur besitzt ihren eigenen Begriff von Heimat und Vaterland. Natürlich nehme ich meinen mit auf die Reise. Für mich ist das mein europäisches Erbe, meine Liebe zur Mathematik, zur Musik, zum Denken, aber auch die Tüchtigkeit meiner Mutter, ihr „Du sollst“ und mein Fernweh, meine Abenteuerlust.

Etwas, was mir erst in letzter Zeit klar wurde ist, dass nicht nur ich, sondern alle  westeuropäisch geprägten Menschen in  einer Kultur des „Du sollst!“ leben. Diese zwei Wörter werden in unserer Kultur mit solch einer Inbrunst  ausgesprochen, die denen meiner Mutter in nichts nachsteht und fordert, dass etwas in einheitlichem Sinne gestaltet, verändert, geordnet sein könne und müsse. 

Es ist wie eine Tätovierung, die wir alle haben und ich natürlich besonders. Nur habe ich durch meine persönliche Geschichte halt auch schon die Antikörper dagegen gesammelt:=). Ich, die ich so gerne in Systemen denke und den Allquantor liebe.

Aber dieser ethische Sozialismus hat es in sich. Da wird befohlen und Gehorsam verlangt. Manchmal sehr subtil. Trotz seiner Vordergrundillusion ist das kein System des Mitleids, der Humanität, des Friedens und der Fürsorge, sondern des Willens zur Macht. Der Sozialist befiehlt! Die ganze Welt soll die Form seiner Anschauung tragen.  Es geht um die einheitliche Richtung, nicht um das was verfolgt wird.  In diesem „Machtanspruch“ waren sich alle einig: Luther und mein so verehrter Nietzsche, die Päpste und die Darwinisten , die Sozialisiten und auch die Jesuiten :=). Jede dieser „Moralapostel“  tritt mit dem Anspruch auf allgemeine und dauernde Wirkung auf! Wer anders denkt, ist ein Feind! Man bekämpft ihn. Der Mensch soll! Der Staat soll! Die Gesellschaft soll! Ein Gezeder ohne Ende! Ich glaube, wir Westeuropäer sind alle ohne Ausnahme Sozialisten, ob wir es wissen/wollen oder nicht. Selbst der leidenschaftlichste Gegner der Herdenmoral – Nietzsche- kann sich in seinem Eifer nicht beschränken. Er denkt nur an die Menschheit. Er greift jeden an der es anders meint. Eine Umgestaltung der Menschheit? Warum eigentlich?

Was haben die Europäer nicht für ein Chaos geschaffen mit ihrem Anspruch!

Mir ist da Interesselosigkeit, die den anderen SEIN lässt, lieber. Buddha gab ein freies Vorbild. Das ist doch mal interessant! Eine willensfreie Moral. Ich darf, muss aber nicht. Dieser Gedanke ist mir sympathisch

Mir ist spät klar geworden, dass das ein Antikonzept zum ethischen Monotheismus, den wir in Europa verfolgen, ist. Eine neue Brille, die ich ja auch mal aufsetzen könnte. Mal sehen, was man damit sieht. 

„Let it be!“ Moralischer Imperativ adé!

<grinz> Ja und außerdem möchte ich noch, das Gesetze welken wie die Blumen!

https://kirkes.wordpress.com/2010/11/03/europa-und-die-blumen/

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