Bollywood

06/12/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Gestern abend waren wir im Multplex-Kino hier in Jaipur und sahen uns einen Film in Hindi an. Die Sprache war kein Problem, denn die Story war so einfach aufgebaut und die Kameraeinstellungen so langsam, dass wir der Geschichte gut folgen konnten.

Er hiess Khelein Hum Jee Jaan Seynia und handelte von einem Lehrer Surya Sen in Chittagong im Osten Indiens in den 30iger Jahres des letzten Jahrhunderts,

http://en.wikipedia.org/wiki/Khelein_Hum_Jee_Jaan_Sey

der einen Aufstand gegen die Engländer mithilfe einer Klasse von halbwüchsigen Jungs anzettelte. Die Geschichte ist wohl wahr, war aber doch sehr gefuehlsmaessig ausgeschmückt. Der Hauptdarsteller ein sehr sehr gutaussehender Mann, aber ein fürchterlicher Schauspieler!

Der erste Teil des Streifens handelte hauptsächlich davon, wie aus den halbwüchsigen Jungs im Rahmen einer halbmilitärischen Ausbildung kleine Partisanen wurden um dann das englische Kolonialsystem fuer kurze Zeit zu stoeren, indem er Telegraphenanlagen lahmlegte, einen Zug entgleisen liess und ein Munitionslager plünderte. Nach den ersten Erfolgen beginnt das blutige Fiasko. Aus Kalkutta werden Truppen in die Provinz geschickt und das grosse Abschlachten beginnt. Die letzten 90 Minuten beschäftigt sich der 3 Stunden dauernde Streifen damit, den Heldentot jedes einzelnen Probanden zu feieren, indem er jeweils mindestens 10 Englaender mit in den Tod reisst. Danach wird die indische Fahne gehisst.

letztlich scheitert der Aufstand und die Hauptfigur Surya Sen wird brutal von den Engländern misshandelt und danach aufgehängt. Die letzte Szene war wohl historisch korrekt.

Wirklich schade, dass der Schinken so schlecht gemacht ist, denn es war schon verblüffend, die Story mal andersherum zu sehen und die Engländer als Statisten in einem Film wahrzunehmen und die Inder als Helden. Ich glaube schon, dass es der Seele eines kolonialisierten Volkes gut tut, sich an Gegenwehr, an Aufstände, auch wenn sie schief liefen, zu erinnern.

Aber warum ist nur alles so dumm gemacht? Warum wird die Rolle der Jungs, die ja alle ihr Leben liessen nicht hinterfragt. Mich erinnerte das an die aussichtlose Rekrutierung der 15jaherigen 1944 im Hitlerdeutschland.

Kann man wirklich so einen Film machen, ohne dass man auch nur etwas die Heldenrollen hinterfragt? Eigentlich ist es doch Teil der indischen Weisheit gegen die „Dunkelheit“, die Ignoranz anzugehen, genauso wie gegen blinde „Leidenschaft“. Warum koennen sie dies nicht ein bisschen auf ihre Filmindustrie übertragen?

Warum machen sie nur so dumme Filme? Wirklich unverständlich!

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