Pfeffer ist zu billig!

16/12/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

na ja, Pfeffer wurde auf der alten Seidenstrasse die Zentralasien mit Nordindien und den Haefen an Gujarats Kueste verbindet nur wenig transportiert – die Gewuerzplantagen sind in Indiens Sueden – aber die 2,5 Tage auf dem Kamelruecken haben uns doch einen Eindruck davon verschafft, w i e anstrengend dieser Transport einmal gewesen sein muss und weshalb Pfeffer und Seide einmal mit Gold aufgewogen wurden.

Kamele muessen mühsam bepackt werden (siehe Bild) Die Sattel aus Eisen sind noch die gleichen wie zur Karawanenzeit und müssen auf dem empfindlichen Kamelruecken besonders um den Hoecker herum mit Kissen gepolstert werden. Dann kommt darauf das Gepäck und halt auch noch ein Mensch. Ein ganz schönes Gewicht fuer so ein Kamel. So sah es deshalb nach der Tour aus:

 

 

Uebrigens hat ein Kamel nicht Hufe wie Pferde oder Rinder sondern Tatzen wie Hunde. Aber auch mit denen laeuft es sich im Sand nicht so leicht wie ich dachte. Auch sie rutschen zurück, wie wir Menschen. Nach 2 Tagen im Sattel zog ich es vor, lieber ein Stueck mit den Kamelen zu laufen, als zu reiten. Ich kam mir vor wie John Wayne und es dauerte ne Weile, bis meine Beine die 0-Form verloren hatten.

Da wir die 2,5 Tage ausschliesslich mit den Tieren zusammen waren, hatte sich ihr Geruch überall abgesetzt, auch in den Schlafdecken (wir schliefen auf ihnen mit unseren Schlafsäcken unter freiem Himmel).

Aber auch das Essen war sehr sehr einfach. Unser Guide spuelte mit Sand! Seltsamerweise hatten wir beide keine Probleme das zu vertragen.

Der Sternenhimmel dagegen ueber uns war wunderbar und auch der Sonnenuntergang war etwas fuer romantische Seelen wie mich.

Die Wueste Thar allerdings ist sehr anders, als ich sie mir vorstellt habe. Sah irgendwie gar nicht recht nach Wueste aus. Es gibt nur wenig Sandduenen und diese werden meist zur Übernachtung aufgesucht. Ansonsten ist es eher eine Savanne, die jetzt in der Zeit nach dem Monsun von Rinder- und Ziegenherden bevölkert ist. Auch eine grosse Herde Kamele mit vielleicht so an die 100 Tieren sahen wir. Ein Kamel kostet so etwa 600 Euro, etwa ein Drittel von einer Motorrikscha. Wer auch nur eines davon besitzt gilt hier schon nicht mehr als arm.

Fuer die Kamelsafaries werden nur die männlichen Tiere genommen, weil die weiblichen, wenn sie trächtig sind, keine Lasten tragen dürfen und sie zudem Unruhe in die Mannschaft bringen, wie unser Guide Malu, der ganz gut englisch sprach, erzaehlte. Er hat die Tel 9983578300 und realisiert auch gerne Sonderwünsche, wir koennen ihn empfehlen, wenn jemand in diese Gegend kommen sollte.

Ja, ja, ja so romantisch ist die Sache natürlich nicht: Der Guide hat ein cell-phone und telefoniert auf dem Kamel und auch ansonsten kommt man mit den Safaries nicht soweit weg vom Stadtrand von Jaisalmer, wie ich es mir gewünscht hatte. Das nächste Mal wuerde ich soetwas individueller gestalen!

Die meisten Touris wollen auf den Safaris Partytime. So war beim ersten Rastplatz zu gleicher Zeit mit uns schon das gekühlte Bier vom nächsten Dorf da (das wir alle!! aber heroisch ablehnten) und auch zum Abschluss waere noch desert-wiskey moeglich gewesen.

 

Gerade um Weihnachten herum, wenn die ganzen Europaer kommen, muessen hier richtige „Wuestenorgien“ gefeiert werden. Ich frag mich nur, wie die dann den nächsten Tag im Sattel überstehen 🙂

Advertisements

Tagged:, , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Pfeffer ist zu billig! auf Kirke's Blog.

Meta