Backwaters

18/01/2011 § Ein Kommentar

Die letzten beiden Tage sind wir mit einem Hausboot, einer ziemlich heruntergekommenen Barke, auf den Wasserstrassen der Backwaters gekreuzt, wie es hier halt alle Touris machen. Das ist ein nicht ganz billiger Spass, 7000 Rubi haben wir dafuer bezahlt und noch heftigst verhandelt. Fuer ein ein wenig groesser Boot wird hier laessig mal 9000 bis 10.000 Rubis pro Tag bezahlt. Das ist etwa der Monatslohn eines durchschnittlichen Inders.

Die Backwaters sind eigentlich ein riesiger Suesswassersee, der unter anderem dazu benuetzt wird die unter dem Meeresspiegel liegenden Reisanbaugebiete der Gegend zu bewaessern. Schon die Britten hatten hier dann Wasserstrassen gebaut und viele Orte sind nur darueber zu erreichen und haben gar keine Strassenanbindung. Die Kinder fahren mit dem Boot zur Schule und alle Transporte werden auch mit den kleinen Booten gemacht.

So um 2002 kam dann jemand auf die Idee eine alte Reisbarke so umszubauen, dass Touris darin uebernachten und auf dem Wasserstrassen herumkreuzen koennen Das hat sich zu einem eintraeglichen Geschaeft entwickelt und jetzt fahren auf diesen Wasserwegen so 600-800 dieser Boot herum. Es ist auch wirlich sehr nett und entspannend, die tropische Landschaft, auf Kissen liegend, an sich vorbeiziehen zu lassen und von zwei *Dienern* einem Kuechenchef und einen der das Boot steuert, versorgt zu werden.

Bei unseren kleinen Spaziergaengen entdeckten wir auch wild wachsende Ananas und sahen Bananenblueten an den Stauten zu gleicher Zeit mit den ersten kleinen Banaenchen. Ein wirklich ueppiges Land, god’s own country. Abends in einem Dorf kamen wir wieder mal zufaellig zu einem Tempelfest und machten einfach mit (die Rituale kennen wir ja mittlerweile schon und Marcel zog diesmal auch wiederspruchslos sein Hemd aus. Ein Ingenieur, der gutes Englisch sprach, erzaehlte uns danach, dass dieses Fest eine einheimische Familie veranstaltet und die anderen Dorfbewohner halt mitmachen. Er arbeite in Chennai, viele andere in den Golfstaaten wie Dubai oder Quatar. Auf meine Frage, was er denn von der Regierung hier halte, sagte er, dass er von der Regierung hier nicht begeistert sei. Gerade die Leute die studiert haetten, wuerden von hier weggehen und ihre Reisfelder verkaufen. Sie arbeiten alle irgendwo anders und kommen so, wie er halt auch, so Familienfesten und in den Ferien wieder hierher.

Heute morgen verliessen wir dann nach einem Fruehstueck das Boot und haben uns fuer zwei Tage hier in Aleppy in einem homestay bei einer sehr netten und bemerkenswert gut englisch sprechenden Inderin einquartiert.
Keralite Heritage Homestay

Alappuzha-688012, Kerala

Tel 98479773405

alice_thomas2150!@hotmail.com

Homestay ist so etwas wie eine Pension und wir haben damit gute Erfahrungen gemacht.

Am Donnerstag wollen wir dann in die Berge fahren und dort Gewuerzplantagen besuchen. Dort sehe ich dann hoffentlich das erste Mal eine Pfefferpflanze. Hab noch nie eine gesehen. Soll aussehen, wie Weinrebe, bin schon ganz gespannt.

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§ Eine Antwort auf Backwaters

  • Gertrud sagt:

    Liebe Mieleva,
    liebe Grüße nach Indien und hoffentlich hattest Du heute Abend nicht zu viel „Pfeffer“ in der Suppe.
    Liebe Grüße
    Gertrud

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