Entering the Pacific Century?

23/02/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf einer Reise nach Thailand habe ich Max Webers „ Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ gelesen und fragte mich, wie es mit dem Kapitalismus unter den neuen Voraussetzungen weitergeht.

Wenn ich Max Webers religionssoziologische Studien richtig verstanden habe, dann legen sie nahe,dass der Rationalisierungsprozess in der Moderne viel mit der Irrationalität des Calvinismus zu tun hat, dessen Grundannahmen und Zielvorstellungen alles abwerten, was nicht Gebet und Arbeit ist. Erfolg in der Arbeit gilt in diesem Glaubenssystem als diesseits wahrnehmbares Zeichen göttlicher Gnade. Voraussetzung dafür ist eine innerweltliche Askese, eine Haltung des Sparens des Konsumverzichts zugunsten von Investionen. Nach Weber ist der Geist des Calvinismus der Geist des Kapitalismus.

So denken aber die Asiaten nicht, sie kommen aus einem ganz anderen Kulturkreis. Was passiert wohl jetzt, wenn andere Kulturen, wie Indien und China, die dieses christliche Gedankengut nicht als Basis haben, ihn so gierig implementieren?

http://asiknews.wordpress.com/2011/02/23/indian-economy-in-2011/

Der Wirtschaftsbericht zeigt einiges davon!

Wesentlicher erscheint mir aber, dass schon Weber darauf aufmerksam machte, dass der Calvinismus selber als Ausdruck und Folge einer tiefen Verunsicherung der westlichen Menschen betrachtet werden muss. Karl Marx verdanken wir weitergehende Beschreibungen, die uns den Geist des Kapitalsmus als Motor einer sich immer schneller voranstreibenden Veränderung und Verunsicherung nahebringt. Und es ist ja richtig, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftliche Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet unsere westliche Kapitalismusgeschichte aus. Alle bestehenden Verhältnisse werden erschüttert und alles Heilige entwertet, das geht nun schon jahrhundertelang so und zwingt den westlichen Menschen, ihre Beziehungen mit nüchternen und berechnenden Augen zu betrachten. So ticken wir!

Wie aber geht der Osten jetzt damit um? Insbesondere Indien mit seinem Kastenwesen, das sehr auf Bestand ausgelegt ist und über Jahrtausende keine wirklichen Änderung zuliess? Und auch China hatte vor dem grossen Crash den Fokus auf Absicherung gelegt.

Ausser Klagen habe ich noch nichts konkretes erkennen können. Indien scheint noch kein „Mittel“ gefunden zu haben, keine eigene Philosophie. China hält mittlerweile schon stark dagegen. Gerade mit seinem Weg der „harmonischen Familie“ und der „harmonischen Gesellschaft“ sucht es nach Alternativen und hat den Westen als Modell längst abgelegt.

http://german.cri.cn/401/2007/08/28/1@80356.htm

http://socio.ch/internat/t_reiser.htm

Ich habe schon den Eindruck, dass China diese Dinge ernst nimmt:

http://barryonenergy.wordpress.com/2011/03/02/the-sleeping-dragon-awakes-%e2%80%93-social-responsibility-and-climate-change/

Aber auch in Indien gibt es Gegenwehr, wie die Aktionen am Valentinstag zeigen.

https://kirkes.wordpress.com/2011/02/13/aus-valentinstag-wird-prem-divas/

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