Kosaken

26/09/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Da im 15 – 16. Jhd die Rechte der Bauern in Polen-Litauen immer mehr eingeschränkt wurden, flüchteten sie sich in die südöstlichen Steppengebiete am Unterlauf des Dnjepr, wo sie sich mit den dort lebenden Tartaren zu unabhängigen Verbänden zusammen schlossen.

In dieser Zeit bildeten sich die auch die Traditionen der Kosaken heraus. Es entstehen spezifische Kosakengrade: Ataman, Jessaul, Chorunschi usw. Dabei weichen die Traditionen stark von denen ab, die sonst in der russischen Gesellschaft üblich waren. So zeichnete sich das Leben der Kosaken in unterschiedlichsten Bereichen durch wesentlich mehr Freiheit aus, beispielsweise hinsichtlich der Ehe. Da es in den Landen der Kosaken häufig an Priestern mangelte, wurden die Ehen von den Atamanen geschlossen. Und während für die russische christlich-orthodoxe Gesellschaft die Scheidung nicht in Frage kam, war sie bei den Kosaken gang und gäbe.

Das öffentliche Leben der Kosaken war ebenfalls durchaus frei: das höchste Machtorgan der Don-Kosaken war die sog. Heeresrunde, d. h. die Volksversammlung, die alle laufenden Fragen löste. Darüber hinaus wählte die Heeresrunde die Anführer der Kosaken, die Atamane, und hielt Strafgericht. An der Versammlung durften alle Kosaken teilnehmen. Die Heeresrunde zeugte von der Reife des politischen Lebens der Kosaken, von der endgültigen Herausformung ihrer Gemeinschaft.

1648 führte Hetman Boldan Chmel’nyc’key einen großen Kosakenaufstand gegen das poln. Heer und fügte ihm schwere Niederlagen zu, verjagte die polnischen Adeligen und tötete die meist jüdischen Gutsbesitzer tötete (gilt als erster Aufstand gegen die Juden in Osteuropa). Es ist als ein Mythos um diese wilden Reiter des Ostens.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kosaken

Man darf aber auch nicht vergessen, dass diese verwegene Kämpfer für Freiheit und Unabhängigkeit auch zu grosser Brutalität fähig waren. In der Schlacht von Batoh richteten sie ein Massaker an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Batoh

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Berestetschko

Da sie sich in der Folge nicht ganz den polnischen Einfluss entziehen konnten suchten sie Verbündete. Diese fanden sie in Moskau (damals noch klein und unbedeutend) und zahlten einen hohen Preis. 1654 unterstellen sie nach Verhandlungen freiwilig dem russischen Zaren. Damit hatten sie ihre blutig erkämpfte Autonomie schon wieder verloren und es begann im 18. Jahrhundert der Niedergang Polens und der unaufhaltsame Aufstieg Russlands. Die „Sammlung russischer Erde“, wie es Katharina II, die deutsche Prinzessin auf dem russischen Thron, ausdrückte.

Den Kosaken ist ihre Freiheitsliebe auch unter Katharina schlecht bekommen. Sie ritten zwar an der Seite der Zarin gegen die Türken, sie sicherten die Grenze auf dem „wilden Feld“ im Süden und Osten des russischen Imperiums, aber als das wurde ihnen nicht gedankt:

http://www.kosaken.de/geschichte/kosaken.html

Eine Fernsehserie des ZDF zeigte das in diesem Jahr.

http://neo.zdf.de/ZDFde/inhalt/29/0,1872,8047901,00.html?dr=1

Wir kennen leider nur immer unsere westeuropäische Geschichte.

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