Sevastopol und Schwarzmeerflotte

27/09/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

In Sevastopol, der Stadt des Ruhms, waren wir leider nur einen halben Tag. Keine Stadt der Krim ist mehr mit der alten Sowjetunion verbunden. Wir fuhren morgens mit dem Bus hin, stellten unsere Rucksäcke in ein Depot und schauten uns die Bucht und die Umgebung an. Es hätte noch viel mehr zu sehen gegeben, aber dazu hatten wir leider keine Zeit.

Als wichtiger Flottenstützpunkt war Sevastopol bis in die 90iger Jahre eine geschlossene Stadt, in die die Krimbewohner nur mit einem Passagierschein kommen konnten. Mittlerweile ist die Stadt für jeden offen, auch für ausländische Touristen, die nicht organisiert reisen.

Im zweiten Weltkrieg tobten heftige Kämpfe zwischen Hitlers Wehrmacht und der roten Armee in Sevastopol. Die Stadt vertedigte sich stolze 249 Tage, bevor sie besetzt wurde und setzte so ihren Heldenmythos fort. War sie doch schon vorher im Krimkrieg 1853-1856 Kriegsschauplatz. Damals widerstand sie 349 den englischen, französischen und türkischen Belagerern, die sie danach völlig zerstörten.

Beim Flanieren durch Sevastopol fällt die Anwesenheit der Sowjets stark auf.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzmeerflotte_%28Russland%29

Und hier noch ein paar aktuelle Berichte zu dem Stand der Schwarzmeerflotte in der Ukraine:

http://ukraine-nachrichten.de/proteste-gegen-russische-schwarzmeerflotte-kiew_3094_politik

Aber auch heute noch hat Moskau hier überall seine Finger drin:

Trotz der Zugehörigkeit von Sewastopol zur Ukraine dominieren das russische Flottenkommando, pro-russische Behörden und Organisationen das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben in der Hafenstadt. So förderte zum Beispiel die Moskauer Stadtregierung unter Bürgermeister Juri Michailowitsch Luschkow pro-russische Aktivitäten in wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereichen. Mit diesen Aktivitäten unterstützt Moskau Bestrebungen für eine Unabhängigkeit der Krim von der Ukraine.

Der pro-russische Stadtrat von Sewastopol seinerseits vermeidet jede Konfrontation mit dem russischen Flottenkommando und russischen Behörden respektive Organisationen. Er lehnte sogar ein Darlehen der EBRD ‚(European Bank for Reconstruction and Development – Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklungshilfe)‘ zur dringend notwendigen Sanierung des Abwassersystems ab, weil es die Bindung Sewastopols an die Ukraine und Westeuropa verstärkt hätte.

Übrigens kann man sehr gut nach Sevastopol mit der Fähre von Istanbul aus anreisen (Fahrzeit ca 24 Std, Kosten ca 120 Euro)!

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