Hans Jonas

02/10/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf jeder Reise begleitet mich ein Buch. Den Autor empfinde ich als zusätzlichen Reisefreund. Er erzählt mir von seiner Sicht der Dinge. Dieses Mal war es Hans Jonas, ein Zeitgenosse  Hanna Arendts. Das Buch von Jonas ist meiner Meinung  nach hochaktuell, obwohl er es schon 1979 geschrieben hat. Seine Themen werden jetzt sogar schärfer sichtbar, weil noch Zeit ins Land gegangen ist.

Hans Jonas sieht uns auf einer  Selbstvernichtungsspur und fordert ein Umdenken. Seiner Meinung nach brauchen wir eine neue Ethik, da der entfesselte Prometheus, die  Technik,  bisher nie gekannte Kräfte entwickelt hat, dem die arbeitsteilige Wirtschaft sogar noch rastlosen Antrieb gibt.  Die alten Ethiken der Religionsgemeinschaften, aber auch z. B. Kants kategorischer Imperativ ziehen nicht mehr. Sie schielen auf die Zeitgenossen, das ist aber nach Jonas n i c h t  genug, da sie darauf ausgerichtet sind, nur das naheliegende zu ordnen.  Wie auch Benedikt ausführt, hatten wir bisher  niemals soviel Macht, niemals soviel Einflussmöglichkeiten auf die Natur und darum eine grössere Verantwortung für das w a s  wir tun. 

 Nicht nur der Zeitgenosse, sondern auch  zukünftige Menschen und die nichtmenschliche Natur müssen jetzt in die Betrachtungen mit einbezogen werden, weil wir jetzt die Macht haben sie zu zerstören. Nach Jonas muss neu gedacht und anders gehandelt werden. 

Am Schluss seiner theoretisch sehr gehaltvollen Abhandlung meint er, dass die  kommunistischen Länder eher zu der Verzichtsleistung im Stande sind, welche impliziter Bestandteil jeder Zukunftsvorsorge in einer Verschwendungskultur sei.

Wenn ich mir Moldawien so anschaue, gerade dieses noch untechnisierte Land ( durch das wir gerade zu dritt reisen) dann muss ich ihm Recht geben. Hier wird noch (!!) ein Lebensstil ohne jede Verschwendung gepflegt. Nein, ein leichtes Leben das nicht.  Zum Teil holen sie noch Wasser aus dem Brunnen, weil dasjenige aus der schon vorhandenen Wasserleitung zu teuer ist. 

Aber diese Länder habe eine BASIS, die funktioniert. Es funktioniert ohne jede Voraussetzung, wie es all die Jahrhunderte vorher schon funktioniert hat.  Hierauf könnte man aufsetzen.  Einige Verbesserungen erarbeiten, die ein lebenswertes Leben außerhalb der großen Verschwendungszone Europa ermöglichen.  Vorteil: Es gäbe ein Modell, wohin wir uns in einer nicht allzu fernen Zukunft gesundschrumpfen könnten.

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