Max Weber und Karl Marx

25/10/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf einer Reise in Thailand hatte ich als zusätzlichen Begleiter Max Weber („Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“) dabei und das Buch auch dagelassen 🙂

Weber arbeitet darin den religiösen Hintergrund des Lebensstils der Moderne heraus. Für ihn ist im Unterschied zu Marx, die Basis nicht Hegels Philosophie, sondern der Geist des Protestantismus, der mit seinem asketischen Ansatz die Anhäufung von Kapital und dessen Re-Investierung in „ehrbare“ Geschäfte erst möglich machte.

Weber behauptet, dass der Charakter des vorwiegend protestantischen Unternehmers mit ihrer technisch orientierten Grundausbildung der Boden für westlich bürokratische und effiziente Wirtschaft sei, wie sie von der ganzen Welt kopiert wurde.

Und – das fand ich besonders beeindruckend, dass man schon den Calvinismus- die verschärfte Form des Protestantismus – als Ausdruck und Folge einer tiefen Verunsicherung der westlichen Menschen ansehen kann.

Rasen wir deshalb so, weil wir so verunsichert sind, wir westlich geprägten Menschen?

Karl Marx verdanken wir Beschreibungen, die uns den Geist des Kapitalismus als Motor einer sich immer schneller vorantreibenden Veränderung und Verunsicherung nahebringt. Die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftliche Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgousie-Epoche (und erst Recht die Postmoderne) aus. Alles Ständige und Stehende verdampft, alles worauf man sich mal verlassen konnte. Alles Heilige wird entweiht. Und gerade dies treibt das Rattenrennen noch an, da diese Prozesse alle bestehenden Verhältnisse erschüttern. Und sie zwingen die Menschen das aufzugeben, was ihnen die romantsiche Epoche an Errungenschaften gebracht hat, sie zwingen die Menschen, ihre Beziehungen mit nüchternen und berechnenden Augen zu betrachten. Alles ist Markt!

Das ist die Kultur des Westens!

In allen BRIC-Ländern, insbesondere aber in Indien mit seiner Kastenvergangenheit und in China gibt es Bestandsorientierung. Die Chinesen versuchen mit „Harmonisierung“ (harmonischen Familie und der harmonischen Gesellschaft) den Rissen in ihrer Gesellschaft Herr zu werden. Auch Indien kämpft diesen Kampf, wenn auch mit anderen Mitteln. Es zeigte aber auch schon Gegenwehr zum so harmlosen Valentinstag.

https://kirkes.wordpress.com/2011/02/13/aus-valentinstag-wird-prem-divas/

Aber das wird nicht reichen, sie werden neue Wege gehe, da bin ich mir ganz sicher, denn sie schwimmen noch sehr in ihrer eigenen Geschichte und die westlichen Einflüsse gehen nicht wirklich tief.

Russland kenne ich noch zu wenige, um zu sehen, wo es da hingeht. Es ist aber besonders interessant, da es europäisch geprägt ist und eine kommunistische Vergangenheit hat.

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