der moderne Westen und die Entsolidarisierung

30/12/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Was macht Europa aus? Nein, es lohnt nicht nur wegen der Krise des Finanzsystems darüber nachzudenken. 500 Jahre non-stop Erfolgsgeschichte liegen hinter uns. Es tut Not eine Blick auf uns selbst zu werfen und WO kann man das besser als außerhalb Europas?

Ich denke, viel wichtiger als z. B. China zu kritisieren(wie es unsere Medienlandschaft dauernd macht), ist es einen Blick auf die Besonderheiten unserer eigenen Lebensart im modernen Westen zu richten. Hier gibt es mehr als Genug Auffälligkeiten, die wir „normal“ empfinden, die es aber mitnichten sind.

Seltsam ist z. B. die Vorrangstellung, die der moderne Westen der Kern-Familie einräumt. Sie gibt es weder in anderen ZEITEN noch an anderen ORTEN. Diese Kleinfamilie ist wirklich m o d e r n! Und hier liegt auch ein Problem begraben. Hierüber machen sich unsere großen Geister natürlich Gedanken.

Allen voran Papst Benedikt in seiner „Caritas in veritate“ : Nein, das meine ich nicht ironisch, meiner Meinung nach ist er geistig durchaus auf der Höhe seiner Zeit.

https://kirkes.wordpress.com/500-jahre-abendland/benedikt-xvi/

Man darf nur nicht den Zölibat in den Mittelpunkt stellen, sondern z. B. die Entwicklung des Sozialstaates in der Finanzkrise betrachten.

Die Kirche ist zwar Wegbereiter der Vergesellschaftung (das im einzelnen aufzuzeigen würde hier zuweit führen), aber sie sucht nach Auswegen und das rechne ich ihr und insbesondere Papst Benedikt hoch an.

Für mich hat nämlich die Krise des Sozialstaates ihre spiegelbildliche Entsprechung in der Krise der Gesellschaft. Diese ist meiner Meinung nach schon lange(!) e n t s o l i d a r i s i e r t. Hundert Jahre Sozialstaat haben nicht nur die Gesellschaft deformiert sondern auch die Individuen. Noch zur Zeit meines Großvaters lebten die Menschen in der Mehrzahl als kleine Landwirte, Gewerbe- und Handeltreibende und Freiberufler und sie w u ß t e n, dass sie für sich selber s o r g e n mußten. Dasdas prägte ihre Welt- und Lebenssicht. Die Zeit meiner Eltern, die Industriezeit, setzte dem ein Ende. Sie überführte vormals Selbstständige in großer Zahl in abhängige Beschäftigungsverhältnisse. Diese A b h ä n g i g k e i t ist in meinen Augen das große Problem. Sie führt zur Übertragung der Verantwortung an Andere – zur Entsolidarisierung!
Meine Großeltern k a u f t e n noch selbstverständlich in der Nachbarschaft, wollten dem Nächsten etwas verdienen lassen, ihm Arbeit geben (dem Schuster, dem Bäcker, dem Kaufmann). Meine Eltern begannen schon ohne solche Gedanken rein nach Preisgesichtspunkten zu kaufen.
Und wir?
Wir gehen zu Aldi, Norma und wie sie nicht alle heißen, die ein Preisdumping ohne Ende machen und immer höheren Druck auf die produzierenden Firmen ausüben, die dann n a t ü r l i c h in die Niedriglohnländer oder Niedriglohnbereiche oder auf Massentierhaltung ausweichen.
Unsere Arbeitsplätze gehen mit, die Rahmenbedingungen der Tierhaltung werden katastrophal und die Löhne sinken!
Das ist für mich Sozialabbau!
Daran sind nicht die bösen Politiker schuld
Daran ist auch (nicht nur) die globalisierte Welt schuld
Das ist alles durchaus systemimmanent
Das ist die Folge einer Welt der Gesetze, die wir so wollten – für die wir uns als Gesellschaft entschieden haben!

einer Welt der Gesetze ohne Mitgefühl

einer Welt ohne Liebe!!

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