Das Subjekt und die Piraten

09/08/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

ICH-Bezogenheit scheint mir mit Subjektivierung nicht viel zu tun zu haben. Ein Subjekt ist eher eine Zeitgestalt mit Erinnerungsbildern bei dem es ein z u g l e i c h gibt an Vergangenheit, Traum und Gegenwart. Und dadurch eine Form, die Brüche integriert, die das Geschäft des Anfangens beherrscht und energetische Integrität ermöglicht.

Dieses Subjekt lebt in der Moderne in einem Subsystem mit

zunehmender Differenzierung, welches immer mehr WISSEN anzuhäufen versucht. Seltsamerweise läuft aber gerade d i e s e s TUN darauf hinaus, dass sich die Komplexität der Lebenswelten erhöht. Mehr Erkenntisse führen nicht zu einem einfacheren System, sondern paradoxerweise umgekehrt zu einem System mit mehr Variablen in welchem sich das Subjekt sogar der Zirkularität der Erkenntnis ausgesetzt sieht.

In dieser Umwelt werden die Individuen gezwungen hochpräsent jederzeit grundlegende Entscheidungen zu treffen. Dies versetzt sie in einen chronischen Alarmzustand. Der Fluss ist abgehackt, Angst überschwemmt und läßt wegtreten in eine Medienwelt, die viele Angebote macht. Das Individuum hat nicht mehr genügend Kraft sein Maßsystem, seine Werte nach außen zu tragen. Es wird, ohne es wirklich zu merken, kolonialisiert. Es trifftet in einen Leerraum ab, in welchem auf den ersten Blick k e i n Wille geschieht, wo Freiraum herrscht. Welch ein fataler Irrtum. Einen besetzteren Raum als den Medienraum gibt es gar nicht!

Das macht auch die Partei der Piraten so sympathisch http://wiki.piratenpartei.de/Name und skuril zu gleicher Zeit.

Sie kämpfen nicht in der Unendlichkeit der Weltmeere für Freiheit, sondern in einem Raum, der Ökonomie per se ist, der durchdrungen ist von Macht. Der unbekannte Gott hat kein Gesicht, deshalb kann man ihm auch nicht wie vor 200 Jahren bei der französichen Revolution den Kopf abschlagen.

Gerade das fließende Bewußtsein der Teilhabe, den leichten Zustand der Trance, den sich die Menschen wünschen, in Gemeinschaften so leisten und von sozialen Netzwerken und anderen Medienwelten aufgeriffen wird, wird hier a u s g e n ü t z t , um den Ökonomie-Gedanken noch mehr in alle Lebensbereiche hinein zu tragen. Wo gibt es hier Freiheit? Hier passiert eine Entwürdigung des Individuums (die es nicht mal bemerkt) , gegen die man sich nicht genug auflehnen kann.

Es ist so abstrus, dass sich die einzige Kraft in unserer Gegenwart, die sich auflehnt, sich ihrer Ketten so gar nicht bewußt ist. Schade!

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