Slavoj Žižek, das Subjekt der Piraten

16/08/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der deutsche Realismus zeigte als erstes philosophisches System auf, dass unsere Realität nicht objektiv gegeben ist, sondern erst durch die aktive Teilnahme eines SUBJEKTS konstruiert wird.

http://www.youtube.com/watch?v=KvjGOncSyHM

Es gibt nämlich etwas, das der Realität vorausgeht und das ist nach Slavoj Žižek, dem brillianten slowenischen Philosophen das SUBJEKT

Und ich glaube, s e i n e Gedanken gehen der Realität der Piraten voraus und sie tun gut daran sich nicht im gegenwärtigen politischen System aufzuarbeiten.

Žižeks Texte kreisen um Identitäten, um Identitätsbildung und deren wechselnde Beziehungen zu den gesellschaftlichen Verhältnissen.

Lacan´s Konzeption des Anderen, über den sich das Subjekt erst konstituiert, ist wesentliches Grundelement auch der Gedankenwelt Žižeks . Nach Lacan gibt es einen „Vertrag“ zwischen dem „Ich“ und dem „kleinen Anderen“. Dieser Vertrag ist nichts anderes als die Sprache. So ist das Subjekt also nichts anders als ein Sprachwesen und die Sprache das Maß aller Dinge. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn durch diesen Gedanken wird das im Westen so wichtige Subjekt erst durch die symbolische Ordnung der Sprache geprägt und ist nicht per se gegeben.

Das Subjekt ist nicht das Machende, sondern das Gemachte. Das ist ganz fatal. Wie kommt man da heraus? Wir können doch das was unbedingt nötig ist, nämlich ein politisches Subjekt jenseits von Staat, Kultur und Identität zu konstituieren doch gar nicht zustande bringen. Aber genau das brauchen wir, um aus dem Dilemma heraus zu kommen!

Žižek träum zur Lösung dieses Dilemmas von einem Sprung!

Aber was meint er damit? Nun für ihn ist es eine ins Unbekannte hin drängende Lebensbeziehung, eine Befreiung zu Neuen hin, ein Weggehen aus dem kapitalistischen Weltsystems, dessen Zerfall er einfach mitdenkt.

Eines muss man sich klar machen: Für Zizek ist die Frage nicht: “ Wie bekommt man Macht und Einfluss in dem gegenwärtigen System, sondern gibt es einen Punkt außerhalb?

Und diese Frage hat es ja in sich, denn das Vermögen des gegenwärtigen Systems ist es, sich alles und jedes einzuverleiben.

Da kann ich nur zustimmen, war ich doch sehr verblüft, dass in Süd-China das 3000 jährige chinesische Kaiserreich und sogar die 50 Jahre Kommunismus es nicht geschafft haben, die Kulturen der multi-ethnischen Völker zu zerstören. Das kapitalistische System hat da kein Problem, was die anderen Systeme nicht schafften bringt es in kürzester Zeit, in ca 20 Jahren zustande.
https://kirkes.wordpress.com/2010/10/19/hello-world/

Zizek fordert die Piraten auf, die Unsicherheiten zu akzeptieren, nicht sofort Antworten zu geben, damit nicht zerstört wird, was noch gar nicht wirklich auf der Welt ist.

Recht hat er! Es ist besser diese Unsicherheiten zu akzeptieren, als sich zu früh dieser Auseinandersetzung zu stellen.

Und hier sind wir wieder bei den Piraten. Sie kämpfen für Freiheit im Internet und das tun sie mit einem gewissen Charme. Aber um wirklich etwas ändern zu können, müssen sie viel grundsätzlichere Fragen stellen und sich zum Beispiel Gedanken zu den Eigentumsrechten überhaupt machen. Mit solchen Fragestellungen kann man aber keine Wahlen gewissen. Alles womit man Wahlen gewinnen kann, hat etwas mit Belanglosigkeiten zu tun.

Es gibt meines Erachtens nur einen Ansatz der verfolgt werden kann. Wir müssen nicht alles neu erfinden. Die Trennung von Theorie und Praxis muss aufgegeben werden. Das ist altes chinesisches Gedankengut und hier können wir uns Anleihen holen: http://www.sueddeutsche.de/kultur/occupy-wall-street-streit-lasst-euch-nicht-umarmen-1.1174532

https://kirkes.wordpress.com/2012/06/16/chinesische-philosophie/

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