Papst Benedikt: Gerade er sprengt die Ketten der Tradition

12/02/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe ihn immer geschätzt diesen Papst,

https://kirkes.wordpress.com/500-jahre-abendland/benedikt-xvi/

der sich so von der Tradition getragen fühlte. Er hat etwas Reines in seinem Wesen. Es ging ihm immer darum, den Sachen auf den Grund zu gehen und nicht umsonst haßte er nichts so sehr wie „Dialogbesoffenheit“. Den Zeitgeist zu hofieren, das war seine Sache nicht. Eher war er der Überzeugung, die Kirche ist durch Jahrhunderte hindurch immer dieselbe. Er wollte die Kontinuität, er wollte b e w a h r e n. Mit dem postmodernen Realativismus konnte er nichts anfangen. Die Skepsis gegenüber dem Wissen, die von der Wissenschaftstheorie sselbst hervorgebracht wurde, lehnte er als Kind der Aufklärung ab. Für ihn war
Wissen k e i n soziales Konstrukt. Es war n i c h t von Menschen gemacht und die sogenannten Fakten musste man seiner Meinung nach eben n i c h t im gesellschaftspolitischen Kontext sehen, sondern sich in Liebe den Menschen zuwenden.

Er war niemand, der die Erfahrung gemacht hat, dass etwas, was völlig klar ist in einem anderen Kontext, mit einer anderen Betrachtungsweise völlig anders, aber gleichermaßen klar und wahr sein kann.

Aber genau damit hatte er es während seines Pontifikats zu tun, insbesondere im Umfeld des Mißbrauchs in der Kirche: http://www.sueddeutsche.de/politik/katholische-kirche-papst-benedikt-und-der-missbrauch-1.3100

Für Benedikt kamen die Antworten immer aus dem Gewissen, aus dem Innenleben, aus der Tradition, niemals aus dem aktuellen Drängen. Er mochte keine Beliebigkeiten und damit sicher keine Medien. So wie sein Vorgänger ein Mann des Bildes war, ein Medienpapst – auf vielen Reisen in Szene gesetzt, denn nicht zuletzt er bereitete den Zusammenbruch im Osten den Weg, so ist Benedikt ein Mann des Wortes. Schon seine Stimme ist angenehm. Seine Enzyklika zur „Liebe“ hat mich tief bewegt.

Die Abneigung gegen das Bild und die Hinwendung zum Wort, das hat sein Pontifikat geprägt. Das war der große Unterschied zu seinem Vorgänger.

Ich kann ihn gut verstehen, auch wenn s e i n e Werte nicht meine sind und ich den postmodernem Relativismus einiges abgewinnen kann. Wie kann er Papst sein in dieser Mediengesellschaft? Wie kann er die Kirche öffnen in einer Welt ohne Halt? Gorbatschows Perestroika führte zum Zusammenbruch seines Landes und gerade im Osten wird er dafür gehaßt. Revoulution, das wollte er nicht auf seine alten Schultern nehmen und seine Antworten reichten nicht für die Zukunft. Für mich hat es etwas Großes getan, dass gerade er, der Bewahrer, die Ketten der Tradition sprengte. Schade, dass ich ihn nie persönlich traf. Er war auch noch in hohem Alter auf der Höhe seiner Zeit.

https://kirkes.wordpress.com/2011/12/30/der-moderne-westen-und-die-vergesellschaftung-des-menschen/

Advertisements

Tagged:, ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Papst Benedikt: Gerade er sprengt die Ketten der Tradition auf Kirke's Blog.

Meta