Strukturwandel der Öffentlichkeit und Korrision der Demokratie

13/02/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Weshalb ist der Begriff der Öffentlichkeit so uneingeschränkt positiv besetzt und wird immer als urdemokratisch betrachtet? Eigentlich ist es doch so, dass die öffentliche Diskussion meist am Wesentlichen vorbei geht. Zudem steht in den neuen Medien alles gleichberechtigt nebeneinander. Der Laie äußert sich ebenso selbstgewiss wie der Experte. Und es ist eine gewisse Unberechenbarkeit im Gange, wie die junge russische Forscherin Anna Litvinenko schreibt:Niemand wusste im Dezember in Russland, worauf diese Schwarmbewegung aus dem Internet hinausläuft – man hatte keine Ahnung, was auf der Straße passieren würde.“

Das World Wide Web verändert die politische Kommunikation, schafft neue Räume zwischen Öffentlichkeit und Privatem und wirkt dabei auch auf ältere Medien zurück – das gilt für Russland ebenso wie für Deutschland: Was dort die webgesteuerten Proteste gegen Putins Wahlsieg waren, sind hier der Erfolg der Piratenpartei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 oder die Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg.

Erstmals hört sich das urdemokratisch an. Aber ist es das wirklich? Unsere Vordenker zu diesem Themenkreis Immanuel Kant und John Stuart Mill legen ein Veto ein.

Öffentlichkeit war für sie der Ort m i t dem die Dunkelheit des vorherigen Zeitalters vertrieben werden sollte. Hier lag die Hoffnung, die zur Aufklärung per se gehört.

Die Konkurrenz der Meinungen war für Kant und Mill ein entscheidender Faktor für die Fortentwicklung der Menschheit. Aber schon Mill hat, genau wie Toqueville auch die negative Seite dieser Öffentlichkeit im Blick und versuchte Vorkehrungen zu treffen vor allem vor der drohenden Gefahr der Tyrannei durch die Mehrheit.

    Schutz der Individualität, das war ihm sehr wichtig

Dabei hat ging er, genau wie Kant, von einem gebildeten Publikum aus, wenn er an „Öffentlichkeit“ dachte. Das war jetzt passiert, diese Entgrenzung, die die neuen Medien jetzt ins Spiel bringen, die haben unsere alten Theoretiker noch gar nicht mitgedacht.

Und auch der olle Habermas, der vor jetzt fast 50 Jahren unsere Intellektuellen begeisterte, hat hier noch nicht gegraben.
Es ist wirklich nötig, dies endlich mit einzubeziehen und kritisch über den Begriff Ö F F E N T L I C H K E I T nachzudenken.

https://kirkes.wordpress.com/2012/08/23/erosion-der-demokratie/

https://kirkes.wordpress.com/2012/12/28/assange-und-die-macht-der-bilder/


Die Piraten tun das leider nicht!

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