Money, Money, Money

29/06/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887323297504578579084043988450.html?mod=trending_now_5

Es vergeht in den letzten Jahren kein Monat und in manchen Monaten kein Tag an dem wir nicht ueber Rettungsschirme in Milliardenhöhe informiert werden und dabei in die sorgenvollsten Gesichter blicken oder ueber Geldpolitik, die die „Experten“ nicht mehr so recht im Griff haben ( sie oben). Dabei frage ich mich immer, w o r u m geht es eigentlich? Was bedeutet das fuer uns?

Und wie koennte das Ende der Krise erreicht werden?

In diesem Jahr zog der scheidende Chefökonom der BIZ, der Amerikanischer Stephen Cecchetti, eine persönliche Bilanz seiner Erfahrungen der vergangenen Krisenjahre.
Das Fazit seiner fünf Jahre als Chefökonom in Basel lautete: Geldpolitiker sollten stärker auf die Entwicklung von Geld- und Kreditmengen achten; sie müssten sich hüten, in Abhängigkeiten von Regierungen und Geschäftsbanken zu geraten; sie müssten über nationalen Gartenzaun schauen und auf internationale Wirkungen ihrer Politik achten und schließlich sollten Geldpolitiker nicht zu sehr auf die Rationalität der Teilnehmer an den Finanzmärkten vertrauen. All dies klingt nachvollziehbar, logisch und richtig.

Aber auch platt, denn In einem um das Jahr 1975 erschienenen Lehrbuch dürften sich diese Erkenntnisse allesamt finden

Viel wichtiger ist, dass In der Zwischenzeit all diese alten Erkenntnisse verdrängt und abgelegt wurden und warum das so ist.. Nunmehr, in der kompliziertesten Wirtschafts- und Finanzkrise, hat die Geldpolitik einerseits eine im historischen Vergleich vermutlich einmalig große Bedeutung erhalten. Gleichzeitig war sie sich ihres Wissens und ihrer Fähigkeit selten so unsicher wie heute.
Und dabei beraten die Wirtschaftswissenschaftlert die Politik am laufenden Band mit zweifelhafter Genauigkeit (siehe das Drama zum Rechenfehler
https://kirkes.wordpress.com/2013/06/23/der-rechenfehler/)

Die Produktion von Geld ist denn auch in einer Zeit, in der der größte Teil des Geldes nur mehr elektronisch, also als Bits und Bytes, existiert, keine Geheimwissenschaft. Es ist gerade ihr Erfolg in dem Vierteljahrhundert zwischen 1982 und 2007 gewesen, der die Geldpolitiker und ihre akademischen Berater unvorsichtig werden ließ. Zwar brachten sie die Inflationsraten auf historisch niedrige Niveaus und erfüllten damit ihren offiziellen Auftrag. Gleichzeitig erlaubten sie eine gewaltige Expansion der Mengen umlaufenden Geldes und Kredits, die Banken und andere Finanzmarktteilnehmer risikoreichen Geschäften ermunterten und die Preise für Immobilien und andere Vermögensgüter stark steigen ließen. Gewarnt hatten in den Jahren vor 2007 nur wenige Fachleute.

Die meisten akademischen Berater der Geldpolitik, und hier nicht zuletzt führende amerikanische Ökonomen, hielten das Studium der Entwicklung von Geld und Kredit für vorsintflutlich und das Studium der Finanzmärkte für sinnlos, da diese nach der dominierenden Lehre ohnehin so gut wie immer perfekt funktionieren sollten.

Und in Europa waren es gerade der Stabilitaets- und Wachstumspakt mit der einvernehmlichen Konspiration von Deutschland und Frankreich im Jahre 2003, der einfach hingenommen hat, dass sich die jetzt in der Krise befindlichen Länder ihrer Wettbewerbsfaehigkeit nicht stellen muessen.

Sie hatten gerade bei der Entwicklung der Lohnstückkosten einen bis zu 30 Prozent stärkerem Anstieg im Vergleich zu Deutschland seit Einführung des Euro. Zudem waren private und/oder öffentliche Schulden stark gestiegen, eine Entwicklung, deren Gefahr zunächst einfach geleugnet oder verdrängt wurde. Leistungsbilanzdefizite, Finanzierungsschwierigkeiten im privaten wie staatlichen Bereich und rasch ansteigende Arbeitslosigkeit waren die zwangsläufigen Folgen. Die gerade in einer Währungsunion dringend notwendigen Strukturreformen wurden schlichtweg verweigert.
Hatte man z. b in Spanien nicht längst gewusst, dass die starren Regulierungen des Arbeitsmarktes, die bis auf die Zeit der Franco-Diktatur zurückgingen, dringend beseitigt werden mussten? Erst als die Krise die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien über die 50-Prozent-Marke getrieben hat, erreichte die Erschütterung europaweit die Schmerzgrenze. Aber liegt nicht der Skandal bereits darin, dass die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen schon seit Jahrzehnten fast durchweg im Bereich von 25 bis 30 Prozent lag?
Und Frankreich? Frankreich braucht dringend einen neuen Staat der 50 Prozent seiner Wirtschaftsleistung schluckt.
Hier liegen die eigentlichen Probleme. Die globale Finanzmarktkrise und der anschließende Einbruch des Wachstums verschärften die Probleme nur. Das sind Wahrheiten, die man ansehen muss, bevor man die Frage nach der Solidaritaet stellt.
Das Problem ist ja gerade, dass die Probleme dieser Laender aufgrund der Waehrungsunion so lange unter den Tisch gekehrt werden konnten. Die Haerten der globalen Welt konnten verneint werden. Hier liegt das Problem!

Womit ich jedoch nicht sagen will, dass die suedlichen Laender alles nach dem Vorbild Deutschlands machen muessen. Sie koennen durchaus neue Wege gehen.
https://kirkes.wordpress.com/2013/06/18/3298/
Das geforderte Egalitaetsprinzip in der europaeischen Gemeinschaft erscheint das grundlegende Problem zu sein. WARUM muss ich da immer an Hannah Arendt denken?

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