Journalism under terrorism act

20/08/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Die schlimmste Gewalt liegt im Verbergen von Gewalt .
Es ist traurig, aber genau darin sind die westlichen Gesellschaften Meister!

Im Zweifelsfall, wenn es um ihre Macht geht, sind sie auch zu vielem fähig, was bisher nur Russland oder China auszeichnete.

www.theguardian.com/world/2013/aug/19/david-miranda-interview-detention-heathrow

In der letzten Zeit wurde enorm viel darueber diskutiert: „Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus“ jetzt muss man hinzufuegen: „bleibt die Pressefreiheit bestehen?“
Es ist unglaublich, wie die Grundrechte erudieren.

Der letzte Fall im Mutterland der Demokratie, in England:

Verhör auf dem Flughafen, zerschmetterte Festplatten im Redaktionskeller: Wie die britische Regierung mit dem „Guardian“ umgeht, ist einer westlichen Regierung unwürdig. Die Vorgänge belegen, was der Überwachungsskandal um den Whistleblower Edward Snowden schon nahegelegt hat – Journalismus wird in seiner Substanz attackiert.

Hätte das ein russischer Journalist aus dem Exil heraus enthüllt, so wäre der Skandal perfekt gewesen. In einer Überraschungsaktion wird sein Partner neun Stunden lang am Moskauer Flughafen festgesetzt – und mit Verweis auf Anti-Terror-Gesetze befragt, als wäre Journalismus Terrorismus. Geheimdienstagenten suchen die wichtigste, kritischste Tageszeitung des Landes heim und zwingen sie, das Material zum Skandal entweder herauszugeben oder zu zerstören. Die Zerstörung überwachen sie dann persönlich, im Keller des Redaktionsgebäudes.

Wenn in diesem Mutterland des angelsächsischen Journalismus der Staat nun Journalisten bedroht und Redaktionen zur Zerstörung von Recherchematerial anweist, steht das in einer Linie mit etwa dem Vorgehen der US-Regierung gegen Whistleblower wie Manning und Snowden.

Das ist gefährlich.

Dabei haben meines Erachtens die Journalisten in den letzten Jahren, Jahrzehnten nicht mal einen besonderes guten Job gemacht.

Wenige dieser hochbezahlten Damen und Herren prangerte die neue feudale Oberschicht an, die sich seit 1989 entwickelte. Eine Schicht, die in ausbeuterischer Absicht dem Adel vergangener Jahrhunderte in nichts nachsteht. Aber das ist eben nicht tagesaktuell, sondern bezieht sich auf langfristige Entwicklungen und darin ist die Berichterstattung fast nicht vorhanden.

Jetzt, da die Zutrittsschwelle zu den Medien durch web2.0 herabgesenkt wurde, gibt es viel Gedoens und Geklöne. Öffentlichkeit ist durchkommerzialisiert und sie verlieren ihre Privilegien. Und dabei haben sie hier mitgespielt, die letzten Jahrzehnte!
Die Jungen verabschieden sich von den klassischen Medien und ich auch.
Trotzdem ist das ein wichtiger Punkt. Wir brauchen die klassischen Medien mit ihrem langen Atem.

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