Die kleine große Kanzlerin

22/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Im NSA-Überwachungsskandal zeigte Angela Merkel alle ihre Schwächen: Überzeugungen und Führung? Fehlanzeige. Die Kanzlerin liebt den Erfolg und sie hat ihn auch. Aber sie könnte nicht erklären, welchem Zweck er dienen soll – außer ihrem Amtserhalt? Klar, sie hat erkannt, dass die Menschen ihresgleichen wählen wollen und keine Neuerungen mögen.

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Beruhigende Worte, Nähe, eine heimelige Kulisse. Bilder, Musik, alles vom Feinsten. Die wahre Botschaft transportiert sich über das vegetative Nervensystem. So machte es Seehofer in der Bayernwahl und so machte es auch die Kanzlerin. Die Botschaft im Wahlkampf lautete: „Nicht mal mit einer Daunenfeder werdet ihr belastet. Wir machens schon!“

Und die Message fiel auf fruchtbaren Boden! Genau das wollten die Wähler hören.

Aber war Das nicht trotzdem eine seltsame Botschaft, die da rüberkam? Für mich kommt das Bild oben der Wahrheit viel näher

Denn dass das Land sich derart ruhebedürftig fühlt um auf soetwas abzufahren, das läßt nichts Gutes vermuten. In stabilen Verhältnissen

    wächst

der Mut, etwas zu verändern, in instabilen klammern sich alle an das, was ist.

In Zeiten mit echtem Wachstum, einer voll und gut beschäftigten Bevölkerung mit geregelten Arbeitszeiten, etwa den frühen siebziger Jahren, war der Wunsch nach Veränderung groß. Es waren bewegte Zeiten. Kritik am Arbeitsplatz, an den bestehenden Verhältnissen, an den gesellschaftlichen Rollenverteilungen, am Geschlechterverhältnis. Alles wurde damals in Angriff genommen.

Heute ist das nicht mehr so. Die komplette Umwälzung aller Branchen durch die Digitalisierung, das Aufblühen von privaten Internetfirmen und staatlichen Überwachungsdiensten, das Wachstum der anderen, außereuropäischen Gesellschaften, das alles inspiriert nicht zu großen Veränderungen, es schüchtert eher ein und hält von Experimenten ab

Es ist doch seltsam:
Obwohl längst nicht alles als gerecht und schön empfunden wird, eint alle politischen Lager der Wunsch nach Stabilität und Besitzstandwahrung.“ Und jeder hat im Hinterkopf das Beispiel jener Länder, in denen die Krise voll durchgeschlagen hat, in denen der Staat die Schulden der Banken übernahm und wo auch immer die Regierung gewechselt hat, ohne etwas ändern zu können.

Der Glaube an eine bessere Zukunft, für die die Parteien streiten können, ist der diffusen Sehnsucht nach einer permanenten Gegenwart gewichen.“ Da sind wir jetzt angelangt.
Das zeigt das Wahlergebnis!

„Es haben sich so viele ungelöste und unfassbare Problem angestaut, dass jeder, der sich in dieses Terrain wagt, zum Scheitern verurteilt ist.“ Das ist auch noch so ein Gefühl, das sich durchgesetzt hat. Also bastelt man nur an den kleinen Problemen herum. Hierzu passt die Strategie der Bundeskanzlerin mit ihren Trippelschritten.

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