Die Krim, das Tor Russlands zum Westen

01/03/2014 § 3 Kommentare

Jauch redet in seinem Sonntagabend Talk über die Ukraine und wer ist zu Gast, natürlich wieder „Süßkind“ Marina Weisband. Sie heimst einen Applaus nach dem Anderen ein für ihre naiven Aussagen, die mich stark an das Gespräch mit Precht über liquid democracy erinneren:
https://kirkes.wordpress.com/2013/06/24/das-subjekt-und-die-liquid-democracy/

Immer diese undurchdachten Sachen! Naivität scheint Punkte zu bringen in unserem Mediensystem und das läuft ja zur Zeit wieder heiß. Ja klar, die Ukraine muß sich selbst finden und der Westen u n d Russland sollen sich heraushalten. So denken a l l e Gutmenschrn und solche, die dafür gehalten werden wollen. Was dabei herauskommt ist mal wieder das Drehen des Messers in der Wunde https://kirkes.wordpress.com/2013/08/31/fall-snowden-vom-drehen-des-messers-in-der-wunde-amerika-faz/
und d a s gefällt mir gar nicht!

Die Ukraine ist nicht die S c h w e i z! Sie ist pleite und braucht Hilfe. Sie steht kurz vor dem Staatsbankrott. Wie soll das Land sich selbst finden, wenn es in sich gespalten ist und HILFE braucht?nDer Westen ist gar nicht imstande und willens diese Hilfestellung zu leisten, die die gewalttätigen Aufständischen auf dem Maidan e r p r e s s e n wollen. Das ist doch das Problem und das Dilemma und nicht Russland!
Es waren nicht die netten Menschen auf dem Maidan, die den Umsturz bewirkten, es liegen handfeste Interessen dahinter!
Jedem der schon mal auf der Krim war sollte klar sein:
Russland hat Interesse an der KRIM, so starke Interessen wie die Christen am heiligen Land.
Da kann der Westen und allen voran Obama nur wieder dieses hilflose Bild abgeben. Und Russland bekommt die Rolle des Aggressors, was so auch nicht stimmt.

Es geht eben nicht nur um die strategische Bedeutung der Krim als Basis für die russische Schwarzmeerflotte. Die Halbinsel und ihre Hauptstadt Sewastopol gehören zu den großen nationalen Mythen Russlands. Hier durchbrachen die Zaren die Umklammerung der eisigen Meere, hier widerstanden ihre Soldaten englischen und französischen Expeditionstruppen, weißen Armeen, ihren Alliierten und der deutschen Wehrmacht.

An der Krim entlang zogen die orthodoxen Mönche, die im Gefolge einer byzantinischen Prinzessin der Kiewer Rus das Christentum brachten. Von hier aus nahm der Mythos von Moskau als drittem Rom seinen Ausgang. Bis hierher reichte über mehr als zwei Jahrhunderte das Glacis der russischen Großmacht. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die Krim und die Steppe, die ihr vorgelagert ist, wurden Ende des 18. Jahrhunderts das weithin sichtbare Zeichen dafür, dass das aus europäischer Perspektive so ferne russische Reich in den Kreis der kontinentalen Großmächte aufgestiegen war. Als Legitimation diente dabei das „Sammeln der Länder der Goldenen Horde“, zu denen auch das Khanat der Krimtataren gezählt wurde. Damit stellten sich die Zaren in die Tradition der Mongolischen Reiche, deren Herrschaft sie 300 Jahre zuvor abgeschüttelt hatten.

1783 nahm Fürst Grigori Potjomkin im Auftrag von Katharina die Halbinsel „von nun an und für alle Zeiten“ in Besitz. Dafür verliehen schon die Zeitgenossen der Zarin den Titel „die Große“. Denn sie hatte ein Sprungbrett nach Süden gewonnen, von dem Peter der Große nur hatte träumen können, als er bis an die Mündung des Don vorstieß. Nicht umsonst gab Potjomkin dem neuen Verwaltungszentrum der Krim einen sprechenden Namen: Sewastopolis – Stadt der Majestät.

1853 landeten britische, französische, piemontesische und osmanische Truppen auf der Halbinsel. Ihr Feldzug gilt als erster Maschinenkrieg der Geschichte, mit Panzerschiffen, Schützengräben, stählernen Geschützen und Schnellfeuerwaffen. Die umfassende Modernisierung des Reiches – unter anderem fiel die Leibeigenschaft – nahm vom Krimkrieg ihren Ausgang.

So wurde die Krim ein weitgehend russisches Land. Dass sie dennoch an die Ukraine kam, hat wiederum mit einer historischen Geste zu tun.

Russland kann die KRIM unmöglich gehen lassen, das müßte eigentlich der sonst so gefühlsduselige Westen verstehen.

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