Die Ambitionen des Jeff Bezos

20/03/2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Jeff Bezos polarisiert und er ist hochintelligent, wie Mark Zuckerberg auch.

Amazon CEO Bezos demonstrates the Kindle Paperwhite during Amazon's Kindle Fire event in Santa Monica

Der Gründer und Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Online-Händlers Amazon ist sicher ein Visionär. Traditionelle Händler hassen ihn, er treibt sie in den Ruin, da er in jedem Geschäftsfeld, in dem er mit Amazon aktiv ist, die Gewinnmargen kaputt macht. Die Börse liebt Amazon. Das Gleiche gilt für die Kunden, die sich über Niedrigpreise, billigen Versand und eine sehr großzügige Rückgabepolitik freuen.

Aber w o h i n führt der Drang nach immer mehr Effizienz?

Amazon feiert in wenigen Monaten seinen zwanzigsten Geburtstag. Bezos begann als Online-Buchhändler. Amazon hat sich auch in andere Geschäfte gewagt, etwa in die Unterhaltungselektronik mit der Kindle-Familie von Lesegeräten und Tabletcomputern sowie in die Informationstechnologie mit Amazon Web Services (AWS), einem Anbieter von Computerdienstleistungen. Wie sich Amazon mit diesen Engagements im Einzelnen schlägt, ist von außen kaum zu durchschauen, weil das Unternehmen nur in sehr aggregierter Form Finanzdaten preisgibt.

Klar ist aber, dass Amazon sich in allen Geschäften als sehr preisaggressiver Wettbewerber versteht, was dazu führt, dass der Konzern insgesamt unter dem Strich regelmäßig geringe oder gar keine Gewinne ausweist.

Mit Blick auf künftige Initiativen gibt sich Amazon traditionell ebenfalls sehr wortkarg. Und so wiegelt Bezos Fragen nach digitalen Fernsehempfängern (Set-Top-Boxen) oder Smartphones ab, die Amazon angeblich bald auf den Markt bringen will: „Ich hasse es, über Dinge zu sprechen, bevor sie fertig sind.“

Ungewohnt redselig ist Bezos mit Blick auf das wohl noch recht weit in der Zukunft liegende Drohnen-Projekt. Amazon-Pakete sollen in vier bis fünf Jahren von Drohnen ausgeliefert werden. Bestellungen sollen auf diesem Weg innerhalb von dreißig Minuten den Empfänger erreichen. Es ergibt einfach Sinn, und die Technik dafür ist relativ simpel.

Die größere Herausforderung sieht er darin, die amerikanischen Regulierungsbehörden wie die Flugaufsicht FAA auf seine Seite zu bringen, die einen solchen kommerziellen Einsatz von unbemannten Fluggeräten bislang noch nicht erlauben. Dabei gehe es vor allem darum, etwaige Bedenken zur Sicherheit und zum Datenschutz aus der Welt zu schaffen. Die nötige Überzeugungsarbeit sei auch der Grund, warum Amazon mit dem Vorhaben jetzt schon an die Öffentlichkeit gegangen ist: „Man kann so ein Projekt nicht ohne eine offene Kommunikation mit den Regulierern vorantreiben.“

Amazon setzt nicht nur in der Auslieferung auf Automatisierung, sondern auch in seinen Distributionszentren. So hat das Unternehmen vor zwei Jahren den Roboterhersteller Kiva gekauft, dessen Maschinen in Lagern zum Einsatz kommen und zum Beispiel ganze Regale direkt zu Mitarbeitern bringen können. Bezos schwärmt, dass die Kiva-Roboter die Amazon-Distributionszentren „ein ganzes Stück produktiver“ werden lassen. „Die Arbeitsplätze werden sich verändern.“

Aber auch AWS könnte einmal zum größten Geschäft von Amazon werden. Amazon hat AWS 2006 gegründet, seither hat sich die Sparte zu einem führenden Anbieter von Dienstleistungen rund um das sogenannte „Cloud Computing“ entwickelt.

AWS stellt Unternehmen und Behörden, die ihre Informationstechnologie in die Datenwolke des Internets („Cloud“) auslagern wollen, Computerkapazitäten in seinen Rechenzentren zur Verfügung.

Bei den IT-Dienstleistungen von AWS, begnügt sich Amazon zum Leidwesen seiner Wettbewerber mit niedrigen Margen. Bezos sagt zu seiner Preisstrategie: „Wenn wir uns hohe Margen erlauben würden, würden wir unserer Konkurrenz eine Chance eröffnen, uns anzugreifen.“

Amazon hat Zugriff auf viele Daten zum Einkaufsverhalten seiner Kunden, die Cloud-Sparte AWS bewahrt die Daten vieler Unternehmen auf. Es läge somit die Vermutung nahe, dass Amazon auch für den amerikanischen Geheimdienst NSA und seine Überwachungsprogramme eine attraktive Quelle sein könnte. Dennoch ist Amazon im Gegensatz etwa zu Google oder Facebook bislang nicht in die NSA-Affäre hineingezogen worden und stand zum Beispiel nicht auf der Liste von Unternehmen, die in das Spähprogramm Prism eingebunden sein sollen.

    Bezos will aber keine Garantie abgeben, dass Amazon niemals auf einer solchen Liste auftauchen wird. „Wenn Sie wissen, wie man das garantieren kann, dann stelle ich Sie ein.“

Ebenso wenig könnten Amazon oder auch andere Unternehmen mit Sicherheit sagen, dass Daten niemals bei Regierungen landeten. Schließlich hätten diese das Recht, Informationen mit richterlichen Anordnungen einzufordern. Bezos weist aber darauf hin, dass Amazon sich oft erfolgreich gegen solche Anordnungen zur Wehr gesetzt habe, zum Beispiel in Fällen, in denen Informationen über Bucheinkäufe verlangt wurden. „Aber am Ende des Tages können Unternehmen Regierungen nicht vorschreiben, was sie zu tun haben.“

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