Gedanken zum Journalismus in Deutschland

30/03/2014 § 2 Kommentare

Nein, es gibt keine ausreichend scharfe Definition des Begriffs „Populismus“, noch wohnt dem Begriff, so wie er verwendet wird, irgendeine Legitimität oder Moral inne. Diejenigen, die das Wort „Populismus“ routiniert gegen andere Menschen mit herabwertender Absicht verwenden, sind es meist selbst, wie in dem Fall unten Klaus Kleber.

Er gehört, wie der schneidige Lanz, dem politisch-korrekten Mainstream an, der aus dem sicheren Hinterhalt heraus, aus die Korrekten auf die von ihnen ausgemachten Unkorrekten, natürlich vollkommen „souverän“ und im Vollbesitze ihrer geistig-moralischen „Überlegenheit“, lustvoll schießen.

Dies tun sie ohne Skrupel!

Es gibt beim Zdf ( und nicht nur da) eine Herrscherallüre, die sich über die Jahrzehnte herausgeprägt hat, Jahrzehnte des Beschmusens mit der Macht. Und das Ergebnis sahen wir vor einiger Zeit: Ein Moderator, der sich über den „Minderwertigkeitskomplex“ einer tatsächlich im demokratischen Kontext problematisch kleinen Opposition lustig macht, und zwar in der Gewissheit, dass er, der schneidige Lanz, auf der Seite der Mehrheit steht.

Und auch Klaus Kleber machte es nicht anders im Interview mit dem Siemens-Chef, da dieser die Chuszpe hatte nach Moskau zu reisen, wo der Westen doch zusammenstehen muß.

Soetwas ist unerträglich und das Gegenteil von dem was Greenwald und der Guardian gemacht haben. Sie getrauten sich Machenschaften des größten Machtzentrums der Welt an den Pranger zu stellen und diese ZDF-Futzis meinen sich stark machen zu können, indem sie sich auf die Seite der Mehrheitsmeinung stellen.

Das ist der Grund, warum ich meine über Journalismus muß neu nachgedacht werden.

Denn das war der Kern, das Motiv, das eigentlich Verstörende an dem Auftritt von Markus Lanz – die Art und Weise, wie er sein Denken als das Denken der Mehrheit und als das einzig vernünftige und mögliche und wahre Denken präsentierte. Es war widerlich und mir war danach schlecht.
Was sich hier zeigte war, wie der Spiegel richtig schrieb, ein aggressiver Konformismus. Dieses fordernde „freche“, wie Lanz, aber auch Kleber es prâsentierte, sind ein Zeichen für den N i e d e r g a n g eines guten Journalismus und es entlarvt das gängige ZDF-Niveau. Da konnte ich mich der Forderung „raus aus meinen Rundfunkgebühren“ nur anschließen. Das hat nichts aber auch gar nichts mit Hetze zu tun, sondern nur mit dem Wunsch nach qualitativen Journalismus!

Und da nervt jetzt auch der Presseclub als Staatsjournalismus. Warum sehe ich deutlich, wie sie sich ins westliche Lager kuscheln, die ach so unabhängigen Zeitungsmenschen der großen Printmedien in unserem Land und der Mehrheit(!) der Deutschen meinen sagen zu müssen, dass sie das Problem mit Putin nicht verstünden, obwohl diese einfach keine Lust mehr haben sich willfährig der EU und dem ach freiheitlich gebärdeten F Ü H R E R der westlichen Welt, der einen Snowdon am liebsten für 50 Jahre ins Gefängnis werfen würde unreflektiert anzudienen.

Advertisements

Tagged:, ,

§ 2 Antworten auf Gedanken zum Journalismus in Deutschland

  • ausgesucht sagt:

    Journalisten sind, auch wenn sie es vehement von sich weisen würden, in letzter Instanz eben doch nur Diener des Staates…

    • Anthea sagt:

      Ihrem Auftrag vierte Kraft im Staat zu sein, erfüllt sie so aber nicht. Staatsdiener sollte eigenlich nur die Exekutive sein, schon zur Juristerei gehört eine Portion Unabhängigkeit. So ein Journalismus wie ihn diese Damen Herren auf die Bühne bringen, verdient aber nicht mal mehr den Namen Journalist. Pressefreiheit brauchen solche Leute auch nicht, weil sie sich eh nicht mit den Mächtigen anlegen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Gedanken zum Journalismus in Deutschland auf Kirke's Blog.

Meta