Mario Draghi, der Alchimist

24/01/2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Goethe war über zehn Jahre Wirtschafts- und Finanzminister am Weimarer Hof, und er hat sich mit diesen Aufgaben sehr intensiv befasst. Er hatte sein Ministeramt überhaupt nur deshalb erhalten, weil er schon vorher ökonomische Literatur studiert hatte. Und er war zeitlebens in Kontakt mit führenden deutschen Ökonomen der Zeit. In der Ursage ist Faust ein Alchemist und Mario Draghi kann nach seiner Ankündigung am 22.1.2015 durchaus in diese Riege gestellt werden!

2015/01/img_5368.jpg

Denn  eine Wirtschaft, in der die Papiergeldschöpfung eine zentrale Rolle spielt, kann man als eine Fortsetzung der Alchemie mit anderen Mitteln sehen. Und tatsächlich die angekündigten Papiergeldschöpfung führten zu einem magischen Anstieg der Kurse im ersten Quartal 2015

Nun kennzeichnet die Magie, dass etwas mühelos, ohne Einsatz geschieht und das sehr schnell und praktisch unbegrenzt. Statt aus Blei Gold zu machen, wird nun also in der magischen Welt des Mario Draghi Papier zu Geld.

 

In seiner Wette mit Mephistopheles setzt Faust die Zeit aufs Spiel. Die Zeit soll ihm verlorengehen, wenn er „den höchsten Augenblick“ erreicht. Den erreicht Faust, als er meint, dauerhaftes Wirtschaftswachstum, unbegrenzte Wohlstandsmehrung verwirklicht zu haben. Das ist der rote Faden, der sich durch die gesamte Tragödie zieht.

Ist das nicht wunderbar charakterisiert? Es wird Geld geschöpft, das helfen soll die Schulden der europäischen Staaten zu begleichen und parallel dazu kreist dieser Geldschaum in der Suche nach Profit um den Globus.

Dieses Geachehen hat unser Denken verändert! (Parallel dazu wurden so aber immer Kriege finanziert und verargumentiert). Dem Denken wird keine Beweislast mehr abverlangt, sondern nur noch Spielgeist! Die größte Rendite erwirtschaftet man an der Börse, wenn man ohne Erfahrungswissen und Zukunftsplänen schaut, ob die persönlichen Wetten aufgehen und ob man es schafft vor dem Zerplatzen der nächsten Blase rechtzeitig auszusteigen.

Ähnlich wie Mephisto sieht sich Mario wohl auch als „Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“‘.

Er erwartet, dass sein Geldregen die europäischen Probleme löst und auf dem ersten Blick tut es das auch.
Goethe  läßt im „Faust“ die drei wilden Gesellen Raufebold, Habebald und Haltefest auftreten. Sie stehen für nackte Gewalt, Gier und Geiz.

Und ja, ihr  Auftreten hat er gleich mit bestellt, der Mario Draghi. Denn was ist Raub denn eigentlich? Sich etwas anzueignen ohne sich die Mühe zu machen, es selber zu erwirtschaften. Die Menschen werden ausgeraubt und glauben in der besten aller Welten zu leben. Dabei werden sie mobilisiert wie nie zu vor und finanzieren den Krieg mit denen der Hegemon seine Vorherrschaft sichern will.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Mario Draghi, der Alchimist auf Kirke's Blog.

Meta