Konflikte im Kaukasus

24/09/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kaukasus ist eine Gebirgsregion, die etwa so groß wie Deutschland ist und ungefähr 22 Millionen Einwohner zählt. Hier sind nach dem Ende der Sowjetunion wieder eine Fülle von blutigen und kriegerischen Konflikten ethnischer, nationaler und territorialer Natur aufgebrochen, in die sich auch von außen von allen Seiten her kräftig eingemischt wird. Sämtliche Konflikte weisen weit in die Geschichte zurück.

In Georgien gab es mehrere Bürgerkriege. Sie sind derzeit zwar ruhiggestellt, aber nicht beigelegt. 

Abchasen, den Russen zugewandt, mit ihrer eigenen Fahne

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Abchasen

Georgien betrachtet bereits seit langem enge Beziehungen zur Nato und zur EU als wichtigste Garantie für Stabilität im Kaukasus.

Bei dem heiklen Konflikt in Berg-Karabach geht es um die Frage der endgültigen Zugehörigkeit dieses Gebietes zu Armenien oder Aserbeidschan. Aserbeidschan lehnt sich eng an die USA und die Türkei an. Lediglich Armenien – erbitterter Gegner Aserbeidschans im Karabach-Krieg – ist bislang noch halbwegs fester Verbündeter Russlands im Kaukasus.

Von besonderer Härte sind die Konflikte im Nordkaukasus. Hier lebt eine verwirrende Vielfalt zu Russland gehörender Volksgruppen. Sie ist auf der Erde einzigartig und zählt über 50 Gruppen. Dazu gehören auch die Tschetschenen. Wut und Hass auf Russland wurzeln tief. Das zaristische Russland hatte die Bergvölker in einem fast achtzig Jahre währenden Krieg mit aller Brutalität in seinen Herrschaftsbereich integriert, in großem Umfang vertrieben, gewaltsam umgesiedelt und letztendlich deportiert. Der Völkerfrühling nach der Oktoberrevolution dauerte nicht lange. Repressalien und Deportationen setzten sich in der stalinistischen Periode fort.

Danach wurde das Unrecht nicht ausreichend abgetragen. Die Völker des Nordkaukasus erlebten daher die Besetzung ihrer Heimat als gewaltsame Kolonialisierung. Nach dem Zerfall der Sowjetunion sind diese nicht gelösten Probleme wieder aufgebrochen und haben zu nationalistischen und separatistischen Bewegungen geführt. Diese Bewegungen sind wiederum in hohem Maße mitverantwortlich dafür, dass in ihrem Machtbereich missliebige Minderheiten unterdrückt, verfolgt und vertrieben werden. Die besondere Härte der Konflikte im Nordkaukasus und die Schwierigkeiten zu ihrer Lösung werden auch davon mitbestimmt, dass sich im Kaukasus vielfach uralte Traditionen (u.a. Blutrache, Sippenhaft, Kriegerethos, Tragen von Waffen) entweder zäh halten oder nach dem Ende der Sowjetunion wieder aufleben konnten. Selbstverwaltung und Zusammenleben gründen auf Stammes- und Clanstrukturen, die auch in der Sowjetunion nie ganz aufgebrochen werden konnten.

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