Ach Tbilissi!

02/10/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Unser Host Ika brachte uns an den Busbahnhof und wir fuhren mit der Marshutka in 3,5 Stunden für 10 Lari zwar holprig, aber eigentlich recht gut  ins 221 km entfernte Tbilisi, der Hauptstadt Georgiens. 10 Lari, das sind so 4 Euro..

Der georgische Name Tbilissi bedeutet so viel wie ‚warme Quelle‘, an den Hängen des Mtabori sprudelt bis zu 46,5 °C heißes, kohlensäurehaltiges Schwefel-Quellwasser aus der Erde, das schon seit Jahrhunderten in Badehäusern genutzt wird. Der in Deutschland gebräuchliche Name Tiflis wurde bereits im 13. Jahrhundert von deutschen Kartografen verwendet, aber heute heisst die Stadt offiziell Tbilissi.

1/3 der Georgier wohnen hier  und ein grosser Teil wuselte nach unserem erster Eindruck am Busbahnhof Okriba an der Metrostation Didube herum. An diese Athmosphäre mussten wir uns erstmal gewöhnenen. Der Sound dieser Stadt war ein großes Hupkonzert und der Rest ein grosses Durcheinander. Da uns unser neuer Gastgeber Nikolosz uns erst in einer Stunde abholen würde, hatten wir noch Zeit und standen bald vor einem sehr einfachen Lokal mit ein paar Tischen am Rande des Busbahnhofs. Natürlich sprach man kein Englisch, aber wir bekamen mit ein paar Worten russisch das, was so herumstand an der Theke: einfaches Essen,  gutes frisch gezapftes Bier und zur Feier des Tages sogar einen Schnaps (der heisst im Russischen auch so).

Wahrscheinlich hatten wir ne Fahne als uns Nikolosz mit seinem schicken Auto abholte und in ner halbstündigen Fahrt durch die mit Autos verstopfte Stadt zu unserer Wohnung im 7ten Stock  in einer gottseidank verkehrsarmen Strasse brachte. Das würden wir noch lernen wie wichtig das Auto für einen Georgier ist und wie wenig Rechte in dieser Stadt die „weichen“ Verkehrsteilnehmer haben, Radfahrer gibt es praktisch gar nicht und Fussgänger überqueren unter Lebensgefahr die Strasse. Aber angekommen in der Wohnung waren wir sehr angetan von dem super Blick über die Stadt von unserer Terasse  aus.

Bald danach zogen wir los und gelangten auf relativ verkehrsarmen Wegen in 20 min zur Rustaveli Ave, dem Herz der Stadt, das vor Verkehrslärm und Gewirr nur so kochte. Aber in einer Seitenstrasse gab es ein nettes Café, indem wir uns entspannen konnten. An der Metrostation Rustaveli holten wir uns dann eine Smartcard auf die man Geld bucht und von der alle Bus, U-Bahn und Selbahnfahrten dann abgebucht werden (das ist wirklich ein Super-System, das sie da implementiert haben). Wir schaften es sogar noch (Google Maps sei Dank!) in der Dunkelheit die richtige Buslinie zurück zu finden (leider lag die Wohnung doch mehr abseits, als ursprünglich angenommen. Als grösste Herausforderung des Tages stellte sich heraus, die zwei stark befahrenen Strassen bis zu unserer Wohnung bei Dunkelheit  zu  überqueren. Die Blechlawine hielt nicht an, wenn man sie zu überqueren versuchte und Fussgängerampeln und Zebrastreifen gab es nicht. Schliesslich schafften wir es beherzt doch. Aber die Statistik zeigt http://www.zukunft-mobilitaet.net/33215/analyse/verkehrssicherkeit-verkehrstote-weltweit-ranking-who/  wie gefährlich man als „weicher“ Verkehrsteilnehmer auf den Strassen von Georgien lebt. Wie geht es nur alten Leuten, die nicht mehr so gut laufen können in dieser  vom Verkehr und Smog dominierten Stadt in der der Autofahrer immer recht hat und in der teure Merceden zusammen mit unvorstellbaren Krachkisten  herumfahren.


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