Sighnaghi

06/10/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Wir verlassen Tbilissi erst einmal mit einer rasanten Taxifahrt (natürlich in einem Mercedes🤓) entlang der Schnellstraße aus dem Stadtzentrum heraus und die Millionenstadt zeigt uns nochmals ein anderes nun eher faltiges Gesicht – doch sehr schroff und schäbig.


Alte Hausfassaden konterkarieren die unter Saakashvili so favoritiersierte hypermoderne Architektur. Eine Polizeistation in der Optik eines Ufos rauscht vorbei. Stahl und Glas dominieren und dazwischen immer wieder diese vor sich hin bröckelnden Wohnblöcke der Tifliser Vorstadt-Siedlungen. Und doch ist es ein wildes Puzzle mit wundersamem Charme dieses Aufeinanderkrachen von kaukasischer Kultur und jüngster Geschichte, das uns fasziniert und auf die so unterschiedlichen Lebenswelten der Bewohner hinweist. Das alles findet sich auf kleinstem Raum ist doch Georgien nur etwa  so gross wie Bayern.

Wir fahren weiter durch die unterschiedlichsten Landschaften und sehr ärmliche Dörfer rauschen an uns vorbei. Am Strassenrand werden Obst und Schweinefleisch angeboten. Als wir nach etwa 2,5 Stunden durch die  Weinstrasse Kachetiens fahren wirkt alles etwas wohlhabender und bald darauf ist Sighnaghi erreicht. Es ist ein hübscher kleiner Ort, der auch in Italien liegen könnte, mit rund 2000 Einwohnern. Er befindet sich nur etwa 30 km vor der Grenze zu Aserbeidschan entfernt.

Die wieder über Airbnb gebuchte Wohnung mitten im Ort ist recht angenehm mit schöner Terasse, auch wenn das Haus von aussen uns erst einmal zweifeln lässt, ob wir da richtig sind. Leider sprechen Levan und seine Frau etwa so gut englisch, wie ich russisch und so radebrechen wir gemeinsam, um uns zu verständigen.

Aber die Gegend ist wunderschön! Da leider  kaum Wanderwege angelegt sind, müssen  wir improvisieren. Wir besuchen zu Fuss das ein paar Kilometer entfernt  liegende Frauenkloster Bodbe,eines der berühmtesten Klöster in Georgien. Hier wird die heilige Nino, die „Erleuchterin Georgiens“, verehrt. Sie starb um das Jahr 361 in Bodbe, wo sie in der kleinen, mit Fresken geschmückten Kapelle hinter der Kirchenruine begraben wurde. Die Ikone über der Eingangstür zeigt ihr Porträt. Nino missionierte Georgien und wird in der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche den Aposteln gleichgestellt.


An dieser kleinen Kapelle südlich des Klosters ist eine kleine Gruppe von Menschen zu finden, die an diesem Tag (die von einer Nonne ein Handtuch bereitgestellt bekommen) in dem  kalten Wasser innerhalb der Kapelle dreimal untertauchen wollen  in der Hoffnung ihre Krankheiten loszuwerden. Eine junge gut deutsch sprechende Georgierin mit ihren Freunden war eigens hierher gekommen um dies zu tun und versuchte mich zu überreden, das auch zu machen. Mir war jedoch die Schlange der wartenden Menschen zu lange und ein bisschen hygienische Bedenken hatte ich auch 🤔

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