Georgische Heerstrasse: Route über den Kaukasus

08/10/2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Es ist ein unglaubliches Gefühl an dieser Heerstrasse zu stehen, kurz vor dem Übergang nach Russland. Hier endete immer eine Welt und eine neue begann. Den Weg durch die Darielschlucht kannten schon die Alten als Karawanenweg. Es war die Verbindungsstrasse zwischen dem Orient und dem Westen und zeitweise hart umkämpft.

Darielpass

http://www.spiegel.de/reise/europa/kaukasus-unterwegs-auf-der-georgischen-heerstrasse-a-902594.html

Die georgische Heerstraße führt mit einer Länge von 213 km mitten durch den Großen Kaukasus, von Tbilissi bis zum russischen Wladikawkas oder halt umgekehrt. Heute ist sie mit hunderten russischer Fernlastzüge belagert, früher waren es die Karawanen und später die Postkutschen mit 6 bis 8 Pferden um die gewaltigen Höhenunterschiede (Kreuzpass 2379 m) zu überwinden.

Im  5. Russischen Türkenkrieg (1768 bis 1774) erlangte der Weg seine jetzige strategische Bedeutung und wurde somit in der Folgezeit ständig ausgebaut.


Im Zweiten Weltkrieg versuchte die 1. Panzerarmee der Wehrmacht im Herbst 1942 die Straße zu sperren, um den Nachschub für die sowjetischen Truppen nördlich des Kaukasus abzuschneiden und um dann selbst nach Georgien vorzudringen. Das gelang nicht so recht. Der Angriff blieb im Dezember 1942 vor Wladikawkas stecken, ohne dass die Straße tatsächlich erreicht wurde. 

 

Leider haben wir nur die georgische Seite der Heerstrasse gesehen, da wir nur bis Stepantsminda kamen. Das ist kein eigentlich hübscher Ort, aber es sind viele westliche Bergtouristen da. Man kann sich Mountain-Bikes für 15 Gel pro Tag leihen und natürlich auch Bergführer und Ausrüstung, um in 4 Tagen den Kazbek zu besteigen. Die russischen Laster fahren einfach durch ohne überhaupt anzuhalten oder harren tagelang am Strassenrand, wenn die Zollabfertigung mal wieder besonders lang dauert. Sie würden nicht mal nen Kaffee kaufen, erzählen die Einheimischen und so profitiert die Bevölkerung eigentlich nicht von dem Transit.


Hoch über Stepantsminda thront der Kazbek, der Berg an dem nach der griechischen Sage Prometheus angekettet war, weil er den Menschen das Feuer brachte und davor steht ein Kirchlein, die Gergetis Sameba. Zu Hunderten werden die Tagestouristen da hochgekarrt. Der unbefestigte Feldweg, der zur Kirche führt, ist in einem derart kathastrophalem Zustand, dass das Gerüttel und Geschüttel, welches auf der Fahrt zu ertragen ist, einem Martürium gleich kommt. Zu Sowjetzeiten gab es bereits eine Seilbahn, die Kirche und Stepanzminda verband. Sie wurde jedoch abgerissen, weil sich der Wallfahrtsort entweiht fühlte.
Die Landschaft ist für sich schon einzigartig und bedarf eigentlich keiner touristischen Highlighs auf dem Weg zur georgisch-russischen Grenze. Ach ja, beim Anstieg zum Kreuzpass (2379 m) gibt es  einen monumentaler Rundbau, ein Panoramamosaik, welcher einst die „Verbundenheit“ Georgiens mit den Völkern der Sowjetunion symbolisieren sollte.  Die Farben verblassen allmählich wie jene Art von Verbundenheit aus dem Gedächtnis der Menschen verschwindet.


Direkt am Kreuzpass steht noch ein  Obelisk aus dem Jahre 1795. Auf dem Stein befand sich früher ein Kreuz ( http://www.geo.de/reisen/community/bild/156495/Kreuzpass-Georgische-Heerstrasse-Georgien ), das war einst der Namensgeber für den Pass. Wenige Meter entfernt, erinnern heute einige Grabsteine an das Schicksal deutscher Kriegsgefangener, Opfer des Zweiten Weltkrieges.

 

Oberhalb des Shinwali-Stausees, nur ca. 45 km von Tbilissi entfernt, liegt die Festung Ananuri (17. Jhd.). Sie besaß einst große strategische Bedeutung und trotzte erfolgreich den persischen und osmanischen Invasoren. Die Festung beherbergt zwei Kirchen: Die ältere Erlöser-Kirche und die 1689 erbaute Mariä-Himmelfahrt-Kirche. Vor allem letztere weist reichlichen Reliefschmuck auf.

Schön ist auch die ehemalige Poststation Gudauri (2196 m) von der aus schöne Wanderungen gemacht werden könnten. Von hier ab windet sich die  Strasse in Serpentinen hinab in das Tal des Weißen und Mtiuleti-Aragwi. Der Aragwi mündet bei Mzcheta in die Kura.

Zwischen der Passhöhe und Kobi hinterlässt eine der zahlreichen Quellen seit Urzeiten mineralische Ablagerungen, inzwischen ein Pamukkale im Kleinformat. Das farbgebende Element dürfte wohl Eisen sein.

Wir haben jetzt im Oktober noch viele Herden in den Bergen gesehen, machmal bewacht von den grossen Hunden, denen man nicht zu nahe kommen möchte.

http://www.kaukasische-post.com/?p=1056

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