Die Lügen der Eliten

11/02/2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Lüge 1 : Wir leben in der besten aller Welten

In Frankreich der Geburtsstätte des „Liberté, Égalité, Fraternité“ ist die Unzufriedenheit und die Wut der Menschen über ihre Politiker und die etablierten Parteien seit Jahren groß. Die gesellschaftliche Spaltung ist enorm, die Arbeitslosigkeit verharrt auf einem hohen Niveau und die Armut in grossen Teilen der Bevölkerung steigt an. Doch anstatt diese Probleme anzugehen, setzt die vermeintlich linke Regierung – unter Aushebelung des Parlaments und per Dekret – sogenannte Arbeitsmarktreformen nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010 durch, die zusätzliche Verschlechterungen für die ohnehin schon ärmsten Teile der Bevölkerung mit sich bringen.

Für die Präsidentschaftswahl im April 2017 kündigt sich so eine weitere Anti-Establishment-Wahl, diesmal der französischen Wähler, an und dies mit weitreichenden Folgen für Europa. Die Vorsitzende des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, gilt für die Stichwahl um das Präsidentenamt als schon gesetzt.  Es bleibt ein va banque Spiel,  ob Frankreich im letzten Augenblick die Kurve kriegt. 


Die Quintessenz der Analysen zu den USA und zu Frankreich ist ebenso simpel wie logisch: Die Menschen sind es leid, fortwährend GEGEN die Politik derjenigen ankämpfen zu müssen, die sie in die Parlamente gewählt haben.

Jegliche Beteiligung, die diese Demokratie für ihre Bürger angeblich vorsieht, wird solange durch Siebe gegossen, verzerrt, ignoriert, umgebogen und ins Gegenteil verkehrt, bis vom eigentlichen Inhalt nichts mehr übrigbleibt und die Politik munter nach eigenem Gutdünken durchregieren kann. 

Auf der anderen Seite des Rheins hallen uns die  „Deutschland-geht-es-gut“-Rufe der Eliten noch in den Ohren.  Tatsächlich sind seit Einführung der Agenda 2010 sagenhafte 14,5 Mio. Menschen schon mindestens einmal auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen gewesen. Die Tafeln stoßen vielerorts an ihre Kapazitätsgrenzen und müssen Bedürftige abweisen. Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen, Leistungsdruck, Lohnhöhe – alles gerät mittels der permanenten „In-Konkurrenz-Setzung“ auf eine Rutschbahn nach unten, die sich bis weit in die sogenannte Mitte hineinzieht

Wer heute noch einen festen Job besitzt, kann schon morgen diese Arbeit verloren haben. Ist es unter diesen Voraussetzungen nicht völlig verständlich, dass ein großer Teil der Bevölkerung bezüglich seiner persönlichen Zukunft verunsichert ist und sich nicht nur, wie ständig öffentlich behauptet, verunsichert „fühlt“? 

Lüge 2: Die Parteien der Mitte garantieren Demokratie und kümmern sich um die Interessen der Menschen
Alle für die Menschen existenziellen Themen haben die etablierten politischen Parteien seit Jahren und Jahrzehnten stets zuungunsten des ärmeren Teils der Bevölkerung behandelt, sie haben diesem nahezu nur Zumutungen und Verschlechterungen ihres Lebens angeboten. Unabhängig davon, ob sie nun als konservativ-rechte Parteien wie CDU/CSU eine mehr oder minder offene wirtschaftsfreundliche Politik verfolgt haben oder als vermeintlich linke Parteien wie SPD oder Grüne das Thema einer sozial gerechten Gesellschaft im Munde geführt haben, in Politik umgesetzt haben sie – immer mit dem Blick auf den bedrohlichen Globalismus – davon nichts. 
In meinen Augen sind dadurch die beiden großen politischen Strömungen der Nachkriegspolitik  krachend gescheitert. Die rechte, konservative, weil sie einfach nur das ist, was sie ist: eine Vertreterin und willfährige Handlangerin des Finanzkapitalismus amerikanischer Prägung. Und die sozialdemokratisch linke, weil sie eben genau das nicht ist, was sie stets und immer wieder sehr wortreich verkündet: eine Vertreterin und Kämpferin für die Rechte und Interessen des ausgelieferten Teiles der Bevölkerung, der Armen, der Arbeitslosen, der normalen Arbeiterschaft, der Alten und Kranken.

Aber auch in jedem normalen Job ist es so: Der Spaß geht nach oben und die Demütigung nach unten.
Die Verlohnarbeitung führt zu einer Art Versklavung. Schon zu Beginn der Vergesellschaftung des Menschen war es so und  das Babbageprinzip mit seiner funktionalen Zerlegung führte zu einer Verdinglichung der Menschen. Der Fabrikarbeiter mit seiner Reduzierung auf einfachste Tätigkeiten war im Vergleich zum Handwerker schon eine niedergeführte Existenz. Und jetzt kommt der nächste Schritt: die Auswertung des Content durch intelligente Maschinen. Jetzt sind nicht mal mehr die Gedanken frei. In den riesigen Datenmengen ist klar erkennbar, was wir tun, denken und fühlen. Damit wird ein Machtinstrument ungeheuren Ausmaßes frei: ein nun möglicher Dreiklang aus Informations-, Gefühls- und Verhaltenskontrolle. Damit ist eine Steuerung möglich, die den Menschen in neuer unvorstellbarer Weise versklavt. 

Das linksliberale Gedankengut einer Frau Merkel ist passgenau für diese vom  globalen Finanzkapitalismus gesteuerte Entwicklung!
Lüge 3: Dieses System ist zukunftsfähig

Merkel und die unschönen Bilder:

http://www.dropbox.com/s/xi7knhwv94x17xd/Merkel%20und%20die%20unsch%C3%B6nen%20Bilder.pdf?dl=0

Es ist seltsam, genau das linksliberale Gedankengut passt so gut zum Kapitalismus. Dazu passen auch die Aussagen über die Integrationsfähigkeit der Flüchtlinge. „Integration“, sagt die Willkommenskanzlerin, „Integration ist das Wichtigste!“ Diese Integrations-Illusion gehört zum Weltbürgerkonzept der Eliten. Was diese Integration mit den einfachen Menschen macht, welcher Überforderung sie nun ausgesetzt sind, interessiert sie nicht. „Das Ass“ der Kanzlerin ist ja ihre Bindungslosigkeit, damit rührt sie nun schon mehr als 10 Jahre  im melting pot der Völkergeschichte. Deutschland ist in ihren Augen gut regierbar, eine Untertanenkultur mit verlässlichen Tabus, hier können noch einige Zumutungen hinzufügt werden. Kleine Störfeuer nahm sie ja eh in Kauf, die sturmerprobte Kanzlerin.  Was sie bisher nicht im Blick hatte, waren jedoch die  innerdeutschen Flüchtlinge aus Merkelland ins AfD-Ghetto,  die politisch heimatlos gewordenen Deutschen! Mit beschnittenen Wurzeln greifen sie nun ein.  „Veränderungen“, wie sie Merkel propagiert, werden nun als leer empfunden.

Und leer sind sie ja, denn gerade die Merkelpolitik kennt keine Utopie, sagt nie wohin die Veränderung führen soll, die sie uns als alternativlos zumutet.

 
Lüge 4: Wir leben in Sicherheit

Gerade die der deutschen Politik entflohenen Wähler nehmen  die wachsende Rechtsunsicherheit in Deutschland und Europa und die Erosion der Verfassungswerte stark wahr. Vertrauen ist Schwerstarbeit, und, das ahnt die Merkel-Politik nicht einmal, Vertrauen lebt von der Risikobereitschaft des Stärkeren. Wer die Macht hat, der fängt an. Vertrauen ist Wagniskapitel. Das Kommando „Flüchtlinge schneller integrieren!“ ist dagegen ein Marschbefehl mit menschenverachtendem Beiklang. 

Tatsächlich leben wir in einem sehr fragilen System, denn das von Merkel hochgehaltene System der „freien Welt“ von dem die Pax America sich gerade verabschiedet, ist durch den Finanzschaum, durch die Finanzströme, die um die Welt kreisen und nach Profit suchen, charakterisiert. Was ist, wenn sie keinen Profit mehr finden? Dann investiert niemand mehr. Das ist gefährlicher, als der Protest der Unterschicht. Ist es nicht sinnvoller die Volkswirtschaften wieder mehr zu entflechten und so den Menschen eine gewisse Daseinsfürsorge zu ermöglichen, als sie weiter in den globalen Wettbewerb zu treiben? 

Wir haben in den vergangenen Jahren schon viele Einbrüche gesehen. Die Pesokrise, Thailand am Abgrund, Staatsbankrott in Venezuela und vieles mehr. Und nun  im Zeitalter der Digitalisierung ist es möglich Ländern, die am Abgrund stehen, die finanziellen Mittel in Sekundenschnelle zu entziehen. Die Krisen werden also an Tempo zunehmen. Wollen wir das?

Die modernen Geldverhältnisse haben die ständischen Hierarchien der vormodernen Gesellschaften abgeschafft, das war durch sinnvoll. Aber sie haben auch neue entstehen lassen und diese sind weit schwerer zu bekämpfen als dir alten. Sie zwingen den neu entstandenen Gesellschaft ihre Taktung auf.  (4. Gewalt siehe Joseph Vogl: http://youtu.be/7LiEqkkX9-Q ) und versklavt sie indem sie ihre Zeit verschlingt.

Es wird immer deutlicher dieses System verzehrt uns und mit ihm werden wir das 21. Jahrhundert nicht überstehen.

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