Buchempfehlung: How Edward Snowden went from loyal NSA contractor to whistleblower

02/02/2014 § Hinterlasse einen Kommentar

http://www.theguardian.com/world/2014/feb/01/edward-snowden-intelligence-leak-nsa-contractor-extract?CMP=twt_gu

Liest sich wie ein Krimi …

« Den Rest dieses Eintrags lesen »

Advertisements

Unter Kontrolle oder „Morgen werde ich Idiot“

14/01/2014 § Ein Kommentar

Kurz nach den Snowden-Enthüllungen tippte ein in Wisconsin lehrender Philosoph http://wp.me/p18Mm2-18w unter dem Namen NeinQuarterly, lakonisch die Worte „Foucault, dude“ in sein Mobiltelefon. Der französische Philosoph Michel Foucault hatte tatsächlich 1975 bereits alles wesentliche gesagt, was man jetzt wissen musste, in seinem Buch „Überwachen und Strafen“, ein Buch so schwarz, dass sich Célines Menschheitsbeschimpfung „Reise ans Ende der Nacht“ dagegen wie ein Sonntagsspaziergang ausnimmt.

Foucault analysiert, wie am Ende des 18. Jahrhunderts mit Beginn der Moderne der Mensch neu erfunden und fabriziert wird: nicht etwa als der Träger von gleichen Rechten, als Subjekt von Freiheit und Selbstbestimmung, diese aufklärerischen Ideale seien nur Überbau, Formalien, Tand. Entscheidend sei, „das Problem des Eintritts des Individuums (und nicht mehr der Spezies) in das Feld des Wissens“. Entscheidend sei, dass durch Aufzeichnungs- und Registrierungsverfahren, Überprüfungs- und Überwachungsmechanismen das Individuum zum „berechenbaren Menschen“ werde, erzeugt von einer „Mikrophysik der Macht“, die in ihrem disziplinarischen und kontrollierenden Zugriff auf den Menschen das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft garantiere.

« Den Rest dieses Eintrags lesen »

Automatisierung der Arbeitswelt!

02/11/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Wir halten uns an Stanislaw Lem, sagt Frank Rieger, der zusammen mit Constanze Rieger ein Buch über Automatisierung schrieb. Arbeiten, die von Maschinen getan werden können, sollten von Maschinen erledigt werden.
Viele Berufe wurden im 20igsten Jahrhundert automatisiert, denen man heute nicht nachtrauern muss, die zumindest hierzulande auch nicht mehr akzeptiert würden. Es geht nicht um Ablehnung der neuen Technik, es geht darum den Wandel zu gestalten.

Der ehemalige Wirtschaftsminister Michael Glos, der gerade mit 68 Jahren aus dem Bundestag ausschied, war Müllermeister. Als er jung war, brauchte man für tausend Tonnen Getreide am Tag noch 400 Müller. Das ist eine Arbeitergeneration her.
Um heute tausend Tonnen Getreide am Tag zu mahlen, braucht man 5 Müller.Die sitzen in einer Steuerzentrale und arbeiten in vier Schichten. Es sind dort allerdings noch mehr Leute beschäftigt, die sich um Qualitätssicherung kümmern und bemerkenswert viel forschen!

Die Vorstellung, dass etwas nur Menschen könnten, ist sehr verbreitet. Wir halten uns für individuell und unersetzbar. Das ist ein Trugschluß. Die Einsicht darin, wie sehr Arbeitsprozesse heute von Effizienzanforderungen getrieben werden, fällt schwer. Die meisten Menschen ignorieren die ökonomischen Zusammenhänge der Dinge, mit denen sie zu tun haben.

« Den Rest dieses Eintrags lesen »

Eine Frage der Souveränität!

10/07/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Wird die Zusammenarbeit der Auslandsgeheimdienste bewusst genutzt, um die deutsche Gesetzgebung zu umgehen?

In der Debatte über die Zusammenarbeit der deutschen und der amerikanischen Nachrichtendienste ist ein Blick in das Buch „Der Dienst“ recht hilfreich. Sein Verfasser ist Reinhard Gehlen. Er schreibt in seinen Erinnerungen: „Am 1.7.1949, dem Beginn des amerikanischen Budgetjahres 1949/1950, übernahm die CIA unsere Betreuung.“ Gemeint ist die Organisation Gehlen (OG), die – 1946 vom amerikanischen Militär gegründet – erst 1955 als Bundesnachrichtendienst in den westdeutschen Staat eingegliedert wurde.

Von 1950 an erlaubte die Central Intelligence Agency der OG, nachrichtendienstliche Erkenntnisse mit Bonn zu teilen. Aus Sicht der amerikanischen Dienste ist es wohl seltsam, die gegenwärtige deutsche Debatte, welche durch die Enthüllungen Edward Snowden in Gang gesetzt wurde, zu verfolgen: In den Anfangsjahren bestimmte die CIA darüber, wie der deutsche Nachrichtendienst mit dem westdeutschen Staat kooperieren durfte. Heute freilich ist Deutschland souverän. Oder nicht?

Offizielles Statement:
Der BND sei Recht und Gesetz, dem BND-Gesetz und dem G-10-Gesetz verpflichtet. Er müsse zudem dem Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) Auskunft geben.

„Die Bundesrepublik hat durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag ihre volle Souveränität wiedererlangt. Das markiert das Ende der Nachkriegszeit. Es gibt keine Einschränkungen dieser Souveränität.“

Mit dem letzten Satz beantwortete Seiber indirekt auch eine Frage, die er zuvor offen gelassen hatte. Über „mögliche Absprachen“ der geheimdienstlichen Zusammenarbeit werde nur dem PKGr berichtet – das sei „der Bundestag, das ist die gewählte Vertretung unseres Volkes“, hatte er zunächst gesagt.
Die Frage, die im Raum steht ist: Ist der Zwei-plus-Vier-Vertrag durch einen Geheimvertrag begleitet , der Washington auf deutschem Boden Tätigkeiten zugesteht, welche die Souveränität der Bundesrepublik berühren?

Der 1990 geschlossene „Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland“ veränderte die Rechtslage, wenngleich nicht vollumfänglich, denn internationale Verträge wie das Nato-Truppenstatut von 1951 und das Zusatzabkommen dazu von 1959, das die Rechtsstellung von Nato-Truppen in der Bundesrepublik regelt, galten freilich fort.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, dem das für Spionageabwehr zuständige Bundesamt für Verfassungsschutz zugeordnet ist, sagte in der gleichen Bundespressekonferenz, das Truppenstatut enthalte „keine Rechtsgrundlage, nach der Entsendestaaten Kommunikation in Deutschland überwachen dürfen“.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte indes mit Bezug auf Recherchen des Freiburger Historikers Josef Foschepoth über einen vertraulichen Briefwechsel Bundeskanzler Konrad Adenauers mit den Westalliierten berichtet, in welchem er ihnen die Kommunikationsüberwachung zugestand.

Später dann – nach der Verabschiedung des G-10-Gesetzes von 1968, das die Kommunikationsüberwachung durch deutsche Stellen in engen Grenzen regelt – seien Verwaltungsvereinbarungen Bonns mit den drei Westalliierten getroffen worden, in denen geregelt worden sei, dass die alliierten Auslandsgeheimdienste im Interesse der Sicherheit ihrer Streitkräfte BND und Verfassungsschutz um Brief-, Post- und Fernmeldekontrollen ersuchen konnten.

Den Amerikanern sei 1968 zudem in einer Verbalnote zugesichert worden, dass eine Generalklausel aus Adenauers vertraulichen Briefen, wonach im Falle einer unmittelbaren Bedrohung der Streitkräfte „angemessene Schutzmaßnahmen“ ergriffen werden könnten, ihre Gültigkeit behalte. Der Sprecher von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrichs (CSU) verwies nun darauf, dass Verwaltungsabkommen zwischen der Bundesrepublik und den drei Westalliierten, die sich auf das Statut bezögen, zwar noch in Kraft seien, faktisch aber keine Bedeutung mehr hätten: „Seit der Wiedervereinigung, also 1990, sind in der Praxis der Nachrichtendienste keine entsprechenden Ersuchen mehr von den drei Westalliierten an Deutschland gestellt worden.“

Nun ist die Kooperation der Nachrichtendienste und die Frage, ob die Zusammenarbeit der Auslandsgeheimdienste bewusst genutzt wird, um die deutsche Gesetzgebung zu umgehen, nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Tätigkeit amerikanischer Dienste, welche nicht der Kooperation dienen, sondern, wie soll man sagen: dem Wettbewerb oder dem Angriff? In diesem Kontext sei Seiberts Antwort auf die Frage erwähnt, ob es eine Differenzierung gebe zwischen dem, was „unsere Freunde auf unserem Territorium“ machten, und dem, was „unsere Freunde auf ihrem Territorium, aber mit unseren Daten“ machten: Er könne diese Frage an dieser Stelle nicht beantworten, sagte er, „das muss ich leider sagen“.

Weil es also viele offene Fragen hinsichtlich der rechtlichen Grundlage amerikanischer Dienste in Deutschland gibt, fordert Thomas Oppermann, der SPD-Fraktionsgeschäftsführer und Vorsitzende des PKGr, die vorsorgliche Aufhebung aller Altvereinbarungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. „Sollte es danach einen Bedarf geben, die Zusammenarbeit der Dienste zu regeln, sollten Berlin und Washington auf Augenhöhe verhandeln“, sagte er dieser Zeitung. Es sei legitim, die eigenen Streitkräfte in Deutschland zu schützen, aber daraus womöglich abzuleiten, man könne alles abhören, sei es nicht.

Dass es offenbar kein geheimes Grundsatzabkommen zwischen Berlin und Washington über die Kooperation der Dienste gibt, heißt im Übrigen nicht, dass es keine geheimen Vereinbarungen zwischen den Diensten gibt. Leute, die mit der Materie befasst sind, verweisen darauf, dass es immer wieder zu Ad-hoc-Vereinbarungen und punktuellen Memoranda zwischen amerikanischen Nachrichtendiensten und ihren deutschen Counterparts komme, die der Geheimhaltung unterlägen und nur dem PKGr berichtet würden.

Wissenschaftskritik: Viktor von Weizsäcker und das Subjekt

09/04/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Für mich gehört der medizinische Ansatz von Viktor von Weizsäcker nicht zu den „Alternativmedizinen“, die ich durchus kritisch betrachte, da sich hier soviele Scharlatane herumtreiben, sondern um einen anderen philosophischen Ansatz.

Im Unterschied zur herkömmlichen Medizin, geht es bei ihm nicht um die Behandlung von Krankheiten, sondern um die Behandlung des kranken Menschen. Der Patient ist nicht mehr das Objekt, sondern der Arzt tritt dem Kranken als Subjekt in eine persönliche Beziehung ein.

Zu Viktor von Weizäcker (1886- 1957) fallen mir eigentlich nur die beiden Attribute Vielfalt und Exzellenz ein. Hat er doch das S U B J E K T in die Medizin eingeführt und dieser Prozess ist meiner Meinung nach aktueller denn je. Sieht sich die Medizin gerade in unseren Tagen an Grenzen stoßend, die es nötig machen, das naturwissenschaftliche (= objektive) Heranangehen zu hinterfragen und nach neuen Wegen zu suchen. Natürlich wird es weiterhin nötig sein, nach viktor von weizzäckerobjektiv gültigen bestimmbaren medizinischen Diagnosen zu suchen, aber bei dem Heilungsweg spielen eben doch ganz andere Gesichtspunkte eine Rolle und die sind nicht immer im alten Sinne „objektiv“ (d. h. unabhängig von der bestimmten Person). Viktor von Weizsäcker beschäftigte sich intensiv mit diesem Phänomen. Er war Arzt mit Leib und Seele und fragte sich immer, arum ein Heilungsweg bei einem Patienten an-schlägt und bei einem anderen nicht.

Seine berühmte Fragestellung ist:

WARUM bekommt gerade d i e s e r Mensch diese Krankheit?

« Den Rest dieses Eintrags lesen »

das ausgeuferte Egalitätsprinzip und Hannah Arendt

03/04/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Hannah Arendt führt in ihrem Werk wissenschaftlich fundiert aus, wie das IDENTISCHE, die E i n m ü t i g k e i t aller im Politischen (wie sie z. B. im linken Gedankengut aus der theoretischen Reflexion erzeugbar sein soll) die totale Herrschaft gerade initiert, i n d e m sie den Unterschied zwischen Herrschern und Beherrschten abschafft!
Für sie ist das ausgeuferte Egalitätsprinzip der Moderne, d. h die immerwährende Suche nach dem Identischen,
die Ursache für den totalitären Staat und somit auch verantwortlich für die misslungenen politischen Experimente im 20igsten Jahrhunderts
sowohl links als auch rechts ..

So sagte Hitler z. B. vor seinen Kohorten: „Alles, was ihr seid, verdankt ihr mir, alles, was ich bin, verdanke ich euch“.
das ist ein w a h r l i c h gefährliches Komplott!
Das gefährliche ist n i c h t die Machtausübung (oder der Wille zur Macht) eines Individuums, das den Untertanen seinen tyrannischen Willen aufzwingen will,
So einfach ist die Sache nicht!!!!!!!!!!
Das wirklich Gefährliche ist, dass der totale Führer n i c h t s anderes ist, als der Exponent der von ihm geführten Massen

Hannah Arendt ist der Meinung, dass überall da wo die grundlegende Idee dahin geht, die V i e l f a l t, die Meinungsvielfalt zugunsten einer Einheitsmeinung abzuschaffen, dass es an dieser Stelle gefährlich wird!
Denn was ist die „Masse“ anders als Vereinheitlichung?Ist es nicht der kleinste gemeinsame Nenner aller?

Arendt tritt dafür ein, Institutionen zu schaffen, die ein Gerüst geben für die Aufnahme unterschiedlichster Meinungen.
Sie geht somit nicht von einer bestehenden Wahrheit, sondern von einer immerwährenden W a h r h e i t s s u c h e aus
(und lässt damit Raum für E m e r g e n z , für die Entsteheung von Neuem)
Und genau da trifft sie sich mit Nietzsche, der ja auch den Kreativen, die Künstler losschickt oder besser gesagt denjenigen, der in Weiterentwicklung begriffen ist.

Nichts ist fertig!!!
Wir müssen Rahmenbedingungen für Entwicklung schaffen
Keine Nester in denen sich die Trägen geruhsam zurückziehen
und sich zu einem Einheitsbrei verkneten lassen
und die Maßstäbe immer weiter herunterschrauben

Kafka und das Subjekt

28/12/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Seltsam , wenn ich über das SUBJEKT, dieses zutiefst westliche Thema, nachdenke, dann fällt mir immer Kafka ein:

Er hat meiner Meinung nach die TRENNUNG, die bei der Individualisierungsbewegung im Abendland passiert ist, bravurös beschrieben.

Dabei stellt er das Zusammenspiel zwischen dem äußeren und inneren Herrschaftmomenten dar. In seinen Geschichten führt das dazu, dass das SELBST seiner Hauptfiguren untergeht. So führt z. B. im „Prozess“ die Selbstablehnung und die akzeptierte Schuld Josef K.s bei seiner Suche nach IDENTITÄT und SELBSTBEHAUPTUNG ins Verderben.

Kafka zeigt an Beispielen, wie die bürokatischen Apparate die Gesellschaft untermininieren und völlig beherrschen. Seltsamerweise geschieht dies ohne dass direkte Gewalt ausgeübt wird. Die Systeme sind jenseits von Legitimität und Vernunft und gerade dadurch jeder Kontrolle enthoben. Sie verdeutlichen die totalitäre Herrschaftsform, die in den Leistungsstrukturen, dem Expansionsdrang und dem Konkurrenzstreben der bürgerlichen und nachbürgerlichen Gesellschaft angelegt sind. Sie verdeutlichen, WIE wir leben!

Das Individuum paßt sich in seiner psychischen und geistigen Ausrichtung an das bestehende Allgemeine an, ja muss es tun, um zu überleben. Die innere Abkehr von der Macht ist eine schwer zu vollziehende Aufgabe, das sie Verständnislosgikeit und Ausgrenzung und damit Einsamkeit mit sich bringt. Es bedurfte eines literarischen Genies wie Kafka, das so genau zu beschreiben.

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan Beiträge mit dem Schlagwort Buch auf Kirke's Blog.

%d Bloggern gefällt das: