China’s verpestete Luft und vergiftete Böden

24/11/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

China fürchtet Unzufriedenheit der Bevölkerung. Das war in seiner jahrtausende langen Geschichte schon immer so. Sie suchen nachdrücklich nach Lösungen, manchmal auch fern jeglicher Ideologie. Nach dem Finanzmarkt:

https://kirkes.wordpress.com/2013/06/29/unruhen-in-china-2/
ist jetzt der Rohstoffmarkt dran:

Mit billigen Rohstoffen hat China jahrzehntelang seine Industrie angeheizt und so einen beispiellosen Boom ermöglicht. Die Kehrseite sind verpestete Luft und vergiftete Böden. Nach neuen Plänen soll deshalb dem Markt eine stärkere Rolle bei der Preisfindung von Rohstoffen zukommen, so dass zugleich die Verschmutzung gedämpft wird.

Dies ist Teil des großen Reformpakets, das die Führung der Kommunistischen Partei bei ihrem Treffen in der vergangenen Woche beschlossen hat.
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ein bisschen chinesische Landeskunde

19/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

China is a country where the cultural and historical leanings still play an important role in the domain of domestic and foreign policies. While the first emperor is still held highly by the Chinese, the last emperor is largely forgotten. the long history of this nation has been written and rewritten many times to legitimize the ruling powers.

About the Chinese geography, thankfully and not surprisingly, many of the places’ names are indicative of their geographic locations. There are a few quick formulae to associate the names with their locations on the map. The words ‘Bei, Dong, Naan and Xi’ stand for the four directions: North, East, West, South. The word Shan means mountains. A combination of these words gives us the names of a few provinces:

1. Shandong – which from the formula given above translates to ‘east of the mountains’. The mountains here refer to the Taihang Mountains. This province lies at the base of the fertile Yellow River Delta and has played a major role in the Chinese civilization. The province is also a pivotal site for Taoism, Chinese Buddhism and Confucianism.

2. Shanxi – would translate to ‘mountain west’ – and thus lies on the west of the Taihang Mountains.

3. To the west of Shanxi lies Shaanxi – named so as it lies to the west of a district called Shaanzhou.

3. The Yellow River is known as the ‘Hwang He’ and it yields names of two more provinces: ‘He-bei’ and ‘He-Naan’.

Another important river in China is the Yangzi. The river forms huge lakes in the central China. The chinese word ‘Hu’ means lakes. Thus, we get two more provinces – one to the north of Yangzi called Hubei and the other to the south meaning Hunaan.

To the south lie two provinces names Guangdong (on the east) and Guangxi (to its west). Along the coast and to the north of Guangdong lie the provinces of Fujian, Jiangsu, Jiangxi, Zhejiang and Anhui which unfortunately have no directional nomenclature.

The word Beijing itself translates to the ‘North Capital’. Its mirror image – Nanjing or the ‘south capital’ lies in the Jingsu province.

Die öffentliche Diskussion geht immer am wesentlichen vorbei

17/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

China macht Jagd auf Blogger„, so titelt die Süddeutsche und der chinesische Blogger Charles Xue auf dem Bild hat’s sicher gerade nicht leicht im Kampf Chinas um unbotsame Blogger und doch ist immer auch das westliche Paradigma im Spiel. Für Chinesen ist der Mensch ein Fragment, kein Subjekt im westlichen Sinn. Da geht es darum einen EINKLANG zu finden. Sie wollen sich nicht in Konfrontation begeben. Deshalb sind diese Meinungsmacher, die „kontrovers“ diskutieren auch so problematisch im Land der Mitte.

http://www.sueddeutsche.de/politik/kampf-um-die-meinungshoheit-china-macht-jagd-auf-blogger-1.1772765

Chinese-American venture capitalist Xue attends a meeting at the 2012 Global Mobile Internet Conference in Beijing

Und die Süddeutsche ist der Meinung, dass Chinas Kommunisten sich ihre Meinungsmacht im Netz sichern wollen und deshalb „Sünder“ verhaftet und an den Pranger stellt und zur Reue zwingt. das ist sehr sehr eng gedacht, eben von der westlichen Baseline aus.

Und meine Gedanken gehen zum Land in dem ich lebe und in dem ich leider erleben muss, dass die öffentliche Diskussion so stark am Wesentlichen vorbei geht, dass die Herrschenden es gar nicht mal nötig haben mit harten Bandagen zu kämpfen.

Wir diskutieren im Gegensatz zu den Chinesen öffentlich doch gar nicht die wichtigen Dinge (wie z. b die Politik des billigen Geldes) oder die Unterhöhlung unserer Rechte (https://kirkes.wordpress.com/2013/08/07/die-nsa-darf-alles-machen/) von Geheimdiensten und Geheimabkommen.
W a s soll der Stolz auf die Meinungsfreiheit, wenn sie nur für leere Werbebotschaften genutzt wird. Unsere westlichen Staaten haben genausoviel Angst vor seine Bürgern wie China, sonst wären diese von Snowdon aufgedeckten Mechanismen gar nicht nötig.

Ist Europa nicht die beste der zur Zeit möglichen Welten?

14/07/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Die UN zeichnen ein pessimistisches Bild des alten Kontinents.

Um wie viel besser sehen sie die Perspektiven in Ländern der aufgehenden Sonne im Osten und Süden. Da ist die Bevölkerung jung, die Zahl der Menschen groß und eine stetig zunehmende Kaufkraft der Massen sorgt für eine Goldgräberstimmung.
China wird als neues Gravitationszentrum eines asiatisch-amerikanischen Wirtschaftsraums gehandelt. Go East, verlasse das sinkende europäische Schiff. So etwa lautet der Tenor

Und doch könnte NICHTS falscher sein!

Die Aussagen sind vordergründig und naiv.

Denn erstmals schlägt die Demographie in China mindestens so stark zu wie in Europa und zweitens ist es naiv, die gesellschaftlichen Umwälzungen auszublenden, die mit der rasanten Entwicklung einer aufstrebenden Volkswirtschaften einhergehen.

Gestern waren es die Bilder aus Rio de Janeiro und Ägypten, aber auch Istanbul veranschaulichte, wie zerbrechlich die jungen Demokratien sind, wie schwach die Zivilgesellschaften und wie schnell aus Emerging Markets hoch explosive Flächenbrände werden können, die in wenigen Tagen alles zerstören, was über Jahre aufgebaut wurde.

Überall in den aufstrebenden Volkswirtschaften brodelt es, weil das Tempo der Veränderungen groß ist und Regierungen und Bevölkerungen verunsichert. Anpassungsnotwendigkeit und -bereitschaft laufen eben nicht synchron, Spannungen entstehen. Die Instabilität ist mit Händen zu greifen.

Im Vergleich dazu ist Europa politisch geradezu ein Hort der Stabilität. Kein anderer Kontinent hat sich in jeder Beziehung – politisch, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich – so wirkungsvoll einem durch neue Technologien beschleunigten Strukturwandel, einer neuen Lebenswirklichkeit und veränderten individuellen Verhaltensweisen angepasst. Die Garantie elementarer Menschenrechte ist genauso selbstverständlich wie die Meinungsfreiheit.Nirgendwo ist die gesellschaftliche Toleranz gegenüber ausgeprägt unterschiedlichen individuellen Lebensformen grösser.

Gut wir werden ausgespaet, aber auch dafuer wird uns noch etwas einfallen!

Wir leben zwar nicht in einer perfekten, aber immerhin in der besten aller ­momentan zu findenden Welten. Das wird mir immer deutlicher. Und weil ich möchte, dass es so bleibt, bin ich kritisch mit Europa!

China: Wo ist die Grenze?

29/06/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

20130629-211701.jpgChinas Aktienmarkt faellt, obwohl sich die Geldversorgung der Banken wieder stabilisiert hat, bleiben die Märkte nervös. Aus gutem Grund. Denn die Liquiditätsprobleme der vergangenen Wochen waren nur der Anfang. Die echte Straffung der Geldpolitik steht China noch bevor. Premier Li steigt erst in den Ring!

Europa muss neu gedacht werden!

27/06/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Noch in der Qing-Dynastie wurde jeder Chinese, der das Land der Mitte verließ, als Heimatverräter betrachtet. Heute sind es US-Amerikaner wie Edward Snowdon, die als Heimatverräter betrachtet werden.

Snowdon legte den Finger in die Winde und zeigte uns wie weit es her ist mit der Demokratie, die wir immer mit stolz geschwelter Brust vor uns hertragen.

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China, das Zeitalter der Rhetorik und das Subjekt

27/12/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Es war ein spannender Betrag im philosphischen Radio im WDR mit Dr. (phil.) Harald Wasser:

http://medien.wdr.de/m/1353097447/radio/philosophischesradio/wdr5_das_philosophische_radio_20121116_2100.mp3

http://www.hauptsache-philosophie.de/Weltbild-der-Rhetorik-INT-Fassung.pdf

Er erzählt vom Weltbild der Rhetorik, vom Buchdruck und von der Erfindung des Subjekts. Dabei ist seine These:

Das „Subjekt“ stellt den Gegenpol zur Rhetorik, zur Ordnungsform des Mündlichen dar und ist erst nach der Erfindung des Buchdrucks (im Sinne McLuhans) als neue Sozialform aufgetreten. Mit ihr folgte parallel die Dominanz des Verstandes.

Nun, das paßt ja mit vielen meiner Überlegungen zusammen:

https://kirkes.wordpress.com/2010/11/03/selbstprasenz-und-kontrolle/

https://kirkes.wordpress.com/2012/07/30/george-spencer-brown/

https://kirkes.wordpress.com/2012/08/04/das-subjekt-der-psychoanalyse/

https://kirkes.wordpress.com/2012/08/04/das-subjekt-des-aussagens-und-das-subjekt-der-aussage/

https://kirkes.wordpress.com/2012/08/09/das-subjekt-und-die-piraten/

TROTZDEM habe ich Fragenzeichen im Kopf

Wie paßt das alles denn zu CHINA, zur chinesischen Philosophie, zum chinesischen Denken zur chinesischen Staatenbildung?

https://kirkes.wordpress.com/2012/06/16/chinesische-philosophie/
Ist die chinesische Philosophie nach dieser Beschreibung nicht eher ein Sozialsystemen des Mündlichen?

Und doch hat China sein Weltreich auf die Schriftkultur aufgebaut:

https://kirkes.wordpress.com/2010/11/09/chinas-geschichte/

Die Schriftlichkeit und die Literaturbeamten waren grundlegend für die 3000jährige Beständigkeit des Systems.

Bemerkenswert ist ja auch, dass sich im Laufe der Jahrhunderte die Schriftsprache immer mehr von der gesprochenen Standardsprache und den regionalen Dialekten entfernte. Die Leute im Süden, wo wir waren, konnten die Han-Chinesen schlecht und gar nicht verstehen, die zusammen mit uns da ebenfalls als Touristen unterwegs waren. Aber lesen konnten sie, was da geschrieben stand.

Wieso wurden die „Literaturbeamten“ nicht zu Don Quijotes im westlichen Sinn, wie Harald Wasser im philosphischen Radio so schön ausführte?. Bei diesen Literaturbeamten ist doch eine Synthese entstanden zwischen dem Schriftprinzip und der mündlichen Welt, denn diese Beamten konnten aus untersten Kreisen kommen, mußten jedoch eine Prüfung ablegen zum Nachweis ihrer Befähigung, denn nur Leute mit Talent und Tugend sollten Beamte werden können.

http://www.de-cn.net/dis/auf/de7511751.htm

Nun ja, ein bisschen wurden sie das auch, wenn auch in einem etwas anderen Sinn, denn der Kult der Bildung und Gelehrsamkeit führte zu einer gewissen Verachtung der Körperertüchtigung und der Gewaltanwendung und damit zu einer Art Verweichlichung der chinesischen Mentalität und zur Schwächung der Schlagkraft der Militärs, was zeitweise fatale Folgen hatten.

Trotzdem ist hier eine völlig andere Abstrahierung entstanden wie in Europa. Die ganze Schriftkultur lief anders ab.

Es würde mich schon interessieren, wie sich diese andere Entwicklung auf die Bildung des Subjekts auswirkte,

Ja, was bedeutet diese andere Entwicklung der Schriftkultur in China für die Thesen über das Subjekt?

Was ist bei der Individualisierungsbewegung im Abendland passiert und was gegenläufig dazu in China?

Wo bin ich?

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