Emotional bewirtschaftet!

09/01/2014 § Hinterlasse einen Kommentar

War die Tiefenstruktur der NS-Machtausübung eine bewusst eingesetzte emotionale Abhängigkeiten, ähnlich der Abhängigkeit von Drogen? Gab es so nach dem Ende der NS-Gewaltherrschaft in vielen Teilen der Bevölkerung eine Art emotionaler Entzugserscheinungen?

Die Unfähigkeit von Tätern, Mitläufern und Zuschauern zu trauern habe hätte hier eine ihrer Wurzeln.

Diese Thesen und Erkenntnissen liegen dem Buch von Stephan Marks zugrunde, der ernst machen will mit der Forderung, nicht nur über die Geschichte zu lernen, sondern vor allem auch aus der Geschichte.

Aufgearbeitet wurden in dem Forschungsprojekt Erinnerungen von 23 Männern und Frauen und von Teilnehmenden an 11 Gruppeninterviews, die die Nazizeit bewusst als Täter, Mitläufer und Zuschauer erlebt haben.

In sechs Kapiteln werden die Auswertungskategorien (Magisches Bewusstsein, hypnotische Trance, Schamabwehr, Narzissmus und narzisstische Kollusion, Traumata früherer Generationen, Abhängigkeit) deutlich.

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Berlin Berlin oder „kann das Neue im Alten entstehen?“

27/11/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Kann das Neue im Alten entstehen?

Berlin, heißt es, sei das neue Silicon Valley. Innerhalb weniger Jahre ist hier eine Szene entstanden, die Firmen wie Zalando hervorgebracht hat, das im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro Umsatz machte. Alle zwanzig Stunden wird eine neue Firma ins Handelsregister eingetragen. Leute, die eben noch Studenten waren, verkaufen ihre Idee an große Konzerne und werden plötzlich Millionäre. Wie kommt es auf einmal zu dieser Explosion des Neuen?

Räumen wir mal mit den Mythen auf: Die gängige Vorstellung, in Berlin würden sich ein paar junge Leute mittags im Café treffen, ihre Laptops auspacken, ein Programm schreiben, das etwas kann, was es bisher nicht gab, und es kostenlos ins Internet stellen, wo es innerhalb weniger Tage von Millionen Menschen benutzt wird, ist einfach Bloedsinn!

Hinter den vielen bekannten Startups stehen große Konzerne wie Bertelsmann, Springer, Otto, Tengelmann oder die Deutsche Telekom. Außerdem lassen sich die meisten Start-ups in die Geschäftsfelder Online-Handel, Spiele, Medien oder Werbung einsortieren.

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Die kleine große Kanzlerin

22/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Im NSA-Überwachungsskandal zeigte Angela Merkel alle ihre Schwächen: Überzeugungen und Führung? Fehlanzeige. Die Kanzlerin liebt den Erfolg und sie hat ihn auch. Aber sie könnte nicht erklären, welchem Zweck er dienen soll – außer ihrem Amtserhalt? Klar, sie hat erkannt, dass die Menschen ihresgleichen wählen wollen und keine Neuerungen mögen.

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Beruhigende Worte, Nähe, eine heimelige Kulisse. Bilder, Musik, alles vom Feinsten. Die wahre Botschaft transportiert sich über das vegetative Nervensystem. So machte es Seehofer in der Bayernwahl und so machte es auch die Kanzlerin. Die Botschaft im Wahlkampf lautete: „Nicht mal mit einer Daunenfeder werdet ihr belastet. Wir machens schon!“

Und die Message fiel auf fruchtbaren Boden! Genau das wollten die Wähler hören.

Aber war Das nicht trotzdem eine seltsame Botschaft, die da rüberkam? Für mich kommt das Bild oben der Wahrheit viel näher

Denn dass das Land sich derart ruhebedürftig fühlt um auf soetwas abzufahren, das läßt nichts Gutes vermuten. In stabilen Verhältnissen

    wächst

der Mut, etwas zu verändern, in instabilen klammern sich alle an das, was ist.

In Zeiten mit echtem Wachstum, einer voll und gut beschäftigten Bevölkerung mit geregelten Arbeitszeiten, etwa den frühen siebziger Jahren, war der Wunsch nach Veränderung groß. Es waren bewegte Zeiten. Kritik am Arbeitsplatz, an den bestehenden Verhältnissen, an den gesellschaftlichen Rollenverteilungen, am Geschlechterverhältnis. Alles wurde damals in Angriff genommen.

Heute ist das nicht mehr so. Die komplette Umwälzung aller Branchen durch die Digitalisierung, das Aufblühen von privaten Internetfirmen und staatlichen Überwachungsdiensten, das Wachstum der anderen, außereuropäischen Gesellschaften, das alles inspiriert nicht zu großen Veränderungen, es schüchtert eher ein und hält von Experimenten ab

Es ist doch seltsam:
Obwohl längst nicht alles als gerecht und schön empfunden wird, eint alle politischen Lager der Wunsch nach Stabilität und Besitzstandwahrung.“ Und jeder hat im Hinterkopf das Beispiel jener Länder, in denen die Krise voll durchgeschlagen hat, in denen der Staat die Schulden der Banken übernahm und wo auch immer die Regierung gewechselt hat, ohne etwas ändern zu können.

Der Glaube an eine bessere Zukunft, für die die Parteien streiten können, ist der diffusen Sehnsucht nach einer permanenten Gegenwart gewichen.“ Da sind wir jetzt angelangt.
Das zeigt das Wahlergebnis!

„Es haben sich so viele ungelöste und unfassbare Problem angestaut, dass jeder, der sich in dieses Terrain wagt, zum Scheitern verurteilt ist.“ Das ist auch noch so ein Gefühl, das sich durchgesetzt hat. Also bastelt man nur an den kleinen Problemen herum. Hierzu passt die Strategie der Bundeskanzlerin mit ihren Trippelschritten.

How Angela did it?

21/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

How did a Protestant pastor’s daughter who once marched in the uniform of East Germany’s communist youth end up leading a conservative, male-dominated Catholic party from West Germany to become the country’s first female chancellor?

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It’s been called the Merkel mystery:

With Angela Merkel favoured to win our national elections, observers are once again puzzling over the reasons for her success.

Is it her doctorate in natural sciences t

hat gives her an edge when it comes to solving problems? Or does the experience of watching the state in which she grew up collapse mean she takes nothing for granted?

One point most pundits can agree on is that almost all of Ms. Merkel’s opponents have underestimated her from the moment Chancellor Helmut Kohl picked her for his first Cabinet just a year after she entered politics.

She didn’t start at a local level. She went straight to the Cabinet table,” said Jacqueline Boysen, her biographer. “Everyone thought this was because she was young, she was a woman, she was from the east and she wasn’t involved with the regime there.

“But things weren’t that simple because she proved that it was a place she was suited for. She found that she was talented and enjoyed politics.”

Ms. Merkel is now widely regarded as Europe’s most powerful leader. Comparisons have been drawn with Catherine the Great, the German-born czarina who ruled Russia in the late 18th century and whose portrait graces the chancellor’s otherwise spartan office.

Both women grew up in the Prussian heartland, northeast of Berlin, displaying a sharp mind from an early age. And both were prepared to be ruthless in their pursuit of political power. While Catherine reputedly had her husband Czar Peter III murdered, Ms. Merkel famously turned on Mr. Kohl, her long-time mentor, after he became embroiled in scandal.

Her election as chancellor in 2005 was the culmination of 16 years of patient toil. It reflects her philosophy, summed up in one of her favourite phrases: “step by step.”

This has been her response to almost all challenges, including the European debt crisis from which Germany was largely spared — one of the reasons Ms. Merkel’s approval ratings remain around 70% after eight years in power.

Some observers have accused Ms. Merkel of having no grand vision. With the exception of her abrupt 2011 decision to phase out nuclear power within a decade, Ms. Merkel has been wary of pursuing major projects.

“I think that Mrs. Merkel doesn’t think that political visions are the task of a chancellor,” said Ralph Bollmann, a correspondent for the conservative Frankfurter Allgemeine Zeitung newspaper.

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“She’s accused of having no convictions and being super-pragmatic. I would say that it’s precisely that pragmatism that’s her biggest conviction.”

To make that point, Ms. Merkel whipped out her party’s traditional slogan — “No experiments

Ms. Merkel has also learned to employ her wry, self-deprecating sense of humour to full effect.

In a discussion with female voters, Ms. Merkel was asked whether she can ever switch off from her job as German leader. “Of course,” she replied. “When I’m stirring a saucepan I don’t say to myself, ’Now the chancellor is stirring a saucepan.”’

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Merkels Wohlfuehlprogramm

31/08/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Merkel wird von den Massen hofiert:

Im Gegensatz zu ihr betrachtete sich Ludwig Erhardt, der Vater der sozialen Marktwirtschaft, am Ende seines Lebens als Gescheiterter. Weil der Staat in seiner Zeit begann umfassende Verantwortung für den Einzelnen zu übernehmen und daraus seine LEGITMATION zu beziehen.

Fuer unsere Kanzlerin aus dem Osten ist das Lebenselexier. Sie setzt SOZIALPOLITIK als entscheidendes Herrschaftsinstrument, als Treibriemen ein, nimmt der SPD damit die Butter vom Brot und treibt unsere Gesellschaft in die falsche Richtung.
Warum?

Nun der Einzelne wird durch diese Politik stark seiner mitmenschlichen Pflichten entbunden. Es vermindert sich weiter die wirtschaftliche und soziale Bedeutung von Familienverbänden, Nachbarschaften und Sozialeinrichtungen. Der Staat mutiert weiter zu einer weitverzweigten Unternehmenskonglomeration zur Erbringung von Sozialleistungen. Dafür muessen die Beteiligten stark in die Tasche greifen. Der Sozialaufwand hat sich seit 1950 verzehnfacht.

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Wirtschaftswissenschaftler: „Wenn‘ s der Markt bezahlt, dann bin ich es wert!“

08/08/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Den Wirtschaftswissenschaftlern brechen die Fundamente ihrer Theorien weg, das wurde schon vor einiger Zeit deutlich und es ist geradezu grotesk wie sich Erkenntnisse von Nobelpreisträgern in Luft aufloesen. Hier muss man wirklich die Frage stellen, was sie wert sind.

Meiner Meinung nach entspringt die Krise einer unbeschreiblichen Unbekümmertheit der Volkswirtschaftler.
Es ist gerade ihr Erfolg in dem Vierteljahrhundert zwischen 1982 und 2007 gewesen, der die Geldpolitiker und ihre akademischen Berater unvorsichtig werden ließ.

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Mindestens die Nachkriegsgeschichte muss umgeschrieben werden …

07/08/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Es ist alles unglaublich! Jetzt kommt es auf den Tisch, dass wir die ganzen Jahre ein „Land minderen Rechts waren“. Wie lächerlich muss das fuer die Chinesen und die Russen gewesen sein, wenn bei jedem Staatsbesuch immer das Thema „Menschenrechte“ aufs Tablett kam und wir als Land nicht mal souverän waren und damit überhaupt in der Lage die Rechte zu garantieren. Sogar ein Eingriff in das System der Strafverfolgung wurde gestattet. Alles unvorstellbar bisher!

Meiner Meinung nach hat Prof Foschepoth das Thema am besten aufgearbeitet.
In einem Interview mit der SZ erklärt er, wieso die US-Geheimdienste auch nach der Wiedervereinigung freie Hand haben.

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Wo bin ich?

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