Die handelnden Subjekte unserer Zeit: Snowdon und Zuckerberg

29/03/2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Eine zentrale Frage der Interpretation historischer Ereignisse betrifft das Verhältnis von „Struktur“ und “Individuum“ (Agent).

Läßt man die Fragen nach Motiven (agent-zentriert) oder „historischen Konstellationen“ (struktur-zentriert) außen vor, so wird man mit dieser Fragestellung n i c h t belastet.
Dann kommt man aber zu ad-hoc-Erklärungen und die sind über den Einzelfall hinaus selten interessant.

Wagt man es aber einen Versuch zu starten, eine systematische Erklärung der Verhaltensweise von historischen Akteuren im Kontext ihrer historischen Situation zu geben, dann wird man mit folgendem Problem konfrontiert:

Man muss sich mit beidem auseinander setzen: einem Makro-Blick und einem Mikro-Blick.

Was ist nun, wenn man die zwei „Agenten“, die beiden im historischen Kontext handelnden Subjekte Edward Snowdon und Mark Zuckerberg ansieht?

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China’s verpestete Luft und vergiftete Böden

24/11/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

China fürchtet Unzufriedenheit der Bevölkerung. Das war in seiner jahrtausende langen Geschichte schon immer so. Sie suchen nachdrücklich nach Lösungen, manchmal auch fern jeglicher Ideologie. Nach dem Finanzmarkt:

https://kirkes.wordpress.com/2013/06/29/unruhen-in-china-2/
ist jetzt der Rohstoffmarkt dran:

Mit billigen Rohstoffen hat China jahrzehntelang seine Industrie angeheizt und so einen beispiellosen Boom ermöglicht. Die Kehrseite sind verpestete Luft und vergiftete Böden. Nach neuen Plänen soll deshalb dem Markt eine stärkere Rolle bei der Preisfindung von Rohstoffen zukommen, so dass zugleich die Verschmutzung gedämpft wird.

Dies ist Teil des großen Reformpakets, das die Führung der Kommunistischen Partei bei ihrem Treffen in der vergangenen Woche beschlossen hat.
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Liberale Ideen und die Freiheit

03/11/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

‚Freiheit von‘ und ‚Freiheit zu‘ in seiner Berliner Rede spottete Peter Sloterdijk darüber.

Er hatte dabei den französischen Aufklärer Jean-Jacques Rousseau im Sinn, der sich bereits 1765 von all den Erkenntniserträgen, Modernitätsschüben und Fortschrittsfanfaren bedrängt fühlte, die der Vernunft gewordene Mensch zur Eroberung der Freiheit verbucht, unternimmt und anstellt.

Rousseau war zu der Zeit in der schönen Schweiz zugegen, er ruderte von der Île St. Pierre auf den Bieler See hinaus, um der lärmenden Betriebsamkeit der Welt den Rücken zu kehren und der geschäftigen Realität ins Refugium eines träumerischen Bei-Sich-Seins zu entwischen. Die Freiheit, die der Mann im Boot damals spürte war die Freiheit des Taugenichts zur Träumerei und Sorglosigkeit, die Freiheit, unbrauchbar zu sein, sich einem inneren Driften überlassen zu können, einem seelischen Fließen, einem strömenden Fluss von sinnlos-sinnlichen Hier-und-Jetzt-Momenten – eine Freiheit, die nicht darin liegt, dass man tun kann, was man will, „sondern darin, dass man nicht tun muss, was man nicht will“

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Die kleine große Kanzlerin

22/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Im NSA-Überwachungsskandal zeigte Angela Merkel alle ihre Schwächen: Überzeugungen und Führung? Fehlanzeige. Die Kanzlerin liebt den Erfolg und sie hat ihn auch. Aber sie könnte nicht erklären, welchem Zweck er dienen soll – außer ihrem Amtserhalt? Klar, sie hat erkannt, dass die Menschen ihresgleichen wählen wollen und keine Neuerungen mögen.

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Beruhigende Worte, Nähe, eine heimelige Kulisse. Bilder, Musik, alles vom Feinsten. Die wahre Botschaft transportiert sich über das vegetative Nervensystem. So machte es Seehofer in der Bayernwahl und so machte es auch die Kanzlerin. Die Botschaft im Wahlkampf lautete: „Nicht mal mit einer Daunenfeder werdet ihr belastet. Wir machens schon!“

Und die Message fiel auf fruchtbaren Boden! Genau das wollten die Wähler hören.

Aber war Das nicht trotzdem eine seltsame Botschaft, die da rüberkam? Für mich kommt das Bild oben der Wahrheit viel näher

Denn dass das Land sich derart ruhebedürftig fühlt um auf soetwas abzufahren, das läßt nichts Gutes vermuten. In stabilen Verhältnissen

    wächst

der Mut, etwas zu verändern, in instabilen klammern sich alle an das, was ist.

In Zeiten mit echtem Wachstum, einer voll und gut beschäftigten Bevölkerung mit geregelten Arbeitszeiten, etwa den frühen siebziger Jahren, war der Wunsch nach Veränderung groß. Es waren bewegte Zeiten. Kritik am Arbeitsplatz, an den bestehenden Verhältnissen, an den gesellschaftlichen Rollenverteilungen, am Geschlechterverhältnis. Alles wurde damals in Angriff genommen.

Heute ist das nicht mehr so. Die komplette Umwälzung aller Branchen durch die Digitalisierung, das Aufblühen von privaten Internetfirmen und staatlichen Überwachungsdiensten, das Wachstum der anderen, außereuropäischen Gesellschaften, das alles inspiriert nicht zu großen Veränderungen, es schüchtert eher ein und hält von Experimenten ab

Es ist doch seltsam:
Obwohl längst nicht alles als gerecht und schön empfunden wird, eint alle politischen Lager der Wunsch nach Stabilität und Besitzstandwahrung.“ Und jeder hat im Hinterkopf das Beispiel jener Länder, in denen die Krise voll durchgeschlagen hat, in denen der Staat die Schulden der Banken übernahm und wo auch immer die Regierung gewechselt hat, ohne etwas ändern zu können.

Der Glaube an eine bessere Zukunft, für die die Parteien streiten können, ist der diffusen Sehnsucht nach einer permanenten Gegenwart gewichen.“ Da sind wir jetzt angelangt.
Das zeigt das Wahlergebnis!

„Es haben sich so viele ungelöste und unfassbare Problem angestaut, dass jeder, der sich in dieses Terrain wagt, zum Scheitern verurteilt ist.“ Das ist auch noch so ein Gefühl, das sich durchgesetzt hat. Also bastelt man nur an den kleinen Problemen herum. Hierzu passt die Strategie der Bundeskanzlerin mit ihren Trippelschritten.

How Angela did it?

21/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

How did a Protestant pastor’s daughter who once marched in the uniform of East Germany’s communist youth end up leading a conservative, male-dominated Catholic party from West Germany to become the country’s first female chancellor?

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It’s been called the Merkel mystery:

With Angela Merkel favoured to win our national elections, observers are once again puzzling over the reasons for her success.

Is it her doctorate in natural sciences t

hat gives her an edge when it comes to solving problems? Or does the experience of watching the state in which she grew up collapse mean she takes nothing for granted?

One point most pundits can agree on is that almost all of Ms. Merkel’s opponents have underestimated her from the moment Chancellor Helmut Kohl picked her for his first Cabinet just a year after she entered politics.

She didn’t start at a local level. She went straight to the Cabinet table,” said Jacqueline Boysen, her biographer. “Everyone thought this was because she was young, she was a woman, she was from the east and she wasn’t involved with the regime there.

“But things weren’t that simple because she proved that it was a place she was suited for. She found that she was talented and enjoyed politics.”

Ms. Merkel is now widely regarded as Europe’s most powerful leader. Comparisons have been drawn with Catherine the Great, the German-born czarina who ruled Russia in the late 18th century and whose portrait graces the chancellor’s otherwise spartan office.

Both women grew up in the Prussian heartland, northeast of Berlin, displaying a sharp mind from an early age. And both were prepared to be ruthless in their pursuit of political power. While Catherine reputedly had her husband Czar Peter III murdered, Ms. Merkel famously turned on Mr. Kohl, her long-time mentor, after he became embroiled in scandal.

Her election as chancellor in 2005 was the culmination of 16 years of patient toil. It reflects her philosophy, summed up in one of her favourite phrases: “step by step.”

This has been her response to almost all challenges, including the European debt crisis from which Germany was largely spared — one of the reasons Ms. Merkel’s approval ratings remain around 70% after eight years in power.

Some observers have accused Ms. Merkel of having no grand vision. With the exception of her abrupt 2011 decision to phase out nuclear power within a decade, Ms. Merkel has been wary of pursuing major projects.

“I think that Mrs. Merkel doesn’t think that political visions are the task of a chancellor,” said Ralph Bollmann, a correspondent for the conservative Frankfurter Allgemeine Zeitung newspaper.

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“She’s accused of having no convictions and being super-pragmatic. I would say that it’s precisely that pragmatism that’s her biggest conviction.”

To make that point, Ms. Merkel whipped out her party’s traditional slogan — “No experiments

Ms. Merkel has also learned to employ her wry, self-deprecating sense of humour to full effect.

In a discussion with female voters, Ms. Merkel was asked whether she can ever switch off from her job as German leader. “Of course,” she replied. “When I’m stirring a saucepan I don’t say to myself, ’Now the chancellor is stirring a saucepan.”’

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Die öffentliche Diskussion geht immer am wesentlichen vorbei

17/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

China macht Jagd auf Blogger„, so titelt die Süddeutsche und der chinesische Blogger Charles Xue auf dem Bild hat’s sicher gerade nicht leicht im Kampf Chinas um unbotsame Blogger und doch ist immer auch das westliche Paradigma im Spiel. Für Chinesen ist der Mensch ein Fragment, kein Subjekt im westlichen Sinn. Da geht es darum einen EINKLANG zu finden. Sie wollen sich nicht in Konfrontation begeben. Deshalb sind diese Meinungsmacher, die „kontrovers“ diskutieren auch so problematisch im Land der Mitte.

http://www.sueddeutsche.de/politik/kampf-um-die-meinungshoheit-china-macht-jagd-auf-blogger-1.1772765

Chinese-American venture capitalist Xue attends a meeting at the 2012 Global Mobile Internet Conference in Beijing

Und die Süddeutsche ist der Meinung, dass Chinas Kommunisten sich ihre Meinungsmacht im Netz sichern wollen und deshalb „Sünder“ verhaftet und an den Pranger stellt und zur Reue zwingt. das ist sehr sehr eng gedacht, eben von der westlichen Baseline aus.

Und meine Gedanken gehen zum Land in dem ich lebe und in dem ich leider erleben muss, dass die öffentliche Diskussion so stark am Wesentlichen vorbei geht, dass die Herrschenden es gar nicht mal nötig haben mit harten Bandagen zu kämpfen.

Wir diskutieren im Gegensatz zu den Chinesen öffentlich doch gar nicht die wichtigen Dinge (wie z. b die Politik des billigen Geldes) oder die Unterhöhlung unserer Rechte (https://kirkes.wordpress.com/2013/08/07/die-nsa-darf-alles-machen/) von Geheimdiensten und Geheimabkommen.
W a s soll der Stolz auf die Meinungsfreiheit, wenn sie nur für leere Werbebotschaften genutzt wird. Unsere westlichen Staaten haben genausoviel Angst vor seine Bürgern wie China, sonst wären diese von Snowdon aufgedeckten Mechanismen gar nicht nötig.

Cryptography

16/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

The more recent publications, presenting the systematic undermining of cryptographic solutions and standards, are the cause of much more substantial worry. Some of the leading UK researchers in the field of cryptography and computer security feel compelled to comment on the recent revelations.

The UK and US governments recently dramatically increased the funding available to various agencies to help protect their countries against Cyber Attack. Such attacks are now commonplace on both corporations, and individuals. Now all rely on cryptography to secure mobile phones, credit cards, internet communications etc. and because of this they welcome the government’s prioritization of this area in an era of fiscal squeeze. As researchers in security they understand that the NSA and GCHQ are tasked with conducting operations for purposes of national security.

However, the documents released show that NSA and GCHQ worked to weaken international cryptographic standards, and to place „backdoors“ into security products; such backdoors could of course be potentially exploited by others than the original creators. One of the prime missions of the security services is to protect citizens and corporations from Cyber Attack. By weakening cryptographic standards, in as yet undisclosed ways, and by inserting weaknesses into products which they all rely on to secure critical infrastructure, they believe that the agencies have been acting against the interests of the public that they are meant to serve.

It is shocking that agencies of both the US and UK governments now stand accused of undermining the systems which protect us. By weakening all security so that they can listen in to the communications of our enemies, they also weaken our security against our potential enemies.

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