Onion crises II

16/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

https://kirkes.wordpress.com/2011/03/15/food-crunch/

Das war schon das große Thema bei meiner Indienreise 2011, der starke Anstieg der Preise für Zwiebeln.. Ich hab damals erst gar nicht verstanden, WIE wichtig die Zwiebelpreise für Indien sind. Dabei sind die Zwiebeln ja nur der Indikator, es geht um die Lebensmittelpreise insgesamt. Lebensmittel dürfen nicht wie andere Waren Spekulationen ausgesetzt werden, das wird sich gerade in Indien als erstes rächen. Hier sind Millionen in ihrer Existenz betroffen!

Der Index für die Großhandelspreise ist der in Indien am stärksten beachtete Indikator für die Teuerung. Im August 2013 stieg er im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent, wie Daten der Regierung vom Montag zeigen. Im Juli waren es noch 5,79 Prozent.

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Die Lebensmittelpreise in Indien sind unter anderem wegen der starken Regenfälle in einigen Teilen des Landes gestiegen, die die Ernte vernichtet und Straßen unterspült haben. Im August legten die Preise für Nahrungsmittel im Schnitt um 18 Prozent im Vergleich zu; bei Gemüse waren es 78 Prozent und bei Zwiebeln atemberaubende 245 Prozent.

Preissteigerungen bei Lebensmitteln treffen Indien besonders hart, da hunderte Millionen Menschen an oder unter der Armutsgrenze leben. Sie geben fast ihr ganzes Geld nur für Nahrung aus. Zwiebeln werden in der indischen Küche so verbreitet verwendet, dass die Preise für das vielseitige Gemüse schnell zum Politikum werden. 1998 wurde die damalige Regierung abgewählt, auch weil sie nichts gegen den Preisanstieg bei Zwiebeln unternommen hatte.

Um die aktuelle Zwiebel-Inflation zu entschärfen, hat die Regierung den Import von 25.000 Tonnen des Gemüses genehmigt. Etwa 300 Tonnen aus Ägypten und 36 Tonnen aus Pakistan sind schon in der vergangenen Woche eingetroffen.

Einige Behördenvertreter und Volkswirte hoffen, dass der Schaden an der Gemüseernte durch die schweren Regenfälle nur vorübergehend und auf einige Regionen begrenzt bleibt. Langfristig könne der in diesem Jahr überdurchschnittliche Monsunregen der Landwirtschaft sogar helfen und so die Preise abkühlen.

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Jugaads

03/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Das ist, was ich an Indien so mochte auf der langen Reise 2010/2011
https://kirkes.wordpress.com/2010/11/12/jugaad/

Indians are never short of creativity!! One of the things they are proud of :D
The innovative improvisations always make me wonder why is that these things happen majorly in a country like India??

Is it because they very little resources? Is it because people are adaptable? Whatever the reasons are, some of these small inventions surely have started making a difference and have helped many people. Some have even been adopted into mass productions and lots more yet to be Jugaad-ed!!!

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A Few Facts About India

10/02/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

So ich Rückblick werde ich in nächster Zeit ein paar Dinge zusammenstellen, die ich während der Zeit besonders lustig oder bemerkenswert fand:

    1. Inder verwenden k e i n  Toilettenpapier, sind sogar dagegen allergisch und finden es viel hygienischer “ to splash water with the left hand in the appropriate direction“. Konsequenterweise wird die linke Hand deshalb als unrein betrachtet und niemals zum Essen benutzt.
    2. Inder verwenden kein Besteck, sondern essen mit der Hand. Mit dem Roti oder Naanbrot wird der Curry aufgeladen und zum Mund geführt. So nach Esskultur hat sich das nicht angefühlt. ..
    3. Der grösste Geldschein, den wir in die Hand bekamen, war 1000 Rubi. Das sind etwa 20 €. Die meisten Geschäfte und Rikschafahrer können den Schein schon nicht mehr wechseln. Es gibt daneben Geldscheine von 5, 10, 50, 100 und 500 Rubi.
    4. Indien ist ein relativ gewaltloses Land. Es war einfach zu reisen und doch führt es die Statistik der weltweit meisten Morde mit 32719 an.
    5. Indien hat die weltweit höchste Rate an Schwangerschaftsabbrüchen.
    6. In Indien gibt es mehr als eine Million Millionäre.
    7. Mehr als 35 % der Bevölkerung leben noch immer unter der Armutsgrenze (und haben weniger als zwei Dollar (das sind 100 Rubi) am Tag.
    8. Die indische Flagge hat 3 horizontale Farbbänder:  saffron for courage and sacrifice, white for truth and peace, and green for faith, fertility, and chivalry.
    9. Indien ist der weltweit grösste Produzent von getrockneten Bohnen und führt ebenso beim Export von Bananen. Aber seit 2000 kann es sich schon nicht mehr selbst ernähren und muss Lebensmittel einführen.
    10. Der bengalische Tiger ist das indische Nationaltier und erfreut sich besonderer Aufmerksamkeit.  Früher gab es mal ne Menge davon, heute sollen es noch maximal  4000  Tiere geben.  In den Nationalparks jedenfalls sind sie zwar auf jedem Plakat, aber nicht mehr in der Realität zu finden. Auch die Wärter sagen, sie hätten noch nie einen gesehen.
Lotus Temple
The Lotus temple is one of the most visited temples in the world, with over 50 million visitors per year
    1. Der Lotus ist heilig sowohl für Hindus als auch für Buddhisten. Auch wir haben den Lotustempel im Süden von Delhi besucht (der wirklich wunderschön ist!!) und dabei frisch geröstete Erdnüsse gefuttert :-).
    2. Hindi und Englisch sind die beiden offiziellen Sprachen in Indien. Aber es gibt daneben noch 17 andere lokal meist weit wichtigere Sprachen (Assamese, Bengali, Gujarati, Nepali, Manipuri, Konkani, Kannada, Kashmiri, Malayalam, Marathi, Oriya, Punjabi, Sanskrit, Sindhi, Tamil, Telugu, and Urdu), die  von der einheimischen Bevölkerung gesprochen werden. Englisch spricht nur die Mittelschicht.
    3. Indien hat das 3. grösste Strassennetz der Welt mit 1.9 Mill Meilen. Aber mit hoher Sicherheit auch die weltweit grösste Anzahl an Schlaglöchern. Im Schlafbus jedenfalls meinte ich das eindeutlig feststellen zu können.
Ganges
Though the Ganges is one of the dirtiest rivers in the world, bathing in the river is thought to wash away one’s sins
  1. Die Inder nennen Pakistan PAK und es gibt eine aufrichtige Hassliebe zu diesem Bruderland. Selbst wenn die Zwiebeln, wie in der Onion-Krise geschehen, knapp werden, kann man sie aus Pakistan nicht einführen, da verrotten sie beim Grenzübergang.

Die Vitalität der Gegenwart ist ein Totentanz

18/08/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Wohlstand Japans basiert auf Kernkraft. Sie sind das erste Land im 21. Jahrhundert, das dieser Wahrheit mit voller Wucht ins Auge blicken muss.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1367684/Nuclear-plant-chief-weeps-Japanese-finally-admit-radiation-leak-kill-people.html

Die Vitalität, die sich aus dem Einsatz der Kernenergie (und wie es aussieht auch der fossilen Brennstoffe) ergibt ist für Lebewesen ist ein Totentanz. Das werden auch noch andere merken!

http://www.youtube.com/watch?v=GmwSpyX8n_Q

Ich bin froh, dass wir Deutsche so „nervös“ sind und das Geschehen nicht so stoisch hinnahmen. Im Gegensatz z. B. zur USA, die ruhig weitermachen. Aber ich blicke auch mit immer größerer Aufmerksamkeit nach China. Gerade hier hätte ich nicht erwartet, dass sie noch mehr Aussitzen.

Wie steht es mit Indien? Ich war Anfang Dezember 2010 ziemlich geschockt, wie unkritisch sie von Frankreich Nuclear Technologie einkauften, die sogar noch als unausgereift gilt:

Sarkozy and India’s Prime Minister Manmohan Singh on Monday unveiled plans for a $9.3 billion deal for France’s Areva nuclear group to provide two reactors for a new plant in Maharashtra state, of which Mumbai is the capital.

http://www.ndtv.com/article/india/areva-deal-likely-during-sarkozy-visit-70701

http://www.india-defence.com/reports-4841

Aber damit nicht genug, Indien ist ja auch noch der grösste Waffenimporteur der Welt:

http://mckenna123.wordpress.com/2011/03/17/india-is-worlds-largest-arms-importer/

Die größte Demokratie der Welt verhält sich menschenverachtender als die Chinesen.

Es schaut so aus, als ob man in Indien alles sagen darf, aber es hat keine Konsequenzen.

Sagen darf man in Indien scheinbar alles, aber es hat keine Konsequenzen!

Der nüchterne V.S. Naipaul

13/08/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nein, geliebt wird er nicht, dieser nüchterne Mensch. Und doch hat er so oft recht. Er sieht die dritte Welt ohne Befreiungsromantik, wie es ein Artikel in der FAZzu seinem 80igsten so schön beschreibt.

Endlich mal jemand der g e n a u hinschaut und nicht alles gefühlsmäßig vereinheitlicht. Ich konnte sie nicht mehr hören, diese Berichte aus Syrien, die immer darauf hinaus liefen, dass sich ein Volk von seinem Diktator befreien will. Welch fatale Fehleinschätzung. Es geht um Interessengruppen, es geht um Bürgerkrieg und nicht um westliche Romantik. Aber diese wird uns dauernd zum Frühstück serviert.

Da zieh ich doch einen wie Naipaul vor. Er ist in meinen Augen ein echtes SUBJEKT und entwickelte seinen eigenen Blick auf die Welt, ungeachtet dessen, was die Menschen so gerne hören mögen. Seine Geschichten gründen in unbeirrbarer Beobachtung und führen mit scharfem Blick die Phanta­sien, mit denen Menschen ihre Wirklich­ keit so gern gestalten, als bloße Hirngespins­te vor. Es gibt leider so wenige von diesem Format.

Der einzige, der in letzter Zeit auch nur den Hauch eines eigenen Blicks in der Medienwelt an den Tag legte, war Jürgen Tödenhöfer, der wenigstens versuchte, beide Seiten zu sehen in seinem Interview mit Präsident Assad.

Und wie geriet er ins Kreuzfeuer der Kritik! Die Menschen und mit ihnen viele Journalisten wollen halt die Welt schwarz und weiß. Nur so läßt sich mit der Inbrunst der Überzeugung für etwas eintreten. Und nur mit Emotion läßt sich Auflage machen. Da bleibt dann auf der Strecke, welche Einflusskräfte tatsächlich da im Spiel sind und die Information wird zu einer bloßen Farce.

Und noch mit einem hat Naipaul recht. Die globalisierte Welt ist uns eine fremde Heimat. Hier können wir nicht andocken. Hier gibt es kein Heimatgefühl. Und genau das führt dazu, dass immer mehr dieser künstlichen Gefühle gemacht werden müssen in den Medien. Wischt er nicht die Dünche weg, die Vernebelung, der wir so gern erliegen? Früh hat Naipaul den islamischen Fundamentalismus als Muster unserer Zeit erkannt, und noch viel früher hat er schon die Euphorie, in die nach 1960 vie­le Länder im Triumph ihrer jüngst errungenengenen Unabhängigkeit verfielen, als post­koloniale Selbstberauschung enttarnt. Ja, wir hören das alles nicht gerne.

Solche Nüchternheit und Strenge schafft keine Sympathie! Und auf die kommt es ja an in unserer Medienwelt. Aber (und das halte ich für weit wichtiger) sie schafft Einsichten in die wahren Kräfteverhältnisse und lassen uns Zukunft denken. Denn – das sollten wir nie vergessen – die ZUKUNFT wird aus dem ZORN der Vergangenheit gebaut.

Jeder Vogel singt sein Lied

08/06/2012 § Ein Kommentar

Was Rhythmus so genau ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Für mich ist es dieses innere Orchester, von dem Peter Hoeg in seinem „stillen Mädchen“ spricht. Alles ist auf bestimmte Weise grundgestimmt, jeder Mensch in seiner eigenen Tonart. Die Bewahrung des eigenen Rhythmus eine Lebensaufgabe

Es gibt eben Einprägungen der Kultur in den Menschen und die sprechen eine andere Sprache. Die Angst überwältigt zu werden, ist eine reale. Das Raster ist stärker, die Menschen sind klein. 

Und doch ist dieses Schwingungsmuster so wichtig. Resonanz (lateinisch resonare „widerhallen“ impliziert eine Beziehung zwischen zwei solchen Mustern und ist meines Erachtens die Grundlage für jede emotionale Beziehung. Dein Körper ist Dein Ohr, erhöhre ihn!

http://gesetze-des-lebens.de/pages/gesetz-der-resonanz.php

Die Welt ist Klang. Und gerade als Europäerin bin ich tief bewegt von der phantastischen Entfaltung der neuzeitlichen europäischen Musik in ihrer außergewöhnlichen Verkörperungskraft.

Ich denke, dass sie das Hervorbrechen der Subjekt in die Welt begleitet, wenn nicht sogar  hervorgebracht hat. 

Diese musikalische Explosion in unsere europäischen und gerade auch deutschen Vergangenheit fasziniert mich ähnlich wie die neuzeitliche Mathematik.

Damit meine ich nicht das Beschallungsszenario, das uns dauernd umgibt – diese Zerstreuungsmusik, die uns überall begleitet, das Sedativum, das uns vor allem Neuen schützt.  Diese funktionale Musik, die zum Marschieren anleitet oder Kinder einlullt, damit sie endlich schlafen und Konsumenten gute Laune vermittelt, damit sie mehr kaufen.  Da geht doch das Individuum baden! Da ist von dem Subjekt, das die Musik hervorbringt, doch gar nichts mehr zu spüren. Der Vogel wird gesungen und singt nicht mehr selber!

Ich verstehe, dass viele Komponisten neuer Musik keinen Hehl mehr daraus machen, dass es ihnen gleichgültig ist, ob es für das was sie herausexperimentieren noch Hörer gibt.  Am Ort des Hörens auf den die unterhaltende und einstimmende Musik zielt, herrscht immer schon das regressive und nostalgische Element vor. Es bedient den Drang zum Weghören, zum Zurechthören, zum sich Heraushören aus der Dissonanz. Es ist tonaler Populismus und gehört zur Konsummaschine wie vieles andere auch.

Wir sind Spätlinge

02/07/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Weltkarte von 2011 hat wenig Ähnlichkeit mit der Weltkarte von 1911.

Die Nationalstaaten des Westens haben sich zu zwei Halb-Universalstaaten in Europa und Nordamerika gruppiert.

In dem Maße, wie die Welt ihre westliche Phase hinter sich läßt, zerfallen die Teleologien, die für die späte westliche Zivilisation typisch waren und an ihre Stelle treten Religion und andere kulturelle Formationen

Das wird verständlich, wenn man Huntington liest.

Es ist eine provinzielle Einbildung des Westens, die europäische Kultur des Westens sei jetzt die universelle Weltkultur. Nichts könnte falscher sein.

Huntington zeigt in seinem berühmten Buch „Clash of Civilisation“ den Krieg der Ideen auf, die das 21.Jahrhundert bestimmen könnten. Er wurde sehr angegriffen und einiges ist auch nicht ganz konsistent. Aber ist das wichtig?

Ist es nicht auch für den Westen gut, dass seine Monopolsituation, die ja eine grosse Dekadenz zur Folge hatte, endet und langsam wieder Bewegung in die Sache kommt?

„Shifting Powers“ ist eine der Konsequenzen. Wollen wir denn wirklich weiter wie bisher uns dem Finanzschaum aus Bits und Bytes ausliefern? Wollen nicht auch wir uns nach etwas anderem umsehen?

Können uns dabei nicht Gesellschaften, die wir in der Vergangenheit überrannt und nicht besonders geachtet haben, helfen?

Mein Vorschlag wäre diese Ideen so zu betrachten, wie den Apfelbaum in einem abgelegenen Garten, der eine seltene Sorte von Früchten trägt, die wir bisher in unserem industriellen Obstbau negiert haben.

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