Scharfe Daten-Suppe

23/03/2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Selbst die CeBit erkannte, dass eine wichtige gesellschaftliche Debatte ansteht und verpaßte dem Thema-wie könnte es anders sein-ein neues buzzword. Unter dem Titel „Datability“ – sie meinen damit den „nachhaltigen“ Umgang mit Daten – will sich die IT-Industrie, aufgeschreckt durch die Snowden-Enthüllungen, an dem Diskurs beteiligen, der sich den Chancen und den Risiken der digitalen Moderne widmet.
Sie denkt natürlich an die Chancen, mir erscheinen dagegen die Risiken wie eine schwarze Mauer, die fast unvermeidlich ist.

Die CeBit zeigt es ja, es geht rasant weiter: IBM’s Supercomputer Watson versucht die Medizin auf den Kopf zu stellen. Er sammelt Daten und spuckt Diagnosen aus und soll zum goldenen Kalb im gewaltigen medizinisch-digitalen Gesundheitsmarkt werden. Es gibt jetzt schon 70000 Apps, die nichts anderes im Sinn haben, als Informationen aus unseren Körpern zu sammeln, alle möglichen Vitaldaten abzusaugen und sie natürlich genial zu interpretieren. Schon wissen diese Digitalgiganten mehr über uns „ihre Kunden“ als wir auch nur ahnen können und der Schritt zur Manipulation ist ja nun wahrlich nicht weit.
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Aber es geht ja noch intelligenter. Will man etwa wissen, was jemand wie Bezos vor hat, dann muß man aufpassen, denn die elektronischen Medien haben schon jetzt unser aller Denken verändert.. Intellektuelle sagen, dass die Signatur der postmodernen „elektronischen Welt“ ein Überschuss an Gegenwart ist und dass diese Gegenwart-und das ist das fatale- durch die elektronischen Medien selbst erzeugt ist. Es ist ihr blinder Fleck. Das ist selbstreferentiell. Jeder Mathematiker weiß, dass es an dieser Stelle gefährlich wird.

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Schöne neue Big-Data-Welt

07/02/2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Muster lassen sich mit Hilfe von Mathematik begreifen, mit diesen Mustern lässt sich nicht nur verstehen, was gerade passiert, sondern auch was passieren wird!

Wir reden über Petabytes, Yottabytes, Zettabytes und gleiten dabei in die schöne neue Big-Data-Welt!

CC-BY Marc Smith

Big Data ermöglicht „einen tieferen Einblick, indem es z. B. Kundeninformationen durchforstet“. Deine Bank hat mitbekommen, dass Du in der letzten Zeit mehrfach Geld für Haushaltsgegenstände ausgegeben hast. Die Bank kennt Dein Ausgabeverhalten, Einkommen, Deine Kreditwürdigkeit und durch Dein Social-Media-Verhalten weiß das Geldhaus außerdem, dass Du gerne kochst und in Gourmet-Restaurants gehst. Du wünscht Dir einen neuen Herd. Deine Bank weiß, welchen Du gerne hättst. Sie erhöht Deinen Dispokredit, damit Du Dir das teure Stück auch leisten kannst. Ist doch prima, nicht wahr?

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Mathematicians inside NSA

09/01/2014 § Hinterlasse einen Kommentar

„You have often asked me about the possible applications of various branches of mathematics,“ 24-year-old Alan Turing wrote to his mother in October of 1936, shortly after his arrival, as a graduate student, in the United States.

„The kind of thing I am working on at present answers the question, ’What is the most general kind of code or cipher possible,’ and at the same time (rather naturally) enables one to construct a lot of particular and interesting codes. One of them is pretty well impossible to decode without the key and very quick to encode. I expect I could sell them to His Majesty’s Government for quite a substantial sum, but am rather doubtful about the morality of such things. What do you think?“

The morality in question was not the morality of constructing unbreakable codes; it was the morality of a mathematician selling these discoveries to the government. Three years later, Turing was deeply engaged in working for His Majesty’s wartime code-breaking establishment at Bletchley Park.

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Mathematik der Vorhersage

12/07/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Bespitzelt und ausgerechnet werden Menschen schon lange. Geheimdienste, Unternehmen, Medien tun das, wenn sie es können und davon profitieren. Warum regen wir uns also auf?

Nun, weil die moderne Technik dem Spitzeltum eine neue Qualität verleiht! Früher lief die Bespitzelung Mensch gegen Mensch ab. Wenn man an die Stasi denkt, hieß das: Wenn ein Telefon abgehört wurde, dann musste einer abgestellt werden, der das Telefongespräch protokollierte und auswertete. Ein abgefangener Brief musste von Hand geöffnet, kopiert, gelesen werden – ein immenser personeller Aufwand.

Doch dann veränderte sich unsere Welt: E-Mails, Online-Banking, soziale Netzwerke, Online-Shopping, Cloud Services, mobile Kommunikation et cetera wurden in kürzester Zeit zum festen Bestandteil unseres Alltags. Digitale Gesichtserkennung mag praktisch erscheinen, wenn Freunde in Facebook identifiziert werden, doch diese Technik lässt sich leicht auf eine gigantische automatische Überwachung übertragen. Bewegungsprofile, Einkaufsmuster, Suchprofile, Reisebuchungen, Freundeslisten, Kinobesuche et cetera verraten sehr viel über uns, alle diese Daten lassen sich automatisch und schnell auswerten und analysieren.

Und dann kommt da noch die Vorhersage des Verhaltens hinzu. Das ergibt erst die richtig scharfe Suppe!

An dieser Stelle überschreiten wir nämlich den Rubikon zwischen Realität und dem digitalen Abbild: Nicht der Mensch an sich, sondern die Vorhersage des Modells wird Grundlage des Handelns.
Es geht eben nicht nur um die Überwachung der realen Person, sondern um die definitorische Macht des digitalen Anbildes, das da geschaffen wird. Dies nimmt die ökonomische, politische und militärische Macht vor, die überwacht. Sie baut das Bild! Die Kalküle werden von ihr als vom Himmel gefallene Wahrsagekunst verkauft.

Dabei kann man durchaus beschreiben, wie sie funktionieren. Sie sind pure Mathematik:
Beginnen wir bei der Identifizierung, d. h. WIE finde ich einen Menschen unter einer Million? Nehmen Sie mal eine Eigenschaft, die nichts Abseitiges ist, die bei einem von zehn Menschen vorkommt. Da würde jeder Bürger einer Stadt mit dreißigtausend Einwohnern sagen: Na gut, wenn das jemand über mich weiß, habe ich nichts dagegen, es gibt ja in meiner Stadt dreitausend Bürger, auf die das ebenfalls zutrifft. Aber mit zwei solchen Eigenschaften filtern Sie mathematisch aus hundert Menschen einen heraus, mit drei einen aus tausend, mit nur sechs Eigenschaften finden Sie einen in einer Million. Das sind orthogonale Filter, im Sinne der Mathematik orthogonal: voneinander unabhängig.

Der zweite Schritt ist nun, dass man die Leute nicht mehr nur finden, sondern digitale Profile erzeugen kann, die sich modellieren lassen – wenn eine Person dies, das und jenes gemacht hat, kann ich mit einer guten Wahrscheinlichkeit vorhersagen, was sie als Nächstes tun wird. Sie haben etwa einen Internet-User, der kauft sich eine Fahrradhose und ein Fahrrad. Dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass er einen Helm kaufen wird – also kann ich ihm Werbung für einen Helm schicken lassen, von einer Maschine.

Was die Maschine weiß, ist autoritative Quelle. In ersten Ansätzen akzeptieren wir dieses bereits unbewusst: Schon heute googeln wir andere Personen, bevor wir sie treffen.

Die informationelle Selbstbestimmung hat zwei Hindernisse: die Macht der Datensammler und die Ohnmacht der meisten Datenquellen – die sind wir.

Die gesamte Technologie verändert sich in einem atemberaubenden Tempo. Das gesellschaftliche Bewusstsein läuft hinterher, und das rechtliche Bewusstsein fällt noch weiter zurück.

Money, Money, Money

29/06/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887323297504578579084043988450.html?mod=trending_now_5

Es vergeht in den letzten Jahren kein Monat und in manchen Monaten kein Tag an dem wir nicht ueber Rettungsschirme in Milliardenhöhe informiert werden und dabei in die sorgenvollsten Gesichter blicken oder ueber Geldpolitik, die die „Experten“ nicht mehr so recht im Griff haben ( sie oben). Dabei frage ich mich immer, w o r u m geht es eigentlich? Was bedeutet das fuer uns?

Und wie koennte das Ende der Krise erreicht werden?

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Die Theorie der neuen Kriege

27/06/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

52ec2794cdd960ca6a527debe92ae535_normal.jpeg Chris Wysopal (@WeldPond)
31.08.13 02:11
The NSA is part of the threat model now

Vor einiger Zeit hoerte ich einen Vortrag des Berliner Computersicherheitsexperten Sandro Gaycken ueber Cyberattacken. Richtig bekannt wurde dieses Thema durch StuxNet, einen Computerwurm, der relativ schnell entdeckt wurde und der angeblich auf Datenklau und Datenlöschungen im Iran aus war. Bemerkenswert ist, dass hinter dieser neuen Spionage oder Sabotagesoftware jetzt Staaten stecken und nicht mehr nur Kriminelle.

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DER Rechenfehler

23/06/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

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Verrechnet! Und sie wissen nicht mehr, was sie tun. Die Geschichte ist genauso unglaublich wie die um Ed Snowdon. Es geht um die Sehnsucht nach Orientierung, um den Wunsch, einfachen klare Handlungsanweisungen zu geben. Und es geht um Abhaengigkeit.

Ein unbekannter Student tritt auf und ein berühmter Ökonom. Der berühmte Ökonom hat der Politik eine Zahl geliefert, nach der alle lechszen. Und dann stellt sich heraus der beruehmte Oekonom kann einfach nicht genug Excel und alle sind ihm auf den Leim gegangen.

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