Aufklärung, Individualisierung und Musik

28/12/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Zur Zeit der französischen Revolution ist viel passiert. In der Musikgeschichte erfand man das Conservatorium. Er wurde

g e l e h r t vom Blatt zu spielen.

Die Lehrer-Schüler-Situation, die von Resonanz lebte, löste sich auf. Das waren die Anfänge unseres Schulsystems. In der Musik der früheren Jahrhunderte gibt es geschriebene und ungeschriebene Gesetze, deren Kentnisse man beim damaligen Musiker einfach voraussetzte.

Eines dieser Gesetze hieß: Eine Dissonanz muß betont, ihre Auflösung soll (sich verlierend) daran angehängt werden.

In „modernen“ Interpretationen werden sämtliche Notenwerte meist streng nach ihrer (vermeintlich) richtigen Dauer gehalten, die Punktierung mit geradezu demonstrativer Genauigkeit durchgeführt.

In der Musik des 19. Jahrhunders wurde der FREIRAUM des INTERPRETEN durch die autobiogrpahische Kompositionsweise so radikal wie möglich eingeschränkt.

Ist das nicht paradox? Auf der einen Seite hat dieses „ZEITALTER der FREIHEIT“ dem Bürger Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gebracht, wurden diese Persönlichkeitsrechte dem Adel abgetrotzt, auf der anderen Seite wurde gerade in dieser Zeit dem Einzelnen in vieler Hinsicht (nicht nur in der Musik) ganz erheblich die Freiheit der persönlichen Ausdruckskraft genommen!.

Ist es nicht Zeit, dass wir die Vernunft genau jener kritischen Überprüfung unterwerfen, die die Aufklärung damals den herrschenden externen, religiösen und säkularen Kräften unterzogen hat?

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Musik, Indien und Musik

24/10/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Stimmen faszinieren mich. Musik soll von innen kommen, nicht von irgendwelchen Papieren

Solange es keine Schallplatten und Tonbandgeräte gab, hat die Musik in Indien in einer hermetisch abgeschirmten Welt existiert, zu der nur wenige Auserwählte Zutritt hatten. Und sie war auch Familiensache. Shastriya Sangit – auf Lehrbüchern beruhende Musik – ist die indische Bezeichnung für das, was im Westen klassische indische Musik genannt wird. Die Shastras sind in Versen abgefasst, dazu bestimmt, auswendig gelernt zu werden, um im Gedächstnis abrufbar zu sein, ihre altertümliche, hochspezialisierte Sprach ist oft so verkürzt, das es ohne einen Lehrer unmöglich ist, sie auch nur annäherungsweise zu verstehen. 

Shiva, der sich im Klang, Nada, verkörpert. Es gibt den unhörbaren Anahata Nada und den hörbaren Ahata Nada, der durch die Berührung zweier Körper entsteht

Der menschliche Körper ist dazu geschaffen, den unhörbaren Nada hörbar zu machen. Hier hat Musik viel mit der indischen Mythologie zu tun. Brahman und Nada sind identisch. Die selbstbewusste Intelligenz des Jiva steigt aus dem Akash, dem Stoffe des Denkes und der Musik (wir in Europa nannten es einst Äther)herunter in das untergeordente Element der Luft. Wolken, die im freurigen Schein der Sonne Wasser aufsaugen und die Intelligenz des ätherischen Geistes auf Pfanzen, Bäume und Sträucher herabregnen lassen. wie sich die Vegation in Erde vewandelt, die von den Menschen als Nahrung aufgenommen und in Samen verwandelt wird. Welche eine Ähnlichkeit zur Kabala!

Die Zuwendung der manifesten Seite der Wirklichkeit, Siguna, führt zu weltlichen Vergünungen! Die Meditation der unmanifestn Seite, Nirguna, zur Erlösung.

Und es gibt noch so vieles:

Saraswati, die vierhändige  Göttin der Musik und der Gelehrsamkeit

Krishna und die List, Krishna und die Flöte

der Vergleich von Konysos und Shivakult

Vor meinen Ohren wird sich Indien entfalten, das Fahrradklingeln der Rikschas, das Zetern der Affen, die Schläge der Tablameister und die Rufe der Totenprozessionen –

Ich glaube, danz Indien ist Musik!

Wo bin ich?

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