Philip Mirowski

08/07/2013 § Ein Kommentar

Philip Mirowski

Philip Edward Mirowski ( geb 1951 ) ist ein US-amerikanischer Wirtschaftshistoriker und Kulturkritiker und hat einen Lehrstuhl fuer Geschichte und Philosophie der Wissenschaften

Er ist ne super interessante Person. Bekanntheit erreichte er durch sein 1989 erstmals erschienenes Buch More heat than light – economics as social physics, physics as nature’s economics, in dem er die Interaktion zwischen moderner Wirtschaftstheorie und physikalischen Erkenntnissen darlegte.

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Wissenschaftskritik: Viktor von Weizsäcker und das Subjekt

09/04/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Für mich gehört der medizinische Ansatz von Viktor von Weizsäcker nicht zu den „Alternativmedizinen“, die ich durchus kritisch betrachte, da sich hier soviele Scharlatane herumtreiben, sondern um einen anderen philosophischen Ansatz.

Im Unterschied zur herkömmlichen Medizin, geht es bei ihm nicht um die Behandlung von Krankheiten, sondern um die Behandlung des kranken Menschen. Der Patient ist nicht mehr das Objekt, sondern der Arzt tritt dem Kranken als Subjekt in eine persönliche Beziehung ein.

Zu Viktor von Weizäcker (1886- 1957) fallen mir eigentlich nur die beiden Attribute Vielfalt und Exzellenz ein. Hat er doch das S U B J E K T in die Medizin eingeführt und dieser Prozess ist meiner Meinung nach aktueller denn je. Sieht sich die Medizin gerade in unseren Tagen an Grenzen stoßend, die es nötig machen, das naturwissenschaftliche (= objektive) Heranangehen zu hinterfragen und nach neuen Wegen zu suchen. Natürlich wird es weiterhin nötig sein, nach viktor von weizzäckerobjektiv gültigen bestimmbaren medizinischen Diagnosen zu suchen, aber bei dem Heilungsweg spielen eben doch ganz andere Gesichtspunkte eine Rolle und die sind nicht immer im alten Sinne „objektiv“ (d. h. unabhängig von der bestimmten Person). Viktor von Weizsäcker beschäftigte sich intensiv mit diesem Phänomen. Er war Arzt mit Leib und Seele und fragte sich immer, arum ein Heilungsweg bei einem Patienten an-schlägt und bei einem anderen nicht.

Seine berühmte Fragestellung ist:

WARUM bekommt gerade d i e s e r Mensch diese Krankheit?

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die spezielle Rolle der Wissenschaft in einer demokratischen Gesellschaft

09/02/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Seit das Selbstverständnis unserer Gesellschaft ein demokratisches ist,

seidem sie keine höhere Macht akzeptiert als den Willen des Volkes

hat WISSENSCHAFT EINE SPEZIELLE ROLLE:

Sie hat die Aufgabe einen Zugang zur Wirklichkeit schaffen, die von diesen Auseinandersetzungen unberüht bleibt.

WAS IST, WENN SIE DAS NICHT KANN?

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Wissenschaft und Lebenswelten

06/07/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

http://de.wikipedia.org/wiki/Lebenswelt

Den Begriff „Lebenswelt“ darf man ja gar nicht verwenden, ohne zumindest Husserl zu erwähnen.

Er strukturierte die Kritik an der Wissenschaft – und doch ist das Thema mehr als 80 Jahre nach seinem Tod so aktuell wie selten zuvor.

Es gibt eine Wahrheit der Lebenswelt zu der die Wissenschaft, so erfolgreich sie auch sein mag, keinen ZUGANG hat. Warum ist das eigentlich so?

Jede Wissenschaft basiert auf Strukturierung des Wissens, auf Mustererkennung und diese wiederum auf Mathematik. Mathematik ist aber bei den breitesten Teilen der Bevölkerung ein totaler Flop.Das ist einer der Gründe für das Auseinanderklaffen, aber es gibt noch weitere:

Ich halte es bei allem Respekt vor der Wissenschaft und ihren Methoden für illusorisch in der Sphäre des Lebendigen etwas für WAHR zu halten, was Methode ist. Und es ist in meinen Augen gefährlich, das Leben ausschließlich solchen „Beobachtungen“ zu unterwerfen.

Die Wissenschaft suchte und sucht nach Wahrheit und baut mit ihrer Tochter, der Technik, eine neue Welt, in der sie die Abhängigkeit der Menschenvon der Natur durch eine Abhängigkeit von der Gesellschaft/ der Technik ersetzt. Das hat durchaus ein bequemeres Leben gebracht. Jetzt aber werden die Nachteile und Konsequenzen sichtbar.

Die Einordnung in die technische Zeit, in die Monotonie der Arbeitsgesellschaft hat uns auch viel genommen. Sie half dem Westen, dem alten Europa nach dem 15. Jhd zum Aufstieg, zur Weltbemächtigung und in der Folge zum Wohlstand, hat aber auch viel Unglück gebracht und das nicht nur den eroberten Völkern.

Wir haben uns entfremdet vom Rhythmus der Natur. Die Uhr ist das Musikinstrument der Arbeitsgesellschaft und der Terminkalender ihr Notenblatt. Und die Menschen zahlen genau wie die Nutztiere in der Massenhaltung ihren Preis dafür, dass ihnen das Essen hingestellt wird.

Respektlosigkeit und Konsum sind eben zwei Seiten einer Medaille.

Was ist da passiert, was haben wir im Westen gemacht? Nun, ich denke, es ist recht einfach:

Dinge, die unwirklich sind (oder virtuell wie das jetzt in der Computerzeit heißt), haben keine bestimmte Dimension und keine bestimmte Zeitdauer.“ Ich komme morgen“ sagt der Indio und kommt 5 Monate später. Er hat nicht gelogen, denn er hat seine Gedanken auf das Unwirkliche gerichtet und WIE konnte man etwas definieren und festlegen, was unwirklich ist?

GENAU das aber haben wir im Westen geschafft. Wir haben das Unwirkliche strukturiert, indem wir die symbolische Mathematik entwickelten und recht parallel dazu den primitiven Zeitrhythmus der Uhr, welcher Basis jeder Synchronisation wurde und dann noch das Schuldensystem, das immer in die Fortsetzung zwingt. .

Bei diesen drei Basisvektoren müssen wir ansetzen, wenn wir wirklich Änderungen wollen!

Wo bin ich?

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